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Havelland Saitensprung gibt Saisonabschlusskonzert
Lokales Havelland Saitensprung gibt Saisonabschlusskonzert
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20:10 16.11.2016
Andreas Wetzel, Annelie Knobloch, Reinhard Melzer, Mathias Knispel und Silke Biese (v.r.) Quelle: Foto: Daniel Wandke
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Rathenow

Wie vielfältig Rathenows Musikszene ist, wurde zuletzt auf dem Stadtfest deutlich. Auf mehreren Bühnen sorgten junge und junggebliebene Rathenower für Livemusik. Es dürften gut 15 verschiedene Formationen sein, die in der havelländischen Kreisstadt proben und das kulturelle Leben bereichern. Zu den lauteren Bands der Stadt gehört ohne Zweifel Saitensprung – fünf Musiker zwischen 28 und 58 Jahren, die mit Vorliebe rockige Klänge anschlagen. Dass Rock ihr Metier und ihre Musik tanzbar ist, will die Band am Samstag einmal mehr beweisen. Dann geben sie ihr letztes Konzert in diesem Jahr.

Auf den Auftritt bereiten sich die fünf im Probenraum in der Großen Hagenstraße vor. Ihr kleines Reich befindet sich im Obergeschoss einer alten Villa auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei. Jeder hat hier seinen Platz: Silke Biese, die den Bass spielt, beansprucht die hintere rechte Ecke. Rainhard Melzer – genannt Reini – platziert sich mittig im Raum. Andreas Wetzel alias Hutmann, fühlt sich mit seiner Gitarre rechts außen wohl. Hinter dem Schlagzeug links in der Ecke verschanzt sich Matthias „Matze“ Knispel und zwischen allen wirbelt Sängerin Annelie Knobloch umher. Für einen festen Platz hat sie schlichtweg zu viel Temperament. Seit 2015 gehört sie zur Band, die anderen hatten sich bereits 2011 gefunden. „Annelie war für uns ein Glücksfall“ sagt Hutmann. Damals hatten sie sich von ihrer Sängerin getrennt und standen beinahe vor dem Aus, weil keine Nachfolgerin zu finden war – bis sich Annelie vorstellte. „Sie ist ein verrücktes Organisationstalent“, sagt Silke Biese und Andreas Wetzel ergänzt: „Auf der Bühne haben wir Angst vor ihr. Sie hat so viel Power, dass wir bei ihren Lieblingssongs immer drei Schritte zurückgehen müssen.“ Von der ausdrucksstarken und kräftigen Stimme der ausgebildeten Sängerin ist auch Mathias Knispel begeistert: „Annelie geht wirklich nach vorn. Zum ersten Mal hieß es: Du bist nicht zu laut“, freut sich das Nesthäkchen der Band.

Die Stimme der 34-Jährigen passt perfekt zur Musik von Saitensprung, denn leise Töne sind ihre Sache nicht. „Es ist schon auf die Mütze“, erklärt Matze, der trotz Erkältung die Probe nicht verpassen wollte. Gespielt werden Titel, die das Publikum kennt, also Coverversionen bekannter Lieder. „Unser Repertoire reicht quer durch die Rockgeschichte“, sagt Annelie. „Von den Rolling Stones und den Ramones über Offspring bis zu Greenday und Anouk.“ Stücken, die nicht genug Tempo haben, verpassen sie den Saitensprung-Schliff. Selbst Tina Turners „What’s love got to do with it“ verwandelten sie in eine fetzige Up-Beat-Nummer. Einmal pro Woche trifft sich Saitensprung, um für Auftritte zu proben. Meist spielen sie auf Festen und privaten Veranstaltungen in der Region. Aber auch in Potsdam und selbst in Polen wurden sie schon gebucht. Der mit Abstand coolste Gig war der in einer Autowerkstatt, erzählen die fünf. In lebhafter Erinnerung ist ihnen auch der Auftritt auf dem MS Sonnenschein im Rahmen der Fête de la Musique in Rathenow. „Wir hatten kaum Platz zum Spielen und die Menschen jubelten uns vom Ufer aus zu“, erinnert sich Bassistin Silke.

Wie für die anderen auch ist die Musik ihr Hobby. Ihren Lebensunterhalt verdient sie als Hortnerin. Der zweite Pädagoge in der Band ist Schlagzeuger Knispel, der eine Ausbildung zum Erzieher vorweisen kann. Auch Sängerin Annelie hat eine pädagogische Ausbildung. Sie hat Kunst und Musik auf Lehramt studiert, hat ihr eigenes Atelier und unterrichtet an der Musik- und Kunstschule TonArt. Ingenieur Reinhard Melzer programmiert Herzschrittmacher, wenn er nicht Gitarre spielt, und Hutmann dürfte vielen als Gastronom bekannt sein. Er führt mit seiner Frau die Musikerkneipe Wall Hall. Hier wird die Band am Samstag ihr Saisonabschiedskonzert geben. „Es ist einer der wenigen Orte in der Stadt, die der hiesigen Musikszene Auftrittsmöglichkeiten bietet und so die regionale Musikszene fördert“, sagt Annelie. Nach dem Auftritt wollen sich die Musiker im privaten Tonstudio verkriechen, um an neuen Songs zu arbeiten. Ihr Ziel sind professionelle Aufnahmen. Und irgendwann wollen sie auch eigene Stücke spielen.

Von Christin Schmidt

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