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Schönwalde-Glien Schlachtefest: So wurde früher Wurst gemacht
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Schlachtefest: So wurde früher Wurst gemacht
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16:33 28.10.2018
Beim Schlachtefest konnten die Besucher auch erleben, wie früher gewurstet wurde (v.l.): Fleischermeister Andi Neumann aus Baruth, Gitti Kerstein und Klaus Altkrüger. Quelle: Enrico Berg
Paaren im Glien

Ein Fleischwolf, Schalen aus Holz sowie eine Schweinehälfte, die neben einem Tisch auf einem Gestell aufgehangen war, zogen am Samstag das Interesse vieler Besucher auf sich. Der Stand von Fleischermeister Andi Neumann aus Baruth war ein Publikumsmagnet auf dem 22. Brandenburger Schlachtefest im Erlebnispark Paaren.

In historischer Berufskleidung zeigte der Fleischer, wie früher gewurstet wurde. „Gekochter Schweinebauch, Speck, mageres Fleisch, Zwiebeln und Gewürze gehören in eine ordentliche Hausmacher Leberwurst“, erklärt Neumann, um dann eben diese Zutaten durch den Fleischwolf zu drehen – ganz mit Muskelkraft, so wie es früher schon Oma und Opa machten. Den wissbegierigen Besuchern vermittelte er, wie anno dazumal eine Hausschlachtung ablief und wie die Produkte verarbeitet wurden.

Dem Tierarzt über die Schulter geschaut

Nach der Schlachtung wird eine sogenannte Trichinenuntersuchung von einem Tierarzt durchgeführt, früher nannte man es Fleischbeschauung. Dabei werden Proben vom geschlachteten Tier entnommen und überprüft, ob die winzigen Fadenwürmer vorhanden sind. Diese Aufgabe hatte Tierarzt Uli Redlich übernommen und dem Publikum anschaulich erklärt. Durch ein Mikroskop konnte man diverse Schnitte vom Fleisch bestaunen.

Schlachtefeste haben Tradition, mittlerweile auch in Paaren im Glien. Zum 22. Mal richtete der Agrarmarketingverband pro agro als Veranstalter das Schlachtefest im MAFZ aus. Über 50 Genusshandwerker zeigten ihre Produkte und stellten ihre Betriebe vor.

Besucher werden sensibilisiert

„Anfangs war das Schlachtefest eher eine verkaufsfördernde Maßnahme für regionale Produkte“, erläutert Kai Rückewold, Geschäftsführer der pro agro. Nun sei es ein Podium für das Handwerk, man wolle die Besucher sensibilisieren. Themen wie Nachhaltigkeit, Unterstützung der Handwerksbetriebe und Wertschätzung des Handwerks müsse man den Verbrauchern wieder näher bringen.

Für Freunde lukullischer Genüsse war das MAFZ am Wochenende genau der richtige Platz. Ob Herzhaftes oder Süßes, für jeden Gaumen war etwas vorhanden – ob Schinken und Würste vom Schwein, Rind oder Pferd, Spanferkel, Grünkohleintopf, Schmalzstullen oder Kaninchenspezialitäten. Bäcker boten köstliche Kuchen und Brote an, ebenso konnte man Marmeladen, Liköre und Weine erwerben.

Gläserne Wurstproduktion

Ein Teil der Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks zeigte in der gläsernen Wurstproduktion den Weg der Rohware zum fertigen Produkt. „Das Interesse der Betriebe am Schlachtefest ist sehr groß“, sagte Martin Stock. So gingen viele Anmeldungen für das darauf folgende Jahr bereits zwei bis drei Tage nach dem Fest bei ihm ein. In seiner Position als Geschäftsführer der Fleischerinnung Berlin ist er froh, dass die Betriebe das Fleischerhandwerk präsentiert haben. Auch hier herrscht, wie im Handwerk allgemein, akuter Nachwuchsmangel.

Sieben Fleischereien haben sich dem Knackerwettbewerb gestellt. Zehn Sorten Knacker durften die Besucher verkosten und ihr Votum für ihren Favoriten abgeben. Als Sieger wurde die Neudorfer Fleischerei GmbH gekürt, ihr Knacker bekam die meisten Punkte. “Damit haben wir gar nicht gerechnet, wir sind total überrascht” so Geschäftsführer Enrico Dietsch.

Alle Sinne angesprochen

Auch dieses Jahr wurden wieder alle fünf Sinne angesprochen. Riechen, schmecken und fühlen konnte man bei den kulinarischen Genüssen. Hören und sehen wurde allerdings auch nicht außer acht gelassen. Antenne Brandenburg bot ein unterhaltsames Programm, das ebenfalls für gute Laune bei den Besuchern des Festes sorgte. So auch bei den Familien Senß und Link aus Nauen.

„Seit dem ersten Schlachtefest bin ich jedes Jahr hier und genieße das Fest” lacht Hagen Senß, „dieses Jahr nun zum 22. Mal. Es ist bei uns eine richtige Tradition geworden, jedes Jahr sind wir mit der Familie hier, mittlerweile hat sich daraus ein Ritus entwickelt – Familientreffen auf dem Schlachtefest”.

Von Hannelore Berg

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