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Havelland Schöner Wohnen im Plattenbauviertel
Lokales Havelland Schöner Wohnen im Plattenbauviertel
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19:50 06.11.2016
Zeichnerin Imke Schmidt brachte die Ideen des Treffens auf ihre ganz eigene Weise zu Papier – ein Protokoll der etwas anderen Art. Quelle: Philip Häfner
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Nauen

Eine Sanierung des Kinderspielplatzes am Karl-Bernau-Ring, eine neue Grünfläche auf der bisherigen Brache Ecke Feldstraße/Bredower Weg und ein Kinoangebot im Nachbarschaftscafé im Stadtbad: Das sind einige Dinge, die sich die Menschen in der Nauener Innenstadt-Ost für ihr Wohngebiet wünschen. Bei der zweiten Stadtteilkonferenz am Sonnabend fanden diese Vorschläge eine breite Zustimmung. Allerdings waren nur wenige Bewohner aus dem Plattenbauviertel der Einladung in die Aula des Goethegymnasiums gefolgt: Gerade einmal 15 Personen kamen, die meisten Stühle blieben leer. Beim ersten Treffen vor zwei Jahren waren noch knapp 50 Nauener gekommen.

„Es war diesmal nur eine kleine, aber effektive Gruppe“, so Gunther App, der im Bauamt für die Stadtentwicklung zuständig ist. Deutlich enttäuschter klangen die Worte von Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD), der sagte: „Das ganze Projekt funktioniert nur, wenn sich die Menschen auch einbringen.“

Rund 2500 Menschen leben in der Plattenbausiedlung östlich der Nauener Altstadt. Die meisten Wohnungen sind saniert, die Mieten bezahlbar. Trotzdem ist der Ruf des Viertels schlecht, auch weil dort verhältnismäßig viele Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger leben. Zudem gebe es „Gestaltungsdefizite im Gebiet“, wie Gunther App es nannte – unter anderem zu wenige Orte, an denen sich die Bewohner, jung oder alt, treffen können.

Im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ will die Stadt Nauen die Gegend deshalb weiterentwickeln. Neben der Verwaltung und dem Quartiersmanagement ist an diesem Prozess auch das Berliner Stadtentwicklungsunternehmen DSK beteiligt. „Gremien haben wir genug, jetzt wollen wir Taten sehen“, so App.

Bei der ersten Stadtteilkonferenz war 2014 die Idee eines Quartierstreffs im Stadtbad entstanden. Dieser wird nun tatsächlich umgesetzt. Am Sonnabend diskutierten die Bürger darüber, wie er mit Leben gefüllt werden kann. „Wir suchen nach Ideen, die es in Nauen sonst noch nicht gibt“, sagte Ralf Fischer vom Quartiersmanagement. Genannt wurden dann unter anderem ein gemeinsamer Mittagstisch für Senioren, Filmvorführungen und ein Elterncafé – denn direkt nebenan liegt die Kita „Kinderland“.

Der Quartierstreff soll aber erst der Anfang sein. Auch an anderer Stelle im Wohngebiet wurden Verbesserungen angemahnt, etwa auf dem Kinderspielplatz im Karl-Bernau-Ring. Als „farblos“ und „abgenutzt“ bezeichnete ihn die stellvertretende Kitaleiterin des „Kinderlands“, Babett Voigt. Wir gehen da nicht mehr gerne hin“, sagte sie. Auch Rudolf Hölscher vom Unternehmen DSK fand, der Spielplatz sehe derzeit wenig einladend aus, eher „wie Fort Knox oder die Biberburg aus ,Lederstrumpf’“. Es könne auch nicht sein, dass die Eltern wegen fehlender Bänke ihre eigenen Klappstühle mitbringen müssten, wenngleich das doch zeige, „dass die Bewohner ihr Quartier annehmen“, so Hölscher.

Für die Freifläche an der Ecke Feldstraße/Bredower Weg regte Frank Otto, der Geschäftsführer der Nauener Wohnungsbaugenossenschaft (NWG), die Schaffung einer Grünanlage an, eines „gärtnerischen Kleinods“. Auch dieser Vorschlag fand viel Unterstützung.

Im Herbst 2017 ist eine dritte Stadtteilkonferenz geplant. Bis dahin ist das Quartiersmanagement Ansprechpartner der Bewohner. „Wenn Sie ein Anliegen haben, was in Ihrem Viertel besser werden kann, kommen Sie zu uns“, sagte Ralf Fischer. Im Aktionsfonds stehen dafür jährlich 2500 Euro zur Verfügung.

Von Philip Häfner

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