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Schock-Fotos auf Zigarettenschachteln kommen

Weltnichtrauchertag Schock-Fotos auf Zigarettenschachteln kommen

Schockmotive auf Zigarettenschachteln kommen in einigen Wochen auch in Deutschland in die Regale. Dass die neue EU-Richtlinie jedoch die Lust am Rauchen weiter eindämmt, glaubt zumindest in einem kleinen Falkenseer Kiosk niemand so recht. Die MAZ wünscht einen schönen Weltnichtrauchertag.

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Künftig verdecken kleine Karten die Schreckensbilder auf den Zigarettenschachteln im Laden von Ulrike Schulz.
 

Quelle: Laura Sander

Falkensee.  Noch wirken die Regale in Ulrike Schulz’ Falkenseer Kiosk harmlos. Doch schon bald zieren Schockmotive Zigarettenschachteln – das Tabakregal wird zur Horrorshow. Mit Raucherbeinen, zerfressenen Lungen oder schwarzen Zahnstümpfen sagt die Europäische Union dem Rauchen den Kampf an. Die neue Tabakrichtlinie greift seit dem 20. Mai auch in Deutschland. Künftig müssen Hersteller zwei Drittel ihrer Verpackungen mit den großformatigen Horrorbildern versehen – sowohl auf der Vorder- als auch der Rückseite. 14 verschiedene Motive sollen vor allem junge Menschen abschrecken. Bis die neuen Packungen jedoch in die Läden kommen, können noch einige Wochen vergehen, da Hersteller bereits produzierte Ware noch ein Jahr lang verkaufen dürfen.

Plastikkärtchen gegen den Schock

Ulrike Schulz ist auf das Eintreffen der ersten Horrorpackungen vorbereitet. Montagvormittag bekam die 49-Jährige kleine Plastikkärtchen für ihre Regale geliefert, die die Schreckensbilder künftig verdecken. „Es kommen ja schließlich auch Kinder in den Laden – die sollen ja nicht gleich einen Schock bekommen“, so die Falkenseerin, bei der sich das Verständnis für die Abschreckungsmaßnahmen in Grenzen hält. „Wenn man es genau nimmt, müsste dann auch jede Flasche Alkohol mit Warnhinweisen versehen werden, zum Beispiel Fotos von Verkehrsunfällen“, sagt Ulrike Schulz, die den kleinen Zeitungsladen in der Finkenkruger Straße vor 15 Jahren von ihren Eltern übernommen hat. „Ich denke zwar nicht, dass sich ein Raucher von den Bildern beeindrucken lässt, trotzdem bleibt abzuwarten, ob wir dadurch Einbußen haben werden“, so die 49-Jährige weiter. Die abschreckenden Sprüche, die bereits seit einigen Jahren auf die Schachteln gedruckt werden, hätten ihre Kunden nicht weiter beachtet. „Die Altersbeschränkung auf 18 Jahre hat sich damals stark bemerkbar gemacht – viel mehr als wahrscheinlich diese Schockbilder“, sagt Uwe Meier, der das Geschäft gemeinsam mit Ulrike Schulz betreibt.

Mentholzigaretten werden verboten

 Und auch Mentholzigaretten könnte es in Schulz’ Geschäft bald nicht mehr geben – sie sollen laut EU-Richtlinie bis 2020 verboten werden. Warum diese Form der Zigarette besonders schädlich ist erklärt Rauchfrei-Trainerin und Internistin in der Pneumologie der Evangelischen Lungenklinik Berlin, Verena Fasshauer: „Hersteller mischen Zusatzstoffe wie Zucker, Menthol und Lakritze in die Zigaretten, die den Geschmack und Geruch verbessern sollen oder die Reizempfindlichkeit der Atemwege reduzieren. Diese Stoffe können sich bei hohen Temperaturen in gesundheitsgefährdende Substanzen umwandeln.“ Rauchen erhöhe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Atemwegserkrankungen und Krebs. Allein 2013 starben rund 120 000 Menschen in ganz Deutschland an Folgen des Rauchens. Das seien mehr als infolge von Unfällen, Alkohol, Selbstmord und anderen Drogen zusammen, so die Ärztin.

Jeder Tag ist Weltnichtrauchertag

Dass jedoch die neue Richtlinie die Lust am Rauchen weiter eindämmen kann, bezweifelt Falkenseerin Lore Rautenberg: „Leute, die rauchen, hören damit nicht auf, weil jetzt diese Bildchen auf den Schachteln sind. Früher habe ich auch ab und zu mal geraucht, heute ist bei mir jeden Tag Weltnichtrauchertag“, lacht die 82-Jährige und steigt am Falkenseer Bahnhof in die einfahrende Regionalbahn.

Von Laura Sander

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