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Schönwalde-Glien Sie sind für die Patienten da
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Sie sind für die Patienten da
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19:36 08.02.2019
Helga Bathe ist Landesbeauftragte der Evangelischen Krankenhaus-Hilfe. Quelle: Enrico Berg
Paaren im Glien

Für viele Menschen ist ein Aufenthalt im Krankenhaus nicht einfach und teilweise auch befremdlich. Der Tagesablauf ist anders als gewohnt, die Familie und Freunde fehlen. Dazu kommt die Krankheit, um die man sich auch noch Gedanken macht. Dem Pflegepersonal fehlt leider oft die Zeit, um auf persönliche Bedürfnisse der Kranken einzugehen. Pflege und Versorgung sind gewährleistet, aber der Zeitdruck lässt es kaum zu, sich intensiver mit den Patienten zu befassen.

In vielen Kliniken gibt es daher Helfer die einen ehrenamtlichen Besuchsdienst anbieten, die sogenannten „Grünen Damen und Herren”. Solch einen Besuchsdienst möchte die evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e.V. (eKH) nun auch im Havelland etablieren.

Wird gut angenommen

„In Oberhavel gibt es dieses Ehrenamt bereits an verschiedenen Kliniken und es wird sehr gut angenommen“, erklärt Helga Bathe, Landesbeauftragte der eKH für Berlin und Brandenburg. Sie stehe derzeit im Gespräch mit der Klinikleitung der Klinik Nauen, um auch dort für Patienten den Dienst der grünen Damen und Herren anbieten zu können. Diese Besuchsdienste sind für die Patienten kostenlos.

Seit 17 Jahren ist Helga Bathe Einsatzleiterin für ihr Team, seit 2012 auch Landesbeauftragte. Die 67-jährige aus Paaren im Glien hat 45 Jahre hat als Krankenschwester gearbeitet, davon 25 Jahre als Pflegedienstleiterin. Sie liebe ihren Beruf und habe keine bessere Berufswahl für sich treffen können, sagt sie.

Aufruf gestartet

2001 gab ihr die Oberhavelklinik den Auftrag, einen ehrenamtlichen Besuchsdienst zu initiieren. Sie startete einen Aufruf über die Presse und suchte nach Menschen, die gerne ehrenamtlich tätig werden wollen. Zu Beginn meldeten sich vier Personen, die dies gerne übernehmen wollten.

„Die Aufgaben der grünen Damen und Herren beschränken sich auf reine Besuchsdienste, es wird absolut keine Pflege der Patienten übernommen”, erklärt Helga Bathe. Denn dies sei ausschließlich dem Pflegepersonal vorbehalten und bedarf entsprechender Ausbildung. Der Austausch zwischen den Ehrenamtlern und dem medizinischen und pflegerischen Personal ist unverzichtbar.

Beten, singen und lesen

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer entlasten das Pflegepersonal, indem sie ein offenes Ohr für die Belange der kranken Menschen in der Klinik haben. Die Aufgaben der freiwilligen Helfer bestehen im wesentlichen aus Besuchsdiensten im Krankenzimmer, dort beten oder singen sie mit den Patienten, lesen ihnen etwas vor, ganz so, wie es sich der Patient wünscht.

Dank der fahrbaren Bibliothek können die Patienten sich zudem ein Buch direkt im Krankenzimmer ausleihen. Aber auch einfach nur einmal zuhören ist wichtig. Denn die Situation, krank in einer Klinik zu liegen, sei nicht für jeden so leicht zu ertragen. Da brauche der Eine oder Andere mal ein offenes Ohr, sei es, um sein Leid zu klagen oder einfach nur, um etwas Unterhaltung zu haben.

Kleinere Erledigungen

Kleinere Erledigungen übernehmen die Ehrenamtlichen auch gerne. Wird zum Beispiel eine Zeitung oder Telefonkarte benötigt, besorgen die Helfer diese im Haus.

Ebenfalls wird der sogenannte Lotsendienst für die Patienten angeboten. Im Foyer der Klinik werden diese von den ehrenamtlichen Helfern in Empfang genommen und zur Station begleitet.

Belastbarkeit erforderlich

Die Fähigkeit zu spüren, ob und wann ein Patient Hilfe braucht oder Distanz gewahrt wissen will, muss dabei immer vorhanden sein. Neben Freundlichkeit, Kontaktfreude, Einfühlungsvermögen und Lebenserfahrung seien Verschwiegenheit und Zuverlässigkeit sowie psychische und physische Belastbarkeit erforderlich. Natürlich sollten die angehenden Grünen Damen und Herren Teamplayer sein, denn Teamfähigkeit ist das A und O in diesem Gefüge.

„Empathie, Freundlichkeit und Kontaktfreude sind Voraussetzungen für den Besuchsdienst. Man muss sich selbst in diesen Momenten auch zurück nehmen können”, betont Helga Bathe. Denn nicht immer werden die grünen Damen und Herren willkommen geheißen.

Ablehnung kommt auch vor

Es komme schon mal vor, dass die Ehrenamtler am Krankenbett auf Ablehnung stoßen, das sei aber sehr selten. Sei es, dass aufgrund einer Krankheit schroff reagiert wird oder aber schlicht und einfach der Kranke solche Besuche nicht wünscht. „Unsere Damen und Herren sind darin geschult , damit sie in solchen Situationen richtig agieren und reagieren”, so Bathe.

Wer sich engagieren möchte, sollte idealerweise vier bis fünf Stunden wöchentlich zur Verfügung stehen. Die Kliniken übernehmen die Fahrkosten. Geht der Dienst über die Mittagszeit hinaus, bekommen die Helfer ein kostenloses Mittagessen in der Klinik. Benötigte Dienstkleidung, wird ebenso gestellt. Die Zeit der Einsätze ist dabei frei wählbar und wer möchte, kann auch gerne mehr Stunden absolvieren.

„Zauberwörter“ sind hilfreich

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter bekommen eine Einweisung in einem Basiskurs. Dort lernen sie, wie sie am geschicktesten mit den Kranken kommunizieren, egal ob nonverbal oder verbal. Zauberwörter wie „Bitte”, „Danke”, „sehr gerne” sind hierbei sehr hilfreich. Auch Hygienerichtlinien müssen in einem Krankenhaus oder Pflegeheim eingehalten werden, darauf werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter geschult. Auch Krankheiten werden im Grundkurs erklärt

Außerhalb der Besuchsdienste treffen sich die Grünen Damen und Herren einmal im Monat zum gemütlichen Beisammensein. Bei Kaffee und Kuchen finden rege Gespräche statt, auch private. Da werden Back- und Kochrezepte ausgetauscht oder sich zum Sport verabredet. So haben sich bereits einige Freundschaften entwickelt.

Regionalkonferenz in Potsdam

Besonders freut sich die Landesbeauftragte Helga Bathe auf die nächste Regionalkonferenz am 20. Mai. Normalerweise findet diese in Oranienburg statt. Aufgrund des runden Gründungstages suchte sie einen besonderen Veranstaltungsort. Die anstehende Regionalkonferenz findet diesmal im Landtag Potsdam statt. Anschließend können alle Teilnehmer an einer Besichtigung des Landtages teilnehmen.

Von Hannelore Berg

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