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Havelland Schloss Wagenitz war des Öfteren Ziel von Einbrechern
Lokales Havelland Schloss Wagenitz war des Öfteren Ziel von Einbrechern
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09:26 02.07.2013
Das Wagenitzer Schloss, das heute nicht mehr existiert, zog immer wieder Übeltäter an.  Quelle: REPRO: HORST WEIKERT
HAVELLAND

So wurde im Juli 1922 gewaltsam in die Erbgrabstätte des Freiherrn von Bredow auf Wagenitz eingebrochen. Die Täter durchstießen eine steinstarke Wand der Gruft, bevor sie dann den schweren steinernen Deckel eines Sarkophags zur Seite schoben. Darin fanden sie einen zweiten Sarg aus Zink, in den die Räuber ein Loch schlugen. Offenbar vermuteten sie dort wertvolle Gegenstände, was jedoch nicht der Fall war.

In der Nacht zum 9. November 1920 hatten es Diebe auf das Schloss Wagenitz abgesehen. Dort brachen sie mehrere Schränke auf. Was ihnen an Wäsche gefiel, nahmen sie mit. Zum Beutegut gehörten auch sehr wertvolle Pelze. Wie die Polizei feststellen konnte, traten die Diebe immer dreister auf, doch habhaft ist man der Bande bisher nicht geworden.

Vielleicht waren es sogar die selben Täter, die nur einen Monat später, in der Nacht zum 8. Dezember in den Vorratskeller des Schlosses der Familie von Bredow in Wagenitz eingedrungen sind. Und das, obwohl das Gebäude von einem Wächter bewacht wurde. Es gelang den Dieben, die sich übrigens in dem Gebäude besonders gut ausgekannt haben müssen, durch ein Fenster des Vorratskellers einzusteigen. Hier griffen sie ordentlich zu. Sie nahmen zwei Schinken, Gänsefleisch, etwa 300 Eier und ungefähr 20 mit Obst gefüllte Weckgläser mit. Die Täter konnten erneut nicht ermittelt werden, jedoch fand die Polizei eine heiße Spur. Leere Gläser und Eierschalen säumten einen Weg.

Ein raffinierter Diebstahl ereignete sich am 1. November 1920 im Pfarrhaus zu Haage. Seit Oktober des Jahres arbeitete beim Pfarrer ein Dienstmädchen, das vom Arbeitsamt in Rathenow vermittelt worden war. Es kam mit besten Zeugnissen. Doch als der Hausherr und seine Frau verreisten, zeigte das Mädchen sein andere Seite. Es nutzte nämlich die Gunst der Stunde, um alles an Wäsche, Kleidungsstücken und anderen Gegenständen zu entwenden. Außerdem schlug die junge Frau aus einer verschlossenen Truhe, die auf dem Boden stand, mit einer Axt den Boden heraus. Doch ihre Hoffnung auf Wertgegenstände erfüllte sich nicht. In der Truhe waren nur wichtige historische Dokumente der Kirche, die sich nicht zu Geld machen ließen.

Glücklicherweise kam ein Sohn der Pastorenfamilie wenig später nach Hause. Er fand das Haus verschlossen vor, gelangte aber doch hinein und sah die Bescherung. Sofort machte er sich auf den Weg zur Kleinbahnstation Haage. Dort gelang es ihm, die Diebin in Gesellschaft einer Anzahl von Schnittern, die ihr tragen halfen, zu fassen und ihr die Beute abzunehmen. Allerdings handelte es sich nur noch um die Hälfte der gestohlenen Sachen. Die andere Hälfte hatte die Diebin bereits an Schnitter, die in Senzke wohnen, verkauft. Die Diebin flüchtete schließlich im Schutz der Dunkelheit.

Zu einem Einbruch in das Bootshaus des Grafen von Bredow am Klessener See kam es am 7. August 1920. Der Graf persönlich erwischte den Täter gegen 4 Uhr morgens. Er kam gerade von einem Pirschgang und wollte im Bootshaus noch ein wenig Rast machen, als er den Einbrecher aus dem Fenster steigen sah. Mit vorgehaltener Flinte verhinderte der Graf die Flucht und sperrte den Übeltäter mit Hilfe des Jägers in das hiesige Spritzenhaus ein. Das Fahrrad des Mannes und dessen Beute – Fanggeräte, Bestecks, Tassen und diverse Kleinigkeiten im Gesamtwert von 1000 Mark – wurden in einem Nebenraum untergestellt. Als man jedoch nach einiger Zeit sehen wollte, wie es dem Eingesperrten geht, fehlte von diesem jede Spur. Auch das Diebesgut und das Fahrrad waren nicht mehr auffindbar. Doch der Einbrecher konnte sich seiner Freiheit nicht lange erfreuen. In Rathenow wurde er wenig später festgenommen.

Ein Mordfall beschäftigte die Polizei im April 1922. Nahe dem Acker des Bauern Repke aus Senzke fand man am 22. des Monats eine Leiche, die jemand im Sand verscharrt hatte. Der Friesacker Polizeibetriebsassistent Hertwieg erschien mit seinem Hund Bello, der sofort die Spur zu den Tätern aufnahm. In einem nahen Roggenfeld stieß er auf das Tatwerkzeug, einen zerbrochenen Spazierstock. Die Spuren in der Sandgrube deuten auf drei Personen hin, die an einem Feuer gesessen haben müssen. Die Leiche weist Stockschläge und Würgemale an der Schläfe und am Hals auf. Bei dem Toten handelte es sich augenscheinlich um einen Handwerksburschen. Als Täter kamen zwei junge Leute in Frage, die laut den Polizeiermittlungen am Freitagabend durch Wagenitz gezogen waren.

Eine Schreibtischuhr aus Marmor im Wert von etwa 300 bis 400 Mark sowie Bettwäsche, Handtücher und Servietten mit Signierung ( C.E. ) fielen Einbrechern am 15. Oktober 1921 im Schloss Briesen in die Hände. Die Polizei forderte aus Berlin einen Spürhund an. Der Vierbeiner konnte die Spur bis zum Haager Kleinbahnhof verfolgen. Somit liegt die Vermutung nahe, dass die Übeltäter mit der Bahn nach Rathenow oder Nauen geflohen sind.Der Inspektor des Freiherrn auf Wagenitz erhielt am 5. November 1923 die Nachricht, dass sich an der hiesigen Schnitterkaserne Gesindel aufhält, das anscheinend die kommende Nacht zum Diebstahl nutzen will. Er informierte sofort den Wirtschaftsleiter und dieser wiederum die Polizei. Der Wirtschaftsleiter begab sich sofort zur Kaserne. Dort angekommen, wurde er plötzlich von zwei Schüssen getroffen. Die Täter flüchteten und ließen den Wirtschaftsleiter mit einer Kopfverletzung liegen. Der Verletzte kam ins Krankenhaus nach Rathenow. 

Von Horst Weikert

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