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Schönwalde-Glien Ist der Schaugarten bald Geschichte?
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Ist der Schaugarten bald Geschichte?
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00:23 13.09.2018
Der Schaugarten im MAFZ-Erlebnispark in Paaren im Glien machte unter anderem durch sein grünes Klassenzimmer auf sich aufmerksam. Quelle: Philip Häfner
Paaren im Glien

 1500 Arten und Sorten an Kartoffeln, Kräuter, Gemüse, Beeren und Wildobst hat der Schaugarten des MAFZ in seinen besten Zeiten präsentiert. Aber diese „besten Zeiten“ sind vorbei. Der Garten wird in diesen Wochen abgewickelt und umgestaltet, dem Förderverein der Freunde des MAFZ geht die Puste für das ambitionierte Großprojekt aus. Auch im Stägehaus am Dorfanger wird es nicht so weitergehen wie bisher.

Beides zu erhalten, dafür setzen sich viele ein. Aber in welcher Form das möglich ist, das ist noch nicht klar. Auf jeden Fall wird reduziert.

3,5 Hektar Schaufläche

Der Schaugarten, den die Freunde des Fördervereins seit mehr als 15 Jahren ehrenamtlich und mit einigen geförderten Stellen betrieben haben, wird in Teilen aufgelöst. Auf 3,5 Hektar hatte der Verein hier ökologischen Landbau betrieben und mit seinen Projekten wie dem grünen Klassenzimmer oder dem Kräutermenschen für Aufmerksamkeit gesorgt. Ein Teil der Pflanzen ist inzwischen schon verkauft, ein Teil des Geländes umgepflügt.

Bestimmte Teile bleiben erhalten

„Der Schaugarten wird verkleinert“, sagt Ute Lagodka, Geschäftsführerin des MAFZ, „der Förderverein kann die Pflege nicht mehr wahrnehmen.“ Die Fläche geht zurück in die Obhut des Erlebnisparks. Zur Zeit wird eine Vereinbarung über die Bewirtschaftung verhandelt. „Bestimmte Teile bleiben erhalten“, blickt die Geschäftsführerin voraus. So das Imkerhaus, das grüne Klassenzimmer, wohl ein Gewächshaus und der Kräutermensch.

Der Kräutermensch ist symptomatisch für den Zustand des Schaugartens. 2007 angelegt, hat er auf 20 Metern Länge mehr als 100 Kräutersorten vereint. Aber er war in die Jahre gekommen, zugewachsen und nicht mehr so gut wahrnehmbar. Doch er soll bleiben wie andere Teile des Gartens. Der soll auf etwa 500 Quadratmetern als kleiner Schaugarten fortgeführt werden, sagt Ute Lagodka. Das MAFZ ist im Gespräch mit der Ländlichen Erwachsenenbildung Friesack über eine Honorarkraft, so könnte das bei Schülern populäre grüne Klassenzimmer fortgeführt werden.

Der Rest der Fläche soll als Demonstrationsgarten für die Brala angelegt werden. Hier werden Sortenfelder für Getreide entstehen. Das Wintergetreide wurde schon in den Boden gebracht. „Hier sollen auch neue Sorten vorgestellt werden, solche, die auf unseren Böden gut wachsen“, sagt die Geschäftsführerin.

Nachwuchs fehlt

Der Verein der Freunde des MAFZ wird nicht aufgelöst, er soll bestehen bleiben. Dafür spricht sich auch Erwin Bathe, Mitbegründer und Motor des Vereins, aus. „Der Verein zählt mehr als einhundert Leute“, sagt er, aber der Kern der aktiven Mitarbeiter ist eben viel kleiner. Und vor allem ist man gemeinsam älter geworden. „Es ist uns nicht gelungen, Nachwuchs für den Verein zu gewinnen“, gesteht er. Deshalb müssen sie schweren Herzens vom Schaugarten-Projekt Abschied nehmen, wollen aber ihre fachlichen Kontakte weiter einbringen und vielleicht versuchen, über das 100-Stellen-Programm noch eine Stelle zu erhalten.

Zukunft für Stägehaus

Alles eine Nummer kleiner – so könnte auch die Zukunft des Stägehauses aussehen, das der Gemeinde gehört. Das älteste Haus des Dorfes ist eine liebenswerte und viel gelobte Mischung aus Erlebnisgastronomie, Agrarmuseum und Heimatstube. Aber zum Jahresende hören die beiden Frauen, die das Haus jetzt gastronomisch führen, auf. „Wir prüfen, wie das Stägehaus erhalten bleiben kann“, sagt Ute Lagodka. Als Ort der Begegnung, als gastronomisches Angebot. Da wird wohl künftig viel mit Ehrenamt gemacht werden müssen. Die Öffnungszeiten werden in dem Umfang über das Jahr und die Woche nicht zu halten sein, meint die Geschäftsführerin. Hier wird jetzt mit Gemeinde und Förderverein nach einer Zukunft gesucht.

„Es gibt Ideen, wie das Stägehaus weitergeführt werden kann“, sagte auch Bürgermeister Bodo Oehme. Eine Patentlösung hat aber noch keiner in der Tasche.

Von Marlies Schnaibel

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