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Schloss Hohennauen: Der Schandfleck im Dorf

Gemeinde prüft Kauf Schloss Hohennauen: Der Schandfleck im Dorf

Die Gemeinde Seeblick erwägt, das alte Schloss in Hohennauen zu erwerben. Eine solche Möglichkeit prüft das Amt Rhinow derzeit für die Gemeinde. Entschieden ist noch nichts. Eine Entscheidung bedarf noch vieler Klärungen und Abwägungen, sagte Amtsdirektor Jens Aasmann jüngst bei Gesprächen zur weiteren touristischen Entwicklung des Dorfes.

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Das Schoss ist dem Verfall preisgegeben. Im vergangenen Jahr richtete zudem ein Sturm Schäden an.

Hohennauen. Die Gemeinde Seeblick erwägt, das alte Schloss in Hohennauen zu erwerben. Eine solche Möglichkeit prüft das Amt Rhinow derzeit für die Gemeinde. Entschieden ist noch nichts. Eine Entscheidung bedarf noch vieler Klärungen und Abwägungen, sagte Amtsdirektor Jens Aasmann bei Gesprächen zur weiteren touristischen Entwicklung des Dorfes in der vergangenen Woche. Klar sei aber, dass die Gemeinde nur einen sehr geringen Betrag bis maximal 10 000 Euro zahlen würde für das alte Schloss.

Finanziell belastet ist das Objekt mit 5000 Euro. Der Landkreis hat für das Geld dringend erforderliche Sicherungsmaßnahmen am Objekt vornehmen lassen, Eingangstüren und Fenster wurden zugemauert, Absperrungen vorgenommen. Das Schloss ist zum Schandfleck des Dorfes geworden. Deshalb müsse etwas geschehen, sagt Bürgermeister Ulf Gottwald im Wissen um eine heikle Gesamtproblematik.

Belastet mit 5.000 Euro

Die Ruine würde die Gemeinde von einer seit Jahren nicht mehr handlungsfähigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung kaufen. Das Unternehmen ist pleite. Zum Anwesen gehört ein Park mit vielen alten und auch seltenen Bäumen. Die Hälfte des Parks gehört zum Schloss. Eigentümerin der anderen Hälfte ist die Gemeinde. Der Park ist in den letzten Jahrzehnten ebenfalls zunehmend verwildert. Zudem haben 2015 schwere Windböen Bäume umgeknickt und weitere Schäden angerichtet. Als Eigentümerin der gesamten Anlage könnte sich die Gemeinde um Aufräumarbeiten und Sicherungsarbeiten bemühen.

Auf Burgmauern gebaut

Auf den Grundmauern einer alten Burg baute Johann Gottfried von Rauchhaupt um 1700 ein Herrenhaus als Fachwerksgebäude.

Der Bau wurde später ergänzt und bildetet den Westflügel des Schlosses.

Unter der Herrschaft von Hans Ehrenreich von Bornstedt, der die Enkelin von Gottfried von Rauchhaupt geheiratet hatte, wurde das Schloss 1778 umgestaltet und später teilweise verputzt.

1928 wurde das Anwesen abermals verändert erhielt den Mittelrisalit.

Zu DDR- Zeiten wurde das Schloss bis 1988 als Schule genutzt.

Der Erwerb des alten Schlosses würde für sie einem gewissen Rückkauf gleichkommen. Das Schloss war schon einmal kommunales Eigentum. Anfang der 1990er Jahre verkaufte Hohennauen als damals noch selbstständige Gemeinde das Schloss an Gerhard Hohn, selbstständigen Unternehmensberater aus Berlin. Er hatte Großes vor mit dem Gebäude, as zu DDR-Zeiten bis 1988 als Schule genutzt wurde.

Schon einmal kommunales Eigentum

Er wollte das denkmalgeschützte Schloss sanieren und daraus eine touristische Bildungsstätte mit Unterkünften machen. Bis auf einige Ausbesserungen am Dach ist jedoch nichts passiert. Stattdessen wurde aus dem rund 300 Jahre alten Schloss ein schäbiges Anwesen. Das Dach der Dreiseitenflügelanlage ist mittlerweile eingefallen. Im Innenhof wuchern Bäume und Sträucher.

Das alte Schloss ist einem Dornröschenschlaf verfallen, aus dem es wohl niemand mehr wach küssen wird. Die Gemeinde auch nicht. Ihr würde in letzter Instanz wohl nur die Aufgabe zufallen, dafür zu sorgen, das alte Schloss aus dem Dorfbild verschwinden zu lassen. Ob das denkmalgeschützte Schloss – durch wem auch immer – den Erboden gleich gemacht werden darf oder seinem endgültigen Zerfall preisgeben bleiben muss, dürfte Teil der Vorprüfungen für eine kommunale Entscheidung sein. Von einer eventuellen Zukunft des Anwesens als saniertes Schloss zu träumen, würde jedenfalls einer Illusion gleichkommen.

Von Norbert Stein

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