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Schauspielerin fühlt sich in Mögelin zuhause

Wahlheimat Havelland Schauspielerin fühlt sich in Mögelin zuhause

Seit einem Jahr lebt Laurin Singer im Havelland. Vielen dürfte ihr Gesicht inzwischen bekannt sein. Die junge Frau mischt sich gern unters westhavelländische Volk. Die wilde Natur hat die gebürtige Schwäbin, die als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin arbeitet, ins Havelland gelockt. Das ist aber längst nicht alles, was ihr hier gefällt.

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Schauspielerin Laurin Singer zog von Bamberg ins Havelland. Die gebürtige Schwäbin sagt, dass sie sich hier zu Hause fühlt.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Mal ist sie als Schauspielerin auf der Bühne zu sehen, mal moderiert sie oder liest oder ist selbst Gast eines Konzerts, einer Diskussionsrunde oder eines Festes. Wer mit Laurin Singer ins Gespräch kommt – und das ist dank ihrer aufgeschlossenen Art wirklich einfach – hört schnell, dass ihre Wurzeln nicht im Havelland, sondern im Süden des Landes liegen. In Ulm wurde sie geboren, aufgewachsen ist sie in der Schwäbischen Alb.

Es ist ihr Heimatdialekt der sie enttarnt. Umso mehr freut sich Laurin Singer, über das – wie sie sagt – bisher schönste Kompliment: „Du passt richtig gut hierher.“ Das die Schwäbin ins Havelland passt, kommt nicht von ungefähr. Als sie nach einem Germanistik-Studium in Bamberg nach Berlin ging um Schauspiel zu studieren, entdeckte sie die Region und kommt seither nicht mehr von ihr los. „In einer Datsche am Beetzsee habe ich mich damals intensiv auf meine Rollen vorbereitet, weil ich hier in der Natur einfach immer gut arbeiten konnte“, erzählt Laurin Singer. Selbst als sie wieder nach Bamberg ging, zog es sie regelmäßig in die Datsche nach Ketzür, wo sie Arbeit und Erholung perfekt kombinieren konnte. „Das Wilde dieser Gegend setzt bei mir Kreativität frei“, erklärt sie.

„Das havelländische Publikum lässt sich berühren“

Als sie beschlossen hatte, nicht nur Auszeiten im Havelland zu verbringen, sondern hier zu leben, wurde sie in Mögelin fündig. Ein nettes Dorf mit hilfsbereiten Nachbarn, so Singer. Von hier aus arbeitet sie nun und reist für viele Projekte durch die Republik. Immer wieder füllen auch Aufträge in und um Rathenow ihren Kalender.

„Ich dachte, ich ziehe aufs Land und für Kultur muss ich nach Berlin. Dass es aber hier vor Ort so viel gibt und dass das Interesse der Menschen für Kultur so groß ist, damit habe ich nicht gerechnet. Das ist wirklich toll.“ Gern erinnert sie sich an Termine wie ihre Lesung in der Döberitzer Dorfkirche im April. Wer kommt schon zu einer Lesung in ein so kleines Dorf, dachte sie damals und war überwältigt, als das Gotteshaus plötzlich aus allen Nähten platzte. „Das havelländische Publikum lässt sich berühren und die Menschen reden sogar über das Erlebte. Das habe ich nicht immer so erlebt.“

„Hier darf man so sein, wie man ist.“

Neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin lässt sich Laurin Singer derzeit zur Familienbegleiterin ausbilden. Sie möchte ehrenamtlich für einen Hospizdienst arbeiten. Eine Art Ersatz für die Telefonseelsorge, die sie über viele Jahre in Bamberg geleistet hat. Über das Ehrenamt und die verschiedenen Flüchtlingsinitiativen hat sie in Rathenow und Umgebung bereits viele Kontakte knüpfen können. Ideen für Projekte vor Ort gibt es schon einige. Zum Beispiel plant sie mit dem Kulturförderverein Mark Brandenburg eine Reihe „Toleranz in Wort und Klang“, zudem es soll ein Theaterprojekt im Luther-Jahr 2017 geben und auch ein Schulprojekt strebt Laurin Singer an.

Sich im Havelland einzuleben sei eigentlich nicht schwer. „Schnell ist man in ein nettes Gespräch beim Einkaufen verwickelt, die Menschen sind offen und herzlich und sie haben einen ganz speziellen Humor“, sagt Laurin Singer. Sie liebt es beim Bäcker Gesprächsfetzen aufzuschnappen und so das Gemüt der Havelländer kennenzulernen. Erst neulich brachte sie ein Herr zum Lachen, als er einer Bulldogge den Weg mit den Worten „Katze, komm rinn“ wies. Es sind aber auch der weite Himmel, das viele Wasser, die Natur und die Nähe zu Berlin, die die Wahl-Havelländerin an ihrem neuen Zuhause schätzt. Hier, sagt sie, darf man so sein, wie man ist.

Von Christin Schmidt

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