Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Schönwalde-Glien Tausend Tage Holland in Schönwalde
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Tausend Tage Holland in Schönwalde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:37 14.04.2019
Reinhold Ehl mit seiner russischen Lieblingsdose. Quelle: Judith Meisner
Schönwalde-Gline

Tausend Tage Holland – das sind auch tausend Erinnerungen an Spaziergänge entlang von Grachten und auf Flohmärkten. Bei Reinhold Ehl aus Schönwalde blieb das nicht ohne Folgen. Was er auf den Märkten und Auktionen erbeutete, zeigt er in der Galerie des Kreativ-Vereins Schönwalde-Glien. Am Sonnabend war die Vernissage der Ausstellung „Tausend Tage Holland“.

Nähmaschinen, wohin das Auge blickt. „Ich habe 60 oder 70 davon. Es wird etwas schwierig mit dem Platz in unserem Haus“, sagt der Sammler. Die Maschinen sind liebevoll dekoriert mit Zeitschriften, Schnittmusterbogen und Nadelkissen. Eines der schwarzen Geräte trägt sogar ein Stückchen Seide um den Näh-Arm für Stecknadeln.

Eine schöne als die andere

Seit 1993 wohnt Reinhold Ehl in Schönwalde. Es ist schon die zweite Schau, die der gebürtige Münchner im Kreativ gestaltet. Diesmal gibt es auch Blechdosen in ungezählten Mengen zu sehen – eine schöner als die andere. Allein die Tabakdosen füllen mit 120 Stück einen Setzkasten.

„Alles begann mit einer Dose der Firma von Karl Hoffmann in Chemnitz, im Sommer 1988. Chemnitz, dachte ich, das gibt’s doch gar nicht mehr. Die muss ich haben“, erzählt Reinhold Ehl. Vor mehr als dreißig Jahren erinnerte die alte Dose an einen verschwundenen Namen. Inzwischen heißt Karl-Marx-Stadt wieder Chemnitz.

Jagdfieber entfacht

Aber mit dem Schmuckstück aus Blech war Reinhold Ehls Jagdfieber entfacht. Er kaufte immer wieder Dosen. Kleine, große, französische, mit der Queen oder Königin Beatrix drauf. Und Behälter für Kakao, am liebsten von der Firma Droste, die füllen in der Ausstellung ein komplettes Regal. Oder auch exotische aus Russland mit Konterfeis der Politiker Stalin, Churchill und Tschou En Lai, das sind seine Favoriten.

Von 1988 bis 1991 lebte Reinhold Ehl mit seiner Ehefrau Karla und zwei Töchtern in Den Haag. Die Firma IBM hatte ihn nach Amsterdam geschickt. „Bis 16 Uhr habe ich täglich gearbeitet. Die Sonne schien noch am Feierabend. Wir fuhren ans nahe Meer. Es war fast wie drei Jahre Urlaub“, erinnert er sich.

Erinnerung ist lebendig

1991 im Januar wurde Reinhold Ehl von seiner Firma nach Berlin beordert. Die Familie blieb noch bis zum Ende des Schuljahres in Den Haag. Dann waren die schönen tausend Tage in Holland vorbei – aber die Erinnerung ist lebendig. Auch durch die vielen Souvenirs.

Karla Ehl sammelte Geschirr und Porzellan. Teekannen aus Metall und große Vasen sind in der Ausstellung zu sehen. Eine Vitrine feiert den Farbklang Weiß und Blau: Jede Menge Delfter Keramik. Die berühmten Stücke entstanden als Massenware für diejenigen, die sich das feine chinesische Geschirr nicht leisten konnten. Heute ist Delfter Blau ein beliebtes Souvenir. Reinhold Ehl begeisterte sich zudem für Waagen und Gewichte in allen Größen.

Die Welt der Feuerzeuge

Die Häuser in Holland sind ja eher schmal, und so verlegte er sich auf ein weniger platzintensives Sammelgebiet – und entdeckte die Welt der Feuerzeuge für sich. Genau 256 liegen in einer Vitrine, schlichte und mit Perlmutt verzierte, in Schiffsform und schwere Dupont- Klötze. Sie zeigen, dass ein Feuerzeug einst weit mehr war als ein Gegenstand, der nach Gebrauch weggeworfen wurde.

Es waren Statussymbole, Geschenke und Andenken. Auf Auktionen kaufte der Sammler auch Mappen mit Kunstdrucken. Von Rembrandt bis zu buntem Kitsch ist alles vorhanden. Sie liegen bereit zum Blättern auf einem Tisch in der Galerie.

Bis 20. Mai zu sehen

Die ebenso facettenreiche wie spannend kuratierte Ausstellung „Tausend Tage Holland“ ist noch bis zum 20. Mai im Kreativ-Verein in Schönewalde-Glien, Dorfstraße 7, zu sehen. Geöffnet Di und Mi 15-17 Uhr, Do 15-21 Uhr und So 10-12 Uhr.

Von Judith Meisner

920 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren leben aktuell in Schönwalde-Glien. Das sind 30 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Jetzt hat die Gemeinde nun ein Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit beschlossen. Der sieht unter anderem mehr Stellen und eine Skateranlage vor.

12.04.2019

Ruth und Manfred Fabig zeigen ihre Bilder in Schönwalde-Glien. Sie kommen aus Schönwalde-Barnim. Zwischen den Gemeinden gibt es viele Beziehungen.

10.04.2019

Explosionen, Brände, Verletzte und Tote: Zu einer groß angelegten Übung wurden jetzt alle Schönwalder Ortsteilfeuerwehren alarmiert. Die alte Brennerei in Wansdorf stand in Flammen und musste evakuiert werden.

10.04.2019