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Havelland Schmuckdiebstahl in Logistikunternehmen
Lokales Havelland Schmuckdiebstahl in Logistikunternehmen
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21:20 13.09.2016
Das Amtsgericht in Nauen. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Daniel Schröder* konnte nicht widerstehen, es war wohl zu verlockend. Er hatte im August 2014 in einem havelländischen Logistikunternehmen angefangen und sofort Zugang zu den Bereichen mit wertintensiven Artikeln. Dazu gehörten unter anderem Schmuck, Uhren und Handys. Schnell hatte er den Bogen raus, wusste, wie er Ketten und Ringe aus den Behältnissen nehmen konnte, ohne dass es trotz Überwachungskameras gleich auffiel. Er nahm das Diebesgut mit nach Hause, verkaufte es bei türkischen Juwelieren in Berlin.

Nach zwei Wochen kam die Sache raus und er nicht mehr aufs Firmengelände. Zwei Jahre später musste sich Schröder nun vor Gericht verantworten. An insgesamt fünf Tagen soll er seine Beutezüge während seiner Arbeitszeit gemacht haben, warf ihm jetzt der Staatsanwalt in der Verhandlung am Nauener Amtsgericht vor. 101 Artikel wie Ringe, Armbänder oder Ketten soll Schröder entwendet haben. Dabei ist ein Schaden von rund 13 500 Euro entstanden. Angeklagt war der 29-Jährige aber auch, weil er Anfang September auf der B 5 am Steuer seines Opels ohne Fahrerlaubnis erwischt worden war – und das, nachdem er drei Monate zuvor gerade erst wegen des gleichen Delikts vom Amtsgericht Tiergarten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war.

Der Angeklagte zeigte sich geständig. „Es ist soweit richtig“, räumte er ein. Allerdings treffe dies nicht auf Uhren und Handys zu, denn die hätte er nicht unbemerkt aus der Halle bekommen können, behauptete der Berliner. Das Unternehmen habe Metalldetektoren als Vorsichtsmaßnahmen eingerichtet, bei Schmuck indes würden diese nicht anschlagen.

Dass Schröder in dem Logistikunternehmen aufgeflogen war, hatte auch damit zu tun, dass die Sicherheitsabteilung der Firma ihm auf die Schliche gekommen war. Denn er hatte Artikel zusammengestellt, für die kein Auftrag vorlag – sprich, es gab keinen Kunden, der diese Waren bestellt hatte.

Wie er überhaupt auf die Idee gekommen sei, wollte der Vorsitzende Richter wissen. „Es war eine extreme Zeit, in der ich nicht zurecht gekommen war, meine Scheidung stand bevor“, versuchte der Angeklagte zu erklären, der schon auf ein reichhaltiges Vorstrafenregister zurückblicken kann, insbesondere aus der Jugendzeit. Er habe 2014 in einem Männerwohnheim gelebt. „Es war der dumme Neid. Viele dort hatten Geld, ich wollte mit dazu gehören. Ich war nicht ich selbst.“ Aus der Zeit resultierten auch Internetbetrügereien. Dafür war er nach mehreren Monaten in Untersuchungshaft im Frühjahr dieses Jahres von einem Augsburger Gericht zu einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden – auf Bewährung, weil der damals Wohnungslose sich gestellt und bei der Aufklärung mitgeholfen hatte. Mittlerweile hat er eine Arbeit, die ihm Spaß macht. Er ist verlobt, will wieder heiraten.

„Für ihn geht es jetzt um alles oder nichts“, meinte sein Anwalt, der für eine Bewährungsstrafe plädierte. Am Ende folgte das Amtsgericht aber dem Antrag des Staatsanwaltes, den Anklagten zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren zu verurteilen – ohne Bewährung. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht und auch überlegt, ob noch einmal eine Bewährung möglich ist“, so der Richter, der Zweifel hat, ob ihn die Haft – trotz positiver Ansätze in seinem Leben – geläutert hat. „Man könnte böswillig sein und sagen, Sie haben dort nur angefangen, um zu stehlen.“

Der Staatsanwalt, der sich wunderte, dass Schröder bei seiner Einstellung kein Führungszeugnis vorweisen musste, sagte zum Strafmaß: „Sie haben sich einfach zu viel erlaubt. Mehr nach unten geht nicht.“ Dass der Angeklagte kurz nach Verurteilung wieder ohne Führerschein Auto gefahren ist, bezeichnete er als „Verhöhnung des Gerichts“. (*Name geändert)

Von Andreas Kaatz

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