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Schöne Grüße aus Pausin!

MAZ-Serie: Dorfporträt Schöne Grüße aus Pausin!

In Pausin leben weniger als 1000 Einwohner, dennoch ist alles vor Ort, was der Mensch zum Leben braucht. Stolz fährt Ortsvorsteherin Bärbel Eitner auf dem Elektrofahrrad durchs Dorf und zeigt, was sich vor allem in den 1990er Jahre entwickelt hat. Ein Porträt in der MAZ-Serie „Schöne Grüße aus...“

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Willkommen in Pausin!

Quelle: Annett Lahn

Pausin. Blauer Himmel, gelbe Blätter, dunkelrote Astern – die starken Kontraste des Herbstes dominieren, als Bärbel Eitner auf ein Elektrofahrrad steigt, um die Highlights ihres Dorfes zu präsentieren. Die vitale 70-Jährige ist Pausinerin mit Leib und Seele, zudem seit 1991 Ortsbürgermeisterin und seit 2003 Ortsvorsteherin. Seither kämpft sie mit Knowhow und Willensstärke für die Entwicklung des Angerdörfchens, das sich in den vergangenen 25 Jahren mächtig heraus geputzt hat.

Start der kleinen Tour durch den Ort ist die Waldschule. Einheimische wie Gäste schätzen den vor 15 Jahren sanierten Bauernhof als Veranstaltungs-, Kultur- und Partyzentrum wegen seiner ländlichen Idylle, der herzlichen Atmosphäre und der wunderschönen alten Möbel. Das Gästebuch, indem sich Institutionen, Jubilare sowie frisch Vermählte verewigten, liest sich wie ein „Who is Who?“ des Havellandes. Ein Hochzeitpaar schrieb: „Fast schade, dass man nur einmal heiratet!“ Um zu entdecken, was Pausin neben den romantischen alten Bauernhäusern am Dorfanger noch alles zu bieten hat, können in der Waldschule auch Fahrräder ausgeliehen werden.

Mit dem E-Bike geht es zur Feuerwehr, die auch direkt an dem breiten Dorfboulevard liegt. Hinter der Wache befindet sich ein nagelneuer Bolzplatz – beides feste Anlaufstellen der Jugend. Davor erstrahlt die barocke Kirche. Ob Feuerwehr oder Kirche wichtiger fürs Dorfleben sind, vermag der Bärbel Eitner kaum zu sagen. Denn scheinbar hat jeder Pausiner sein Refugium. Auch die Kinder, die auf dem Spielplatz inmitten des Dorfangers ungestört toben und den sonnigen Herbsttag genießen. Die Passanten grüßen freundlich. Wer schon länger dort wohnt, wird von der Ortsvorsteherin beim Vornamen begrüßt.

Pausin: heute und gestern

Pausin wurde 1324 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist elbslawisch und bedeutet „Ort an der Höhe“.

Seit 2003 gehört das Angerdörfchen zu den sieben Ortsteilen der Gemeinde Schönwalde-Glien im Nordosten des Landkreises Havelland.

Das Dorf liegt an der Landesstraße 16, an der sich die Gliendörfer wie eine Kette aufreihen.

Derzeit leben in Pausin 850 Einwohner. Sie genießen die gut entwickelte Infrastruktur. Dazu gehören die Kita „Waldmäuse“ mit 50 Plätzen, die Verkaufstelle, ein Blumenladen, eine Speisegaststätte, eine Tierpraxis, ein Humanmediziner, ein Zahnarzt, eine Änderungsschneiderei, drei Pferdehöfe, eine Sanitärfirma und ein Baubetrieb.

Gesellschaftliches Zentrum des Ortes ist die Waldschule. Ein liebevoll sanierter Bauernhof am Dorfanger ist das Gemeinschafthaus für junge und alte Pausiner. Neben Jugendklub, Veranstaltungszentrum, Bibliothek und Tanzsaal ist die Waldschule auch Standesamt (Außenstelle Falkensee). Bis zu 80 Paare lassen sich jährlich dort trauen.

Kirchliche Trauungen werden in der frisch sanierten barocken evangelischen Dorfkirche aus dem 17. Jahrhundert direkt auf dem Anger, der schon mit vielen Hochzeitsbäumen bepflanzt ist, zelebriert. al

An der Ecke Chausseestraße kommt eine nette Frau vorbei. Es ist die Tierärztin Petra Schad. Beim Füttern der Schafe hinter ihrer Praxis erzählt sie, weshalb sie gern in Pausin lebt und zeigt danach ihre moderne Praxis, die sie seit viereinhalb Jahren betreibt.
Auf der nördlichen Seite der Landesstraße, die durch den Ort verläuft, leben besondere Haustiere. In einem großen Gehege hält Anneliese Liesegang seit drei Monaten eine ganze Herde Alpakas. „Ich habe diese Tiere schon immer geliebt“, sagt die Besitzerin. Der Besucher spürt, dass eine bedingungslose Tierliebe die Pausiner zu verbinden scheint.

Bärbel Eitner begrüßt die neuen Einwohner freundlich und hält einen Plausch mit den Damen der Nachbarschaft, die sich am Zaun sammeln.
Dann wird es höchste Zeit, sich den Jüngsten im Ort zu widmen und den Eichstädter Weg hinunter zu radeln. Am Waldrand unter Märkischen Kiefern liegt die Kita „Waldmäuse“. Seit dem Um- und Ausbau, der 1,5 Millionen Euro kostete, ist das Haus für 50 Kinder eine Musterkita gesunder und zeitgemäßer Kinderbetreuung.

Damit die jungen Familien nicht so viel Zeit verschwenden, um nach Feierabend in den Supermarkt zu fahren, gibt es in Pausin sogar eine Verkaufsstelle, die seit Jahrzehnten von Erika Nendza geführt wird. Es gibt Wurst und Fleisch frisch von der Theke, warme Brötchen, frisches Obst und Gemüse sowie eine große Auswahl an Getränken. Die Chefin sagt: „Außer Petroleum im Faß haben wir alles.“ Dieser Satz trifft wohl auf die ganze Infrastruktur des kleinen Dörfchens zu.

Den Grund dafür kennt Bärbel Eitner. Mit leuchtenden Augen erinnert sie sich die Aktivistin an die 1990er Jahre und sagt: „Gleich nach der Wende haben wir begonnen, für alles zu kämpfen und Fördermittel beantragt. Das waren ganz entscheidende Jahre. Der Gasanschluss, die befestigten Straßen und Gehwege sind heute unser Kapital.“Nun würde sie gern die Lebensbedingen für die Älteren verbessern und seniorengerechte Wohnmöglichkeiten schaffen.

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Szenen aus Pausin in der MAZ-Serie „Schöne Grüße aus...“

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Von Annett Lahn

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