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Schöner schreiben!

Rin Terada machte Göttliner Kitakinder mit der Kunst der Kalligraphie vertraut Schöner schreiben!

Normalerweise arbeitet der Rathenower Künstler Rin Terada allein. Er braucht die Ruhe und Abgeschiedenheit seines Ateliers in der Paracelsusstraße, um seine Kreativität ausleben zu können.

RATHENOW. . Gestern allerdings saß der Japaner, der seit 2009 in Rathenow lebt, nicht in seinem stillen Kämmerlein. Ins Göttliner Spatzennest hatte es ihn verschlagen, und dort ging es – der Name ist Programm – ausgesprochen lebhaft zu.

Terada war in die Kita gekommen, um mit den Kindern zu malen. Pinsel, Tusche und Papier hatte er mitgebracht. Und jede Menge Wissen über die Kunst des schönen Schreibens – denn nichts anderes bedeutet Kalligraphie.

Das hört sich alles reichlich kompliziert an. Aber das scherte die Kinder wenig. Nachdem Terada die Pinsel verteilt hatte und diese mit Tusche getränkt waren, ging es auch schon los. Zuerst durfte der eigene Name gemalt werden – in der gewohnten Schrift. Und weil die Kleinen, die mit geschürzten Lippen und konzentriertem Blick zu Werke gingen, das nahezu klecks- und kleckerfrei schafften, folgte gleich die nächste Lektion: Der eigene Name wurde noch einmal zu Papier gebracht – aber dieses Mal in japanischen Schriftzeichen. Rin Terada führte den Kinden die Hand – und schwupps hatten diese ein Kunstwerk geschaffen.

Mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Ungläubigkeit betrachtete der kleine Fabian sein Werk. Dass er das mit dem japanischen Namen so sauber hinkriegt, hatte er wohl selber nicht geglaubt. Und Hanna neben ihm war ganz sprachlos darüber, wie leicht man zum Künstler werden kann.

Allerdings muss man erwähnen, dass Kunst in der Göttliner Kita hoch im Kurs steht. Seitdem vor gut anderthalb Jahren das Projekt halbe Sonnen gestartet wurde, stehen Stifte und Pinsel kaum noch still. Immer wieder werden halbe Sonnen gemalt, die dann von Kindern in anderen Teilen der Welt vervollständigt und nach Göttlin zurückgeschickt werden. (MAZ berichtete) Mittlerweile sind fast 500 Bilder aus 31 Ländern zusammengekommen, darunter so weit entfernte wie Indien, Kuba oder China.

Rin Terada hatte gleich gemerkt, dass er es mit Könnern zu tun hatte. Deshalb ersparte er sich lange Vorträge und ließ seine Schüler gleich frei drauflospinseln.

Nach einem ausgesprochen kreativen Vormittag war es dann Zeit für den Lehrmeister, zu gehen. Doch die Kinder ließen ihn nicht fort, ohne ihm ihr neuestes Kunstwerk zu zeigen. Paula und Julian hatten es gemalt. Ein echtes Weltbild. Mit Meer, Sonne, Bäumen, Menschen und einem Pferd.

Da staunte Terada nicht schlecht. Und vielleicht hat er sich ja heimlich etwas abgeguckt, von den Künstlern im Spatzennest? (Von Markus Kniebeler)

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