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Havelland Schimmel in der Kita: Jetzt machen die Eltern Druck
Lokales Havelland Schimmel in der Kita: Jetzt machen die Eltern Druck
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00:38 30.04.2018
Die Kita „Birkenwichtel“ hat ein Schimmelproblem. Die Gemeinde fordert vom Architekten jetzt Schadenersatz. Quelle: Vivien Boche
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Brieselang

Viele Eltern, die ihre Kinder in der kommunalen Kita „Birkenwichtel“ in Brieselang betreuen lassen, haben die Nase voll. Sie wollen endlich, dass die Schimmelsanierung in der Einrichtung beginnt, damit bald wieder eine vernünftige Betreuung erfolgen kann. Denn momentan sind zwei Räume, in denen die Jüngsten betreut wurden, komplett gesperrt. Seit August/September 2017 geht das jetzt so.

Elternschreiben wurde überreicht

„Wir möchten, dass die Gemeinde Druck verspürt“, sagt Anja Walzer. Sie war mit fünf weiteren Müttern und Vätern zur Gemeindevertretersitzung gekommen. Mit dabei auch Janine Weber, die Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) ein Elternschreiben mit mehr als 70 Unterschriften überreichte. Sie kritisiert unter anderem die Informationspolitik der Gemeinde.

Die hatte zwar regelmäßig im Kita-Ausschuss zum Stand der Vorbereitungen und Arbeiten berichtet. „Es hätte von Anfang an Elternbriefe geben müssen.“ Sie will auch unbedingt das nächste Gutachten zur Luftschadstoffmessung einsehen und wöchentlich Informationen zum Stand der Dinge abfordern.

Erst jetzt luftdicht verschlossen

Janine Weber monierte zudem dass die betroffenen Räume erst in dieser Woche luftdicht verschlossen wurden, obwohl die Situation schon lange besteht. Eine weitere Kritik richtet sich darauf, dass die Gemeinde noch keine Nägel mit Köpfen gemacht hat, was die Anmietung von Containern als Übergangslösung während der Sanierung betrifft.

Wie berichtet, wurde im August 2017 Schimmel im Sockelbereich zweier Räume des 2010 erbauten Hauses entdeckt. Ein Ingenieur stellte fest, dass wegen einer mangelhaften Abdichtung Feuchtigkeit zwischen Bodenplatte und Bodenaufbau eindringt. So ist eine Sanierung nötig. Die Außenabdichtung hat bereits begonnen, ist zur Hälfte abgeschlossen. Derweil müssen die Kinder zusammenrücken.

Befürchtung wegen möglicher gesundheitlicher Gefährdung

Eine große Sorge der Eltern ist, dass ihre Kinder trotz bestimmter Maßnahmen gesundheitlich gefährdet sein könnten. Diese Sorge versuchte Garn zu zerstreuen: „Laut Gesundheitsamt gibt es keine Gefahr. Es sind keine anderen Maßnahmen als bisher nötig.“

Der Bürgermeister räumte ein, dass es bei der Abdichtung der Räume zu einer Panne gekommen ist, Dies hätte schon lange erledigt sein müssen. Auch die jetzt erfolgte Ausschreibung der Container hätte schon zwei bis drei Wochen eher geschehen können. Grundsätzlich meint er aber: „Wir haben auf das Sanierungskonzept gewartet. Ich muss ja wissen, was will ich ausschreiben. Hier geht’s nicht ums Geld.“ Er bot den Eltern weiterhin unbürokratische Akteneinsicht an.

Alle Kinder können nicht in Container umziehen

Alle 130 Kinder übergangsweise in Containern zu betreuen, schließt er als unpraktikabel aus. „Wir würden keine Lösung hinbekommen.“ Es werde nur für 60 bis 70 Kinder möglich sein, und zwar auf dem Gelände selbst. Die Anregung der Eltern, die Neuaufnahme von Kindern im Herbst auszusetzen, um die Platzsituation zu entkrampfen, lehnt unter anderem Michael Koch (CDU) ab: „Wir haben eine angespannte Kitaplatz-Situation.“

Die Sanierung soll laut Gemeinde eventuell bis Ende 2017 abgeschlossen sein, spätestens aber in zwölf Monaten. Voraussetzung ist jedoch, dass zeitnah Baufirmen gefunden werden. Eltern sagten zu, die Gemeinde bei der Suche gegebenenfalls zu unterstützen. 150 000 Euro sind für die Sanierung im Haushalt eingestellt.

Schimmel auch in der Kita „Zwergenburg“

Vor Kurzem bekam die Gemeinde auch von einem weiteren Schimmelproblem in der Kita „Zwergenburg“ Kenntnis. Diese wird vom freien Träger Fröbel gGmbH betrieben. Nach Auskunft von Fachbereichsleiter Thomas Lessing sei ein Feuchteschaden am Zulaufrohr eines Kinder-WCs die Ursache.

Als die Firma anrückte, habe sie hinter der Verkleidung Flecke festgestellt, bei denen es sich um Schimmel handelt. „Acht WCs und damit mehr als die Hälfte sind jetzt gesperrt“, so Lessing. Entsprechende Informationen habe die Gemeinde an das Gesundheitsamt und das zuständige Ministerium gesandt. „Wir gehen davon aus, dass der Träger die Schadensbeseitigung vornimmt“, sagt Lessing.

Von Andreas Kaatz

Um den südlichen Bereich von Brieselang in Zukunft von Lärm zu entlasten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. So sind unter anderem der Bau eines Lärmschutzwalles oder einer Lärmschutzwand möglich. Fest steht zudem, dass die L 202 verlegt wird.

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