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Schluss mit lustig auf Dallgows Straßen

Verkehrsentwicklungsplan Schluss mit lustig auf Dallgows Straßen

Wenn es einen Satz gab, den Planer Jochen Richard den Dallgowern bei der Vorstellung des Verkehrsentwicklungsplans mit auf den Weg geben wollte, dann diesen: Alles hängt mit allem zusammen. „Bislang hat man in der Gemeinde immer sehr lokal und situationsabhängig gehandelt , ohne Blick für das große Ganze“, sagte er. Mit dem neuen Plan soll sich das ändern.

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Die Wilmsstraße ist eine der meist befahrenen Straßen in Dallgow. Viele sind hier zu schnell unterwegs.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Dallgow-Döberitz. Wenn es einen Satz gab, den Planer Jochen Richard den Dallgowern am Mittwochabend bei der Vorstellung des Verkehrsentwicklungsplans für die Gemeinde mit auf den Weg geben wollte, dann diesen: Alles hängt mit allem zusammen. Und er nannte auch gleich ein Beispiel: Eine Optimierung des Knotenpunkts Wilmsstraße/B 5 könnte zwar zu weniger Rückstau führen – wäre aber womöglich kontraproduktiv zu dem Ziel Durchgangsverkehr vor allem aus Falkensee zur Bundesstraße zu vermeiden. „Bislang hat man in Dallgow immer sehr lokal und situationsabhängig gehandelt , ohne Blick für das große Ganze“, sagte Jochen Richard.

Das soll sich mit dem neuen Verkehrsentwicklungsplan ändern. Bevor die Gemeindevertretung über das fast 250 Seiten starke Papier abstimmt, voraussichtlich im September, wurden die Bürger bereits frühzeitig eingebunden. Allerdings nutzten nur wenige die Gelegenheit Fragen zu stellen und Anregungen loszuwerden – „erschreckend wenige“, fand nicht nur Politiker Sven Richter (CDU).

Dallgow habe mittlerweile durch die vielen Zuzüge fast die Größe einer Stadt erreicht, so Jochen Richard, das Verkehrsnetz entspreche jedoch vielerorts noch dem einer Siedlung. „Überall dort, wo relativ viel Verkehr auf diese Siedlungsstruktur trifft, gibt es Probleme“, sagte er. Zum Beispiel in der Bahnhofstraße: Diese war ursprünglich als Verbindung zwischen dem Dorf und dem Gemeindezentrum gedacht, doch mittlerweile wohnen dort immer mehr Menschen. „Dort stoßen sie langsam an die Grenzen des Wachstums“, sagte Richard.

Rund 20 Prozent des Verkehrs in Dallgow entfällt auf den Binnenverkehr, der zumindest zum Teil auf das Fahrrad ausweichen könnte. Etwa 35 Prozent sind Durchgangsverkehr, fast ausschließlich aus Falkensee. „Sie müssen dafür sorgen, dass es keinen Spaß mehr macht die Strecke durch Dallgow zu nehmen“, riet Jochen Richard. Allein auf der viel befahrenen Wilmsstraße könnte so jedes vierte Fahrzeug verlagert werden.

Ein Mittel sind zusätzliche Tempo-30-Zonen. Bislang gebe es noch zu viele „nicht nachvollziehbare Flecken“ in den Wohnbereichen, in denen schneller gefahren werden darf, so Jochen Richard. Doch selbst dort, wo Tempo 30 herrscht, etwa in der Trift-Siedlung, hält sich nicht jeder daran, wie Anwohnerin Gisela Rademacher beklagte. Mancherorts sind deshalb auch bauliche Veränderungen vorgesehen.

Auch wenn es den Planern um das große Ganze geht, wurden einige Stellen sehr detailliert behandelt, etwa die Ortsdurchfahrt in Seeburg. Auf der L 20 rasen einige Autofahrer mit 130 Stundenkilometern durchs Dorf, erlaubt sind nur 50. Für ausbremsende Maßnahmen müsste jedoch der Landesbetrieb Straßenwesen zustimmen. Bis zum 15. Juni können die Bürger noch Anregungen einschicken. Der Plan ist auf der Internetseite der Gemeinde einsehbar.

Von Philip Häfner

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