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Schönwalde-Glien Nur leichte Entwarnung im Wald
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Nur leichte Entwarnung im Wald
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19:39 30.07.2018
Die Schranke am Waldeingang darf nicht verschlossen werden, damit Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst im bedarfsfall reinfahren können.
Schönwalde-Glien

Der Regen am Wochenende brachte Entlastung, auch wenn es nur wenige Tropfen auf den heißen Waldboden waren. „Die Waldbrandwarnstufe ist etwas runter gegangen, aber das wird sich in den nächsten Tagen wieder ändern, wenn wir mehr als 35 Grad bekommen“, sagt Uwe Kanzler.

Der Förster aus der Oberförsterei Brieselang ist für ein riesiges 4500 Hektar großes Areals von Tietzow bis Schönwalde-Glien verantwortlich. Er kann sich an solch eine Trockenheit und solch hohe Temperaturen über so einen langen Zeitraum nicht erinnern. „Ich bin jetzt fast 40 Jahre bei der Forst und wüsste nicht, wann es schon mal so war.“ Täglich ist der mit seinen Allradwagen in seinem Revier unterwegs – vorbeugender Brandschutz, nennt es der Fachmann. Nur kann Uwe Kanzler nicht überall sein.

Nur Fußgänger und Radfahrer dürfen in den Wald

Was ihn sehr ärgert ist die Unvernunft und Unbedarftheit einiger Leute, die trotz der brandgefährlichen Situation in den Wäldern immer noch mit dem Auto reinfahren oder sogar grillen. „Generell, also unabhängig von Waldbrandwarnstufen, ist das Befahren der Wälder mit Autos und Motorrädern nicht erlaubt in Brandenburg. Fußgänger, Jogger, Wanderer und Radfahrer dürfen rein, ansonsten nur Forstleute, Landwirte, die dort Flächen haben, und Rettungskräfte. Aber das scheinen viele nicht zu wissen oder sie ignorieren es.“

Immer wieder mal trifft Uwe Kanzler auf ein abgestelltes Fahrzeug im Wald. Dann schreibt er eine Ordnungswidrigkeitsanzeige, die den Verursacher bis zu 55 Euro kostet. Zehn bis zwölf waren es in diesem Jahr bisher. „Wenn ich die Leute antreffe, versuche ich ihnen das noch mal zu erklären. Dann heißt es oft nur: ’Das wussten wir nicht’.“

100 Quadratmeter brannten

Ein bis zwei Brände pro Jahr ereignen sich im Revier von Uwe Kanzler im Schnitt. Der jüngste ist gerade zwei Monate her und wäre beinahe zu einem Großfeuer geworden. Im Wald unweit der Schönwalder Schleuse hatten Unbekannte gegrillt.

Die Reste des Brandes von Ende Mai. Quelle: Jens Wegener

„Ob der Grill dann umgekippt ist oder absichtlich umgestoßen wurde, kann keiner sagen. Jedenfalls brannte das Unterholz und der Waldboden auf 100 Quadratmetern“, erzählt der Förster. Nur weil ein Wanderer den Rauch gesehen und schnell die Feuerwehr alarmiert hat, konnte relativ schnell gelöscht werden“.

Landwirte helfen im Bedarfsfall mit Löschwasser

Die Zusammenarbeit zwischen der Forstbehörde und den Feuerwehren klappe super, lobt Uwe Kanzler. „Das Revier liegt ja an der Kreisgrenze zu Oberhavel, so dass im Bedarfsfall die Feuerwehren aus beiden Kreisen zu Hilfe kommen.“ Auch die Landwirte, vor allem die Agro Glien GmbH in Paaren und der Spargelhof Kremmen, seien oft an Brandbekämpfung und vor allem beim Brandschutz beteiligt. Zum Beispiel Andre Rathmann, der das Absichern von Waldbrandflächen mit einem Forststreifenpflug übernimmt. „Oder die Landwirte füllen die großen Güllewagen mit Wasser auf und fahren es zu den Brandherden, damit die Feuerwehren zusätzliches Löschwasser haben.“

Bei der Kontrollfahrt am Montagvormittag im Wald bei Schönwalde, der der Berliner Forst gehört, aber vom Land Brandenburg verwaltet wird, ist Uwe Kanzler außer vier Spaziergängern nichts Besonderes aufgefallen.

Von Jens Wegener

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