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Sargzwang: Keine islamischen Bestattungen in Elstal

Wustermark Sargzwang: Keine islamischen Bestattungen in Elstal

Auf dem kommunalen Friedhof der Gemeinde Wustermark können keine Muslime beigesetzt werden, jedenfalls nicht nach islamischen Riten. Das geltende Friedhofs- und Bestattungsrecht in Brandenburg stehe laut Gemeinde in vieler Hinsicht einer islamischen Bestattung entgegen.

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Auf dem kommunalen Friedhof in Elstal können derzeit keine Muslime beigesetzt werden.

Quelle: Jens Wegener

Wustermark/Elstal. Islamische Bestattungen wird es auf dem kommunalen Friedhof der Gemeinde Wustermark in Elstal nicht geben. Eine entsprechende Änderung der Friedhofssatzung haben die Wustermarker Gemeindevertreter einstimmig beschlossen.

Mehrere Dinge würden dafür sprechen, so die Gemeindeverwaltung: „Der Elstaler Friedhof lässt aus tatsächlichen Gründen derzeit eine muslimische Bestattungsform nicht zu. Vor allem sind sarglose Bestattungen nicht erlaubt und die Ausweisung eines gesonderten muslimischen Bereiches nicht möglich“, sagt Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos). Das geltende Friedhofs- und Bestattungsrecht in Brandenburg stehe in vieler Hinsicht einer islamischen Bestattung entgegen. So sei die Bestattung von Leichen nur zulässig, wenn seit Eintritt des Todes 48 Stunden verstrichen sind. Nach den islamischen Riten soll der Verstorbene innerhalb von 24 Stunden beigesetzt werden. Auch sollen die Toten nicht in einem Sarg beigesetzt werden, wie es in Deutschland aus Gründen des Gesundheitsschutzes und des Umweltschutzes vorgesehen ist, sondern in einem Leichentuch.

Gemeinde: Bedarf muslimischer Bestattung derzeit nicht nachgefragt

Des Weiteren wird aus islamischer Sicht ein gesonderter Grabstättenbereich für muslimische Bestattungen sowie ein dauerndes Ruherecht des Leichnams gefordert, wodurch eine Wiederbelegung der Grabstätte grundsätzlich ausgeschlossen ist. „Für den kleinen Friedhof der Gemeinde ist aufgrund der zahlreichen Sonderregelungen und des derzeit nicht nachgefragten Bedarfs die Zulassung von islamischen Bestattungen nicht praktikabel“, ergänzt Schreiber. Sollte es derartige Anfragen geben, werde die Gemeinde auf Friedhöfe in Berlin verweisen.

Nauen hatte sich schon im März ähnlich entschieden

Auch in Nauen hatte man sich im März dazu entschieden, mittelfristig keine extra Grabflächen für die Bestattung von Muslimen auf dem städtischen Friedhof vorzuhalten. Muslime nur unter Muslimen beizusetzen, dafür existiere keine Fläche, auf der nicht schon Nichtmuslime bestattet worden sind. Auch für eine rituelle Waschung, die nach muslimischen Glauben erforderlich sei, gäbe es auf dem städtischen Friedhof keine Möglichkeit, so die Nauener Stadtverwaltung.

Unabhängig davon könne es für Bürger muslimischen Glaubens eine ordnungsbehördliche Beisetzung geben. Der Verstorbene würde dann eine anonyme Erdbestattung auf dem Friedhof Nauen erhalten.

Von Jens Wegener

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