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Schönwalde-Glien Vorhängeschlösser aus aller Welt
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21:25 29.10.2018
Diese Schlösser stammen aufs Nordkorea. Ein Freund, der Pintèrs Leidenschaft kennt, hatte sie mitgebracht. Quelle: Hans-Peter Theurich
Schönwalde-Glien

Anno dunnemals rannten unsere Vorfahren durch Wälder, erlegten Tiere, schleppten nahrhafte Pflanzen in ihre Höhlen. Jäger und Sammler. Heute suchen betuchte Zeitgenossen nach alten Porsches oder Rolex-Uhren. Die Damen horten gern Blusen von Dior. Philatelisten betrachten Briefmarken durch ihre Lupen. Aber Wolfgang Pintér, der in Schönwalde lebt, hat sich auf etwas Bizarres kapriziert.

Schlösser als Kunstwerke

Geradezu andächtig öffnet der 73-Jährige eine Vitrine und überreicht dem Reporter eine kleine Schildkröte aus Messing, knapp zehn Zentimeter groß. „Das Stück stammt aus China.“ Wolfgang Pintér sammelt nämlich Vorhängeschlösser. Mit diesen Geräten verbinden wir meist dunkle Kellerräume in Mietshäusern, um Kartoffelvorräte oder Autoreifen vor dem Zugriff von anderen zu schützen. Wolfgang Pintér hingegen betrachtet diese Gegenstände eher als Kunstwerke. Zu seiner Kollektion gehören Objekte aus aller Welt.

Ein prächtiges Stück stammt aus Afrika. „Dieses große Schloss aus Holz habe ich auf einem Markt in Südfrankreich entdeckt. Ich weiß leider nicht, was die beiden geschnitzten Figuren daran bedeuten.“ Zu seiner Sammlung gehört auch ein fein gearbeitetes Stück aus China. „Was der zierliche Bügel oben drauf soll? Keine Ahnung. Man kann auch nicht erkennen, wo der Schlüssel reinkommt“, seufzt der gebürtige Berliner.

Viele ferne Länder bereist

Wie kam der Informatiker auf die Idee, Vorhängeschlösser zu sammeln? „In den 70er Jahren habe ich ein hölzernes Wagenrad aus Bayern mitgebracht. Ein iranischer Kollege wollte das unbedingt haben und hat mir dafür zwei alte Schlösser aus seiner Heimat gegeben. Und von da an ging’s los bei mir!“

Mit seiner Ehefrau Gaby hat er zahlreiche ferne Länder bereist. „Meistens sind wir nach Asien geflogen. Wir lieben diese bizarren Landschaften, die quirligen Städte und natürlich die freundlichen Menschen in China, Vietnam oder Indien.“ Stolz holt er ein weiteres Schloss aus seiner Vitrine: „Das hing einst an einem Tempel in Nepal. Auf einem Markt habe ich das Prachtstück gefunden.“ Solche Käufe sind in Asien mit langem Feilschen verbunden. „Das kann sich über Stunden, manchmal sogar Tage hinziehen, bis beide Seiten endlich mit dem Preis zufrieden sind“, erzählt Wolfgang Pintér.

Altes gegen neues Schloss

Im Bekanntenkreis hat sich seine ausgefallene Leidenschaft längst herumgesprochen. „Ein Freund war in Nordkorea, hat an mich gedacht und mir moderne Vorhängeschlösser mitgebracht. Über solche Geschenke freue ich mich natürlich riesig.“ Von einem Nachbarn in Schönwalde bekam Wolfgang Pintér eine Rarität, die er gern präsentiert: „Das ist ein älteres Vorhängeschloss aus der DDR. Ich habe meinem Nachbarn dafür ein neues gekauft.“

Im Internet informiert sich Wolfgang Pintér über aktuelle Entwicklungen in der Sammler-Szene. Er empfiehlt seinen Bruder im Geiste: Rainer Popp. Der sammelt und repariert alte Schlösser und baut mit modernen Geräten so genannte Trick-Schlösser.

Preise sind nicht von Pappe

Die Preise für solche schmucken Gegenstände sind nicht von Pappe. Ein Tipp für Neueinsteiger vom Fachmann Wolfgang Pintér: „Auf Flohmärkten in Brandenburg kann man mit etwas Glück fündig werden und manch Schnäppchen machen.“

Von Hans-Peter Theurich

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