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Schönheitskur im Wert von 20 Millionen

Sanierung der Rathenower Altstadt Schönheitskur im Wert von 20 Millionen

1991 wurde Rathenow in die Städtebauförderung des Landes aufgenommen. Seitdem wurde die Altstadt einer regelrechten Frischzellenkur unterzogen. Fast 20 Millionen Euro flossen in die Erneuerung von Straßen, Plätzen und Gebäuden. Nun geht das Förderprogramm zu Ende.

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Schmuckstück: Der alte Hafen wurde mit Geld aus der Städtebauförderung saniert.
 

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow.  Wer sich Fotos der Rathenower Altstadt aus der Wendezeit anschaut, der reibt sich verwundert die Augen. Wo heute lauschige Plätze, restaurierte Fassaden und idyllische Wege das Auge erfreuen, war vor 25 Jahren der Verfall der städtischen Infrastruktur nicht zu übersehen. Bröckelnde Fassaden in der Bergstraße, ein mit unebenen Betonplatten verschandelte Alter Hafen, der Stadtkanal zugewuchert und unzugänglich – zwar war die historische Substanz der Rathenower Kernstadt noch erkennbar, aber jahrzehntelange Vernachlässigung hatte ihren Tribut gefordert.

Heute hat sich die Situation völlig gewandelt. Man nehme nur die oben angeführten Beispiele in Augenschein: die sanierte Bergstraße mit ihren schmucken Fassaden kann sich sehen lassen, der Alte Hafen ist nach einer Komplettsanierung zu einem der schönsten Orte in der Innenstadt geworden, und der Stadtkanal wurde mit Uferwegen versehen, die dem Flaneur mitten in der Innenstadt idyllische Perspektiven eröffnen. Möglich wurde das alles durch eine großzügige Förderung, von der nicht nur die Kommune, sondern auch Privatleute profitierten.

Ziele der Städtebauförderung wurden erreicht

Die Rettung der städtebaulichen Substanz, die Wiederherstellung städtebaulicher Zusammenhänge und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität – das seien die Ziele der Städtebauförderung gewesen, sagte Monika Platz am Montagabend im Rathenower Bauausschuss. Sie habe für die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) die Sanierung der Rathenower Altstadt von Beginn an begleitet, und zum Abschluss dieses langen Prozesses könne das Fazit nicht besser ausfallen. „Rathenow ist eine tolle Stadt geworden“, sagte die Leiterin des DSK-Büros Berlin-Brandenburg. Und beließ es nicht bei der Feststellung, sondern unterlegte diese mit jeder Menge Daten und Fakten.

Auch in die Sanierung des Kirchbergs floss Fördergeld

Auch in die Sanierung des Kirchbergs floss Fördergeld.

Quelle: Markus Kniebeler

So seien im Sanierungsgebiet, das vom Quartier rund um die Schlachthausstraße über die Altstadtinsel bis zur barocken Neustadt reicht, bis auf die Schleusenstraße alle Straßen erneuert worden. Auch diverse öffentliche Plätze und Grünanlagen seien im Zuge der Städteförderung in den Genuss einer Schönheitskur gekommen – vom Kirchberg über den Platz der Jugend bis zum erwähnten Alten Hafen. Und schließlich hätten Dutzende Hausbesitzer über das Programm Geld beantragt, um ihre Häuser – vor allem Fassaden und Dächer – zu sanieren.

Rest aus eigener Tasche beigesteuert

Monika Platz hob hervor, dass all dies nicht erreicht worden wäre, wenn die Stadt Rathenow den Prozess nicht aktiv vorangetrieben hätte. Zwar seien zwei Drittel der finanziellen Aufwendungen von Land und Bund beigebracht worden, aber immerhin habe die Stadt Rathenow den Rest aus eigener Tasche beigesteuert und so den Weg geebnet für einen Sanierungsplan, von dem ein ganzes Stadtquartier profitiert habe.

Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten dieser positiven Einschätzung vorbehaltlos zu. Als Bürger der Stadt übersehe man bisweilen, was sich in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten alles zum Positiven verändert habe, sagte Jörg Rakow (CDU). Darum sei es zu begrüßen, dass die Ergebnisse der Altstadtsanierung – wie angekündigt – zusammengefasst und auf der Internetseite der Stadt öffentlich gemacht würden.

Millionen für die Altstadt

In die Sanierung der Rathenower Altstadt flossen seit 1991 über das Städtebauförderungsprogramm 19,6 Millionen Euro. Zwei Drittel dieser Summe kamen von Land und Bund, das restliche Drittel steuerte die Stadt Rathenow bei.

8,2 Millionen Euro wurden ausgegeben, um Straßen, Wege, Plätze und öffentliche Grünflächen aufzuwerten.

6,9 Millionen Euro flossen in die Modernisierung und Instandsetzung von Gebäuden. 95 Prozent dieser Summe wurde von privaten Hausbesitzern abgerufen.

Neben der Städtebauförderung gab es mit dem Stadtumbauprogramm in Rathenow ein zweites umfangreiches Förderprogramm. Über dieses wurden Abriss und Modernisierung von Wohnbestand in großem Stil (ko)finanziert.

Von Markus Kniebeler

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