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Schalldämpfer sollen Lärm mindern

Anwohner klagt gegen die neue Biogasanlage in Pessin Schalldämpfer sollen Lärm mindern

Wegen der neuen Biogasanlage in Pessin klagt jetzt ein Anwohner gegen die Gemeinde. Er sieht beim Bebauungsplan Abwägungsfehler und kritisiert unter anderem, dass der Investor bei den Gutachten zu Lärm und Geruch von falschen Annahmen ausgegangen sein soll.

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Seit November 2015 wird auf der Anlage voll produziert.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Pessin. Lange wurde um die Biogasanlage an der Paulinenauer Straße in Pessin gestritten. Im Herbst 2015 dann konnte der Betrieb auf dem vier Hektar großen Gelände mit großer Verspätung beginnen. Seit November läuft die Anlage unter Volllast, nun wird Biogas in Erdgasqualität ins lokale Netz eingespeist. „Wir werden in diesem Jahr noch Hecken und Bäume pflanzen“, kündigt Jan-Gerd Bayerköhler von der Firma Baywa an. Zudem will das Unternehmen im ersten Halbjahr den vereinbarten Radweg zur B 5 bauen lassen. „Die Genehmigung dafür liegt bereits vor“, so Bayerköhler. Darüber hinaus wurde bereits eine Plattenstraße mit Asphalt überzogen.

Allerdings steht noch ein Rechtsstreit ins Haus. Denn gegen die Baugenehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz hat Anwohner Andreas Bangert geklagt. Zudem reichte er wegen des Bebauungsplans im Herbst eine Normenkontrollklage ein, die sich gegen die Gemeinde Pessin richtet. Das Besondere: Bangert ist seit 2014 selbst Gemeindevertreter, war aber auch vorher schon schärfster Kritiker der Anlage.

„Das Verfahren wird sich über mehrere Jahre hinziehen“, ist Bangert sich sicher. Er sieht unter anderem Probleme bei der Abwägung des B-Planes und hält das Vorhaben unvereinbar mit den Schutzzielen des Landschaftsschutzgebietes (LSG). „Der Baugrund wurde zwar aus dem LSG herausgenommen, aber drumherum ist ja trotzdem alles LSG“, meint Bangert. Zudem wirft er den Investoren vor, bei den Gutachten zu Lärm und Geruch von falschen Annahmen ausgegangen zu sein.

Bangert sieht sich zudem in seiner Kritik bestätigt, weil in den vergangenen Wochen immer wieder „massive Geruchsbelästigungen“ festzustellen waren. Seiner Ansicht nach sei dafür unsachgemäß zwischengelagerte Silage verantwortlich, die bereits angefangen hat zu gären. „Außerdem geht von der Anlage ein störendes Brummen aus“, sagt er. Zusammen mit dem Rechtsanwalt wolle er sich ans Landesumweltamt wenden. Die Behörde solle dafür sorgen, dass der Betreiber sich an die Betriebsgenehmigung hält.

„Wir sind bemüht, die Emissionen so gering wie möglich zu halten“, sagt Jan-Gerd Bayerköhler. Er kennt die Beschwerden, die von mehreren Anwohnern kommen. Dabei gehe es sowohl um den Geruch als auch um zu viel Licht in der Nacht sowie um Lärm. „Von der Beleuchtung können wir aus Arbeitsschutzgründen nicht abrücken“, sagt der Baywa-Mitarbeiter. Dem Brummen hingegen, das offenbar aus der Biogasaufbereitung kommt, wolle man mit drei Schalldämpfern zu Leibe rücken. In Vorbereitung darauf sollen voraussichtlich am Donnerstag – abhängig vom Wetter – Schallmessungen erfolgen.

Was den Geruch betrifft, so glaubt Bayerköhler, dass man sich im Genehmigungsbereich befindet. Nichtsdestotrotz könne es zu Gerüchen kommen, da derzeit außerhalb der vier Silostöcke ebenfalls Silage gelagert werden muss. Dies sei auch noch eine Weile nötig. „Nachts werden die Bereiche aber mit Folie abgedeckt“, so der Betreiber. Er sei zudem verpflichtet, im zweiten oder dritten Quartal Geruchsmessungen durch ein unabhängiges, zertifiziertes Büro vornehmen zu lassen. „Das Ergebnis ist dann für alle bindend.“ Im Normalfall soll die Silage dann später nur in den vier Silostöcken lagern. „Wir werden es aber nicht schaffen, dass man gar nichts riecht, wenn man an der Grundstücksgrenze steht“, so der Baywa-Mitarbeiter.

Hinsichtlich der Klage geht er davon aus, dass man im B-Plan-Verfahren alles getan habe, was möglich ist. Auch angesichts der vielen Auflagen durch die Behörden – etwa in Sachen Naturschutz – hält er ein Scheitern des B-Planes im Nachhinein für „eher unwahrscheinlich“. Der Betreiber übernimmt die Kosten für den Rechtsanwalt der Gemeinde.

Pessins Bürgermeister Christian Meyer versteht nicht, was Bangert mit seiner Klage bezweckt. „Wir haben uns als Gemeinde sehr lange damit beschäftigt, alles abgewogen“, sagt er leicht genervt.

Von Andreas Kaatz

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