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Schönwalde-Glien Historische Verkehrssäule wird rekonstruiert
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Historische Verkehrssäule wird rekonstruiert
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17:14 27.02.2019
Auf der Tafel wurde lange ein Symbol für Falkensee vermutet. Tatsächlich stand sie jedoch für die Gaststätte „Alter Finkenkrug“. Quelle: Laura Sander
Schönwalde-Glien

Unscheinbar, halb von einem modernen Hinweisschild verdeckt, fällt die Verkehrssäule im Vorbeifahren nicht sofort ins Auge. Und doch lohnt es sich anzuhalten und den historischen Wegweiser einmal genauer zu betrachten.

Vier Gemeinden, eine Säule

Alt-Brieselang im Rücken, befindet sich die Säule direkt hinter der Brücke über den Havelkanal. An dieser Stelle treffen Brieselang, Falkensee, Pausin und Nauen aufeinander. Bevor die Straßenführung dort um die Jahrtausendwende neu angelegt wurde, stand der Wegweiser auf einer Verkehrsinsel und fungierte als touristischer Orientierungspunkt, wie Karl-Heinz Graffenberger aus Pausin weiß.

Nachdem die Betonsäule viele Jahrzehnte dem Verfall überlassen wurde, werden jetzt die acht Keramiktafeln, die in großen Teilen der Witterung zum Opfer gefallen sind, rekonstruiert und neu eingesetzt.

Rekonstruktion hat begonnen

Weiße Krümel am Fuß der Säule weisen auf die kürzlich angefertigten Gipsabdrücke hin, die die Firma BOS Keramik Velten für die vollständige Rekonstruktion benötigt. „Jetzt geht es endlich los. Es war ein langer Weg“, erinnert sich Karl-Heinz Graffenberger, der sich mit einigen Mitstreitern, insbesondere gemeinsam mit Rolf Zimmermann von der Forschungsgruppe „Meilensteine“, für die Restauration des historischen Wegweisers einsetzt.

Denn obwohl am Säulen-Standort gleich vier Gemeinden aufeinandertreffen, konnte sich keine Verwaltung so recht für das Vorhaben begeistern. „Ich bin in allen Gemeinden abgeblitzt. Nur der Förderverein des Museums und Galerie Falkensee hat sofort seine Unterstützung zugesagt“, so Graffenberger.

13.000 Euro kosten die Keramiken

Rund 13 000 Euro kostet allein die Rekonstruktion der Keramiken. Für die Herstellung- und Lieferkosten geht die Gemeinde Schönwalde-Glien in Vorleistung. Letztendlich übernimmt der Landesbetrieb Straßenwesen die Kosten.

Wind und Wetter haben deutliche Spuren hinterlassen. Quelle: Laura Sander

„Der Elstaler Tobias Bank hat alles ins Rollen gebracht und den Landrat direkt auf das Vorhaben angesprochen“, sagt Karl-Heinz Graffenberger, der die Säule seit Jahren im Blick hat. Die Geschichte des touristischen Wegweisers, der laut Zeitungsberichten im Mai 1937 aufgestellt wurde, ist eng mit der seiner sechseckigen Spandauer Schwester verbunden, die bis Mitte der 1950er-Jahre an der Heerstraße/Ecke Pichelsdorfer Straße stand. Auch sie war bestückt mit 18 Keramiken des selben Finkenkruger Künstlers. Gottfried Kappen entwarf die Keramiken, die Veltener Firma „Ofenfabrik und Keramische Werkstätte A. Schmidt-Lehmann und Co.“ – heute das Ofen- und Keramikmuseum Velten – realisierte sie.

Spandauer Säule trägt zur Lösung eines Rätsels bei

Nach der Demontage der Spandauer Säule wurden die Keramiken teilweise in die Spandauer Zitadelle und zurück nach Velten gebracht. Denn abgesehen von einigen Einschusslöchern überstanden sie den Krieg fast unversehrt.

Keine Kriegsschäden, sondern vielmehr der Zahn der Zeit gab im Fall der Alt-Brieselanger Säule Historikern lange ein Rätsel auf. Neben der Ähre für Pausin, der Windmühle für Perwenitz und dem blauen Fisch für Nauen ging man lange davon aus, dass die vierte Tafel, die komplett zerstört ist, Falkensee symbolisiert. „Dass dem nicht so ist, beweist ein Zeitungsartikel. Sie ist dem Alten Finkenkrug gewidmet, wie auch auf der Spandauer Säule“, sagt Karl-Heinz Graffenberger.

Gaststätte „Alter Finkenkrug

Die Erhebung, wo sich einst der Krug befand, ist noch heute gut zu erkennen. Auf ihm thronte ein Fink. „Da wir keine Ahnung haben, wie die Farbgestaltung hier ausgesehen hat, kann sich der Keramiker austoben“, so Graffenberger. Obwohl die Säule, die ein rund 80 Zentimeter tiefes Fundament haben soll, noch relativ standfest wirkt, bröckelt hier und da der Beton. Diese Stellen werden im Zuge der Sanierung ebenfalls ausgebessert.

Jähes Ende einer beliebten Gastwirtschaft

Aber warum nun eine Säule an diesem Standort? „Die Vermutung liegt nahe, dass Robert Grünberg etwas mit der Standortauswahl zu tun hatte. Schließlich fuhr er täglich vom Alten Finkenkrug zur Arbeit nach Nauen“, vermutet Graffenberger. Robert Grüneberg, Falkenseer Nazigröße und Kreisleiter der NSDAP, heiratete in die Gastwirtschaft „Alter Finkenkrug“ ein und lebte dort gemeinsam mit seiner Familie. Dass der Alte Finkenkrug und nicht etwa Falkensee auf der Säule besondere Erwähnung fand, ist somit wahrscheinlich.

1945 fand das Leben in der berühmten Gastwirtschaft, in die schon Theodor Fontane einkehrte, ein jähes Ende. Nachdem mit einer Panzerfaust auf das Gebäude geschossen wurde, brannte es vollständig ab, nur ein Nebengelass blieb stehen. Robert Grüneberg setzte sich ab, seine Frau und Söhne verbrannten im Alten Finkenkrug.

Von Laura Sander

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