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Schönwalde-Glien Gemälde zeigt Schwanenkrug vor 100 Jahren
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Gemälde zeigt Schwanenkrug vor 100 Jahren
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01:16 19.04.2019
Karl-Heinz Bannasch von der Heimatkundlichen Vereinigung überreichte Bürgermeister Bodo Oehme (r.). das Ölgemälde des Schwanenkrugs von 1912. Quelle: Danilo Hafer
Schönwalde-Glien

Hühner auf dem Weg, zwei Pferde, die vor einen Karren gespannt sind, daneben zwei Personen. Die Szene, die sich vor der Schönwalder Gaststätte Schwanenkrug abspielt ist unaufgeregt und mittlerweile über 100 Jahre alt. Zu sehen ist sie auf einem Ölgemälde von 1912, das den Schwanenkrug an einem ganz normalen Wintertag zeigt.

Gemälde bleibt vorerst in Schönwalde

Das Gemälde, dass sich im Besitz im der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau befindet, ist jüngst an seinen Entstehungsort zurück gekehrt. „Wir finden, dass es hier besser aufgehoben ist, las in unserem Magazin“, sagte der Vorsitzende Karl-Heinz Bannasch. So haben sich die Heimatforscher dazu entschieden, das Gemälde der Gemeinde Schönwalde-Glien als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen. Ein entsprechender Vertrag wurde Dienstag unterzeichnet.

Das Gemälde zeigt eine typische Alltagsszene von 1912. Quelle: Danilo Hafer

Das über 100 Jahre alte Gemälde findet vorerst seinen Platz im Büro von Bürgermeister Bodo Oehme. „Wir haben aber die Idee, es beim diesjährigen Siedlungsfest in einer Ausstellung zu zeigen“, so Oehme.

Zeigenswert ist das Bild allemal. Schon der hochwertige Rahmen aus metallbeschlagenem Holz macht einiges her. Der Versicherungswert beträgt 5000 Euro.

Über den Maler ist nur wenig bekannt

„Es ist schon eine Sensation, dass ausgerechnet der Schwanenkrug einer Vorortsiedlung gemalt wurde“, betonte Karl-Heinz Bannasch. Über den Maler Hans Sörensen, ein Däne, sei jedoch kaum etwas bekannt. Ebenso schwer ist die Frage zu beantworten, wie es das Gemälde in den Besitz der Heimatkundlichen Vereinigung geschafft hat.

Der Schwanenkrug

Erstmals erwähnt wurde der Schwanenkrug bereits Mitte des 17. Jahrhunderts. Das erste Gebäude brannte jedoch 1782 ab.

Der Schwanenkrug wurde auf Wunsch des Lehnsherren Conrad Ludwig von Risselmann 2000 Schritte vom alten und somit näher an Spandau neu errichtet.

Unter den Pächtern waren seit 1785 auch Wilhelm Luther, Groß-Neffe von Martin Luther.

Sein Bier durfte der Wirt des Schwanenkrugs nur aus Spandau beziehen. Grund war der sogenannte Brauzwang, der strikt festlegte, woher eine Gaststätte ihr Bier bekommt.

Seit 1984 führt Familie Schuknecht den Krug. Zu DDR-Zeiten unterstand die Gaststätte der HO.

Zur Zeit, in der das Bild entstand, gehörte der Schwanenkrug der Familie Mahnkopf. Sie betrieb die Gaststätte weit mehr als 120 Jahre. „In den 50er- und 60er-Jahren war ein Familienmitglied auch in unserer Heimatkundlichen Vereinigung vertreten“, so Bannasch. Er könne es sich daher nur so erklären, dass das Gemälde in dieser Zeit, also über den Krugbesitzer selbst, seinen Weg zu den Heimatforschern gefunden hat. „Hundertprozentig lässt sich dies aber nicht beweisen, denn wir haben keine Unterlagen darüber“, sagte er.

Die Glocke gehörte dem Siedlerverein, der seine Heimat im Schwanenkrug hatte. Quelle: Danilo Hafer

Das Gemälde zeigt den Schwanenkrug, der 1785 an heutiger Stelle neu aufgebaut wurde, in seiner ursprünglichen Dimension, mit Mittelteil und den beiden Scheunen. „Erst später wurde das Gebäude um den Saal erweitert, in dem dann auch die Schönwalder Kinder Sportunterricht hatten“, erklärte Bodo Oehme. Im hinteren Teil kam später ein weiterer Anbau hinzu. Nur der Mittelteil ist heute noch original erhalten und steht unter Denkmalschutz.

Schwanenkrug war Heimat des Siedlervereins

Trotz vieler offener Fragen liefert das Gemälde auch Antworten. So zeigt die Darstellung deutlich, dass der Krug keine Poststation war, wie es einige immer wieder vermutet haben. „Es war ein Ausflugslokal“, betonte Bannasch. Und für die Entstehung der Siedlung von großer Bedeutung. „Es gibt eine Glocke, die dem Siedlerverein gehörte, aus dem Jahr 1912“, erklärte Bodo Oehme. Dieser Verein war schon zu dieser Zeit im Schwanenkrug beheimatet. Mit dem Bau der Siedlung wurde allerdings erst Anfang der 1930er Jahre begonnen. „Der Schwanenkrug war somit der Ausgangspunkt für die Siedlung“, betonte Bannasch.

Von Danilo Hafer

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