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Havelland Rathenows älteste Optik-Firma vergrößert sich
Lokales Havelland Rathenows älteste Optik-Firma vergrößert sich
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00:28 24.12.2015
Geschäftsführer Stefan Scharnbeck (stehend) mit Alexander Schmack an einem Messmikroskop. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Nein, eine größere Feier ausrichten wollte Geschäftsführer Stefan Scharnbeck dieses Jahr nicht. Die Scharnbeck Optik GmbH in Rathenow hätte durchaus einen Grund gehabt, 2015 ihr 120-jähriges Bestehen festlich zu begehen – immerhin ist sie die älteste noch immer produzierende Firma der Optik-Branche in Rathenow, der Stadt der Optik. „Wir haben doch bald unser 125-jähriges Bestehen“, erklärt Stefan Scharnbeck kurz, „dieses Jubiläum werden wir wieder feiern.“ Man merkt: Hier wird in größeren Zeitabschnitten gedacht. Karl Scharnbeck hatte die Firma 1895 gegründet, er ist der Urgroßvater des heutigen Geschäftsführers.

„Spezialwünsche und Spezialanfertigungen sind unser Metier“, sagt Stefan Scharnbeck, „bei uns ist alles Einzelfertigung, wir machen keine Massenproduktion.“ Das Unternehmen fertigt Spezialbrillen mit besonderen Abmessungen an, die beispielsweise für außergewöhnlich große Nasen passen oder sehr lange Bügel haben. Die Scharnbeck GmbH repariert außerdem Brillen aller Metalllegierungen, bis hin zum Lasern von Titan. Ihr Hauptgebiet sind Farbbeschichtungen von Metallfassungen. Das ist ein weites Feld, schließlich sind Materialien und Farben den ständig wechselnden Moden anzupassen. Die Firma hat Kunden in der ganzen Bundesrepublik, auch in Österreich, Frankreich und den Benelux-Ländern.

Kenner der Geschichte wissen, dass die Firma Scharnbeck während ihrer 120 Jahre nicht immer in Familienhand gewesen sein kann. 1972 gaben Partei- und Staatsführung der DDR die Devise aus, im ganzen Land die letzten privaten Betriebe in „Volkseigentum“ umzuwandeln. Zu schlechten finanziellen Bedingungen musste auch die Firma Scharnbeck an den Staat verkauft werden. Sie wurde später eingegliedert in den großen volkseigenen Betrieb Rathenower Optische Werke „Hermann Duncker“. Es war dann Hans Scharnbeck, Enkel des Gründers, der noch zu DDR-Zeiten im August 1990 die Rückübertragung beantragte. Zusammen mit seinem Sohn Stefan hat er 1991 die Scharnbeck Optik GmbH gegründet. Zu Zweit nahmen sie dort die Arbeit auf. Stefan Scharnbeck war zudem 1989 in Potsdam als Augenoptiker in die Selbstständigkeit gegangen.

Es begann 1895 in der Bergstraße

Gegründet wurde die Firma 1895 von Karl Scharnbeck.

Sie befand sich zu Beginn in der Bergstraße, später in der Jägerstraße (heute Goethestraße) und ist seit 1932 in der Paracelsusstraße.

Die Chefs waren Karl Scharnbeck, Georg Scharnbeck (seit 1918), Hans Scharnbeck (seit 1969 und erneut seit 1991) sowie Stefan Scharnbeck (seit 1991).

1972 wurde die Firma durch einen Zwangsverkauf enteignet.

Am 2. August 1990 beantragte Hans Scharnbeck die Rückübertragung, die dann 1991 erfolgte.

Im Sommer dieses Jahres hat Stefan Scharnbeck nun mit dem Aufbau eines neuen Standbeins für seine Rathenower Firma begonnen, indem er die Einschleifwerkstatt des Essilor-Konzerns übernahm, als dieser seine Produktion am Hasenweg in Rathenow beendete. Auch einen Teil des dazu gehörigen Personals hat er eingestellt. Deren Spezialität ist das Einschleifen (also Passendmachen) von Brillengläsern in Fassungen für Augenoptiker und die Glasindustrie. „Ein normaler Augenoptik-Betrieb kann so etwas nicht leisten“, erklärt der Chef, „für ihn wäre der erforderliche Maschinenpark zu groß.“ Die Scharnbeck GmbH erweitere durch die Einschleifwerkstatt ihr Service-Angebot auf ideale Art.

Stefan Scharnbeck führt nicht allein den Familienbetrieb in der Paracelsusstraße 7. Er hat auch noch drei Augenoptiker-Geschäfte in Potsdam, eines in Werder und eines in Rathenow. Alles zusammen genommen, ist er verantwortlich für 40 Beschäftigte. In der traditionsreichen Optik GmbH sind es derzeit 15. „Ich bin sehr stolz, dass ich unsere Firma weiterführen kann“, gibt er zu. Er habe noch gut vor Augen, wie glücklich sein nun schon verstorbener Vater gewesen sei, als er 1991 die Firma neu gegründet hatte. Hans Scharnbeck sei der Inhaber gewesen, als diese 1972 enteignet wurde und nun war sie wieder zurück als Familieneigentum.

Von Bernd Geske

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