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Havelland Bessarabier erinnern sich an die alte Heimat
Lokales Havelland Bessarabier erinnern sich an die alte Heimat
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00:20 12.10.2017
Die Bessarabiendeutschen aus der Region trafen sich in Stechow. Quelle: Norbert Stein
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Stechow

Batleschana ist ein bessarabisches Wort und bedeutet auf Hochdeutsch Tomate. Wer die Antwort wusste, hatte die erste Frage für ein Quiz beim diesjährigen Treffen des Regionalverbandes Havelland der Bessarabiendeutschen am Sonntag in Stechow richtig beantwortet. Auf dem Fragebogen standen insgesamt 30 bessarabische Wörter, für die die Besucher die deutschen Bezeichnungen aufschreiben sollten.

Das Quiz sorgte für Wettbewerbsatmosphäre. Auch wer nicht alle Antworten wusste, hatte Freude, weil die Begriffe Erinnerungen weckten an Bessarabien. Das ist ein Landstrich am Schwarzen Meer, den sie, ihre Eltern oder Großeltern Anfang der 1940er-Jahre verlassen mussten. Sie wurden ausgesiedelt und aus der Heimat vertrieben.

Beschwerlicher Weg

Mitnehmen konnten sie nur wenige Habseligkeiten auf einen beschwerlichen Weg. So erreichte die Familie von Frieder Weber (85) Polen, von wo sie 1945 abermals flüchten musste. Über einen langen beschwerlichen Weg mit vielen Entbehrungen kam die Familie ins Havelland nach Schönholz, wo sie und weitere Bessarabiendeutsche Land bekamen und sich ein neues Zuhause aufbauen konnten. „Schönholz ist zur Heimat geworden“, sagten viele Gäste bei dem Treffen, doch die Erinnerungen an Bessarabien bleiben.

Die älteren Bessarabiendeutschen wurden von Dagmar Schubert (links) zu Sitten und Gebräuchen befragt. Quelle: Norbert Stein

Herbert Krämer ist in Katlebug geboren. Er war erst vier Jahre alt, als die Eltern mit ihm und seinen sieben Geschwistern die Heimat Bessarabien verlassen mussten. Die Familie kam zunächst in ein Lager, dann nach Polen und wurde Ende des 2. Weltkrieges abermals vertrieben. Herbert Krämer lebt heute in Stölln.

Die Heimat – wissenschaftlich gesehen

Dagmar Schubert, Vorsitzende des Regionalverbandes, führte Interviews mit Bessarabiendeutschen und befragte sie nach ihren Heimatgefühlen. Zuvor hatte sich Gastredner Manfred Bolte, Diplom-Sozialpädagoge aus Hildesheim, mit dem Thema „Heimat“ befasst sehr wissenschaftlich war das. Auf die Frage der Vorsitzenden des Regionalverbandes, wer Bessarabien noch aus dem eignen Erleben kennt, meldeten sich rund 50 der 150 Besucher.

Alle anderen waren Kinder, Enkel oder Verwandte von Havelländern, die einst in Bessarabien wohnten. Wie Wilfried Beck aus Stechow, dessen Eltern mit seinen sechs älteren Geschwistern Bessarabien verlassen mussten. Er selbst ist 1944 in Polen geboren. Das Treffen des Regionalverbandes wurde für ihn zu einer Erinnerung an die Heimat seiner Eltern.

Filme und Geschichten

Werner Schmidt, ehrenamtlicher Mitarbeiter der landeskirchlichen Gemeinschaft in Rathenow, eröffnete das Treffen mit einer Andacht. Es wurden Heimatlieder gesungen. Es gab Berichte aus der alten Heimat, Bilder vom 200-jährigen Teplitz-Jubiläum wurden gezeigt und schließlich flimmerte ein Bessarabien-Film auf der Leinwand.

Von Norbert Stein

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