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Großbaustelle an der Schnellbahntrasse

Schallschutzwand in Rathenow wird erneuert Großbaustelle an der Schnellbahntrasse

Seit ein paar Wochen wird an der Rathenower ICE-Linie mit schwerem Gerät gearbeitet. Grund ist die Erneuerung der 4,5 Kilometer langen Schallschutzwand. Die wird bis zum 7. Dezember dauern. Das Problem herumfliegender Teile soll dann gebannt sein.

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An vielen Stellen gleichzeitig laufen die Arbeiten zur Erneuerung der 4,5 Kilometer langen Wand.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Mitte der 90er Jahre wurde die grüne Schallschutzwand auf der Nordseite der Schnellbahnlinie errichtet. Das 4,5 Kilometer lange Bauwerk, das sich vom Stadtforst im Osten bis zur ICE-Brücke im Westen erstreckt, war nicht so stabil, wie man es hätte erwarten können. Immer wieder wurden durch den Sog der vorbeirasenden ICE-Züge Bohlen aus der Verankerung gedrückt.

Dieses Problem soll mit der Erneuerung aus der Welt geschafft werden. Dazu muss der Abstand zwischen den Pfosten, zwischen denen die Bohlen verankert sind, verringert werden. Die alten Bohlen werden herausgenommen und durch halb so lange Bauteile ersetzt. „Dadurch erhöht sich die Stabilität des Bauwerks“, erklärt Manuel Urban, stellvertretender Projektleiter von der Deutschen Bahn.

Zwischen zwei alte Pfosten wird je ein neuer gesetzt

Das bedeutet, dass die gesamte Wand demontiert werden muss. Lediglich die in Betonfundamenten verankerten Pfosten bleiben stehen. Zwischen zwei alte Pfosten wird nun je ein neuer gesetzt. Was sich einfacher anhört, als es ist. Mit speziellen Bohrgeräten muss für jeden Pfosten ein Loch in die Erde gebohrt und mit Beton gefüllt werden. Dieses massive Fundament ist nötig, damit die Wand den enormen Kräften standhält, die auf sie wirken, wenn ein ICE mit 250 Sachen zig mal am Tag an ihr vorbeidonnert.

Zur Verankerung der Pfeiler werden Löcher in den Boden gebohrt, die dann mit Beton verfüllt werden

Zur Verankerung der Pfeiler werden Löcher in den Boden gebohrt, die dann mit Beton verfüllt werden.

Quelle: Markus Kniebeler

Derzeit allerdings wird diese Geschwindigkeit nicht erreicht. Während der Bauphase, die am 19. Oktober begann und am 7. Dezember beendet werden soll, wird den Schnellzügen auf dem Rathenower Streckenabschnitt eine Geschwindigkeitsbegrenzung verordnet, um die Bauarbeiter nicht zu gefährden. Mit maximal 120 Stundenkilometern darf die Baustelle passiert werden.

Weil das Bauvorhaben groß, die Zeit aber knapp ist, wird an mehreren Stellen gleichzeitig gearbeitet. Bis zu sechs Bohrtrupps sind nach Aussage Urbans im Einsatz, um die insgesamt 700 Pfeiler zu verankern. Danach werden die Schallschutzbohlen eingesetzt.

Mit der eigentlichen Bauzeit von sieben Wochen ist es übrigens nicht getan. Bereits Ende September begannen die vorbereitenden Arbeiten. Bagger räumten die Böschungsbereiche frei, um Platz zu schaffen für die Demontage der einzelnen Elemente. Außerdem wurden Baustraßen angelegt, um das schwere Gerät zum Ort des Geschehens zu bringen und das Baumaterial an- und abtransportieren zu können. Weil Zauneidechsen im Baustellenbereich heimisch sind, musste außerdem Ausweichhabitate angelegt werden.

Sobald die neue Wand steht, werden die Baustraßen wieder zurückgebaut. Die Monteure, viele von ihnen kommen von weit her, dürften ihren Auftrag in Rathenow bis zum Weihnachtsfest erledigt haben.

Geänderte Straßenführung

Wegen der Bauarbeiten sind die Verladestraße und die Straße „An der Bahn“ nur noch einspurig befahrbar. Der östliche Teil der Strecke wurde zur Einbahnstraße umgewandelt, auf dem westlichen Abschnitt regelt eine Ampel den Verkehr. Diese Regelung gilt bis Mitte Dezember.

 

 

Von Markus Kniebeler

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