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Schönwalde-Glien Fanfarenzüge im Erlebnispark
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Fanfarenzüge im Erlebnispark
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17:36 16.09.2018
Die Belziger waren dabei, beim 8. Brandenburger Spielleute und Blasmusik open air – hier in der Halle des Erlebnisparks Paaren. Quelle: Enrico Berg
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Paaren im Glien

Flachtrommel, Hochtrommel, Flöte, Lyra, Pauken, Becken und Schalmeien - das sind die Handwerkszeuge vieler Spielleute. In Brandenburg gibt es 65 Spielleutevereine. Dazu zählen Fanfarenzüge, Spielmannszüge und Schalmeienkapellen.

Spielleute, Fanfarenzüge und Blasmusiker aus Brandenburg und Berlin trafen sich am Sonnabend im Erlebnispark Paaren.

Elf von ihnen trafen sich am Sonnabend zum 8. Brandenburger Spielleute- und Blasmusik im Erlebnispark Paaren. 300 Musikanten präsentierten ihre Darbietungen. Darunter befanden sich Fanfarenzüge, Spielmannszüge, Flötenorchester und ein Schalmeienorchester aus Berlin und Brandenburg. Sogar ein Blasorchester aus Polen war angereist, um an diesem bunten und unterhaltsamen Event teilzunehmen. 500 Besucher verfolgten das optisch bunte und musikalische Spektakel.

Über Verbandsgrenzen hinweg

An der verbandsübergreifenden Veranstaltung waren der Landesmusikrat Brandenburg e. V., der Landkreis Havelland sowie das MAFZ Paaren im Glien beteiligt. „Hier können die Vereine und Musikzüge sich messen und schauen, wo sie musikalisch stehen”, erklärte Dieter Frackowiak. Er ist „Koordinator Spielleute”, so die Bezeichnung seines Amtes beim Landesmusikrat Brandenburg.

Weltweit Spitze

„Die Fanfarenzüge Potsdam und Strausberg bestimmen seit Jahren weltweit das musikalische-choreografische Niveau ihres Genres”, berichtete er. „Der Spielmannszug Mittenwalde wurde kürzlich Dritter bei der Weltmeisterschaft für Marching-Show-Bands in Taiwan.” 2019 findet die Weltmeisterschaft in Calgary statt. Dafür haben sich die Fanfarenzüge Potsdam, Strausberg und Mittenwalde bereits qualifiziert. Es sei ein hohes Leistungsniveau in den neuen Bundesländern gegeben, darauf könne man sehr stolz sein. Das hohe Niveau dieser Veranstaltung konnten die Zuschauer an diesem Tag auch selbst erleben. Da wurde gespielt, marschiert und musikalisch unterhalten. Die Choreographien waren teils recht schwierig, mussten die Musiker doch nicht nur ihr Instrument perfekt spielen, sondern auch noch auf ihre Schritte und Mitmusizierenden achten. Dann steht vor jeder Truppe noch eine Frau oder ein Mann mit einem Tambourstab. Sie geben den Ton an.

Als ob das noch nicht reicht, gab es am Sonnabend noch die Qualifikation zur 5. Deutschen Meisterschaft für Spielleutemusik. Daran nahmen fünf der anwesenden Vereine teil. Um sich zu qualifizieren, müssen die Spielleute mindestens 80,1 Punkte von 100 erreichen. Alle haben letztendlich die Qualifikation erhalten und dürfen somit 2019 zur deutschen Meisterschaft nach Osnabrück.

Schwelgen in Erinnerungen

„Ich habe in der Zeitung über die Veranstaltung gelesen und musste unbedingt hierher kommen. Da werden alte Erinnerungen wach”, lacht Claudia Meyer aus Hohen-Neuendorf. Habe sie doch in ihrer Jugend selbst die Tom-Tom, also die Hochtrommel gespielt, danach war sie sogar Stabführerin. „Die Spielleute sind sehr gut, da kommt richtig Stimmung auf”, würdigte sie die Veranstaltung.

Viele Jugendliche dabei

Apropos Jugend, auffallend viele junge Leute sieht man in den Musikzügen. 65 Prozent der Spielleute seien Jugendliche, wobei Jugendliche bis zum 27. Lebensjahr gezählt werden. Dieter Frackowiak sagt, dass der Zulauf an jungen Leuten so groß sei, da jeder Verein die Möglichkeit bietet ein Instrument zu erlernen. Ein Erfolgserlebnis stelle sich schnell ein, vor allem weil man eine öffentliche Aufmerksamkeit erhält und das motiviert.

Familie als eigener Spielmannszug

So ist es auch beim Spielmannszug im Ostseekarree aus Berlin Hohenschönhausen. Besteht dieser Verein doch aus einer neun köpfigen Familie. Familie Kanther, bestehend aus Mama Anja, Papa Jürgen und ihren vier Kindern im Alter von 14 bis 21 Jahren sowie eine Nichte und zwei Neffen, haben 2016 einen eigenen Spielmannszug gegründet. Da alle Kinder sehr musikalisch sind, mache es allen extrem viel Spaß.

Ständchen für Brautpaar

Zum Finale der Veranstaltung gab es noch ein besonderes Highlight. Ehrengäste war ein Brautpaar, das an diesem Tag ihre Hochzeit im Erlebnispark Paaren feierte. Marianne und Robert Pritzkow aus Börnicke bekamen ein Ständchen von 300 Spielleuten zur Hochzeit. Ganz angetan saßen die Brautleute vor den Spielmanns- und Fanfarenzügen, die mit ihrem Können und dem Zauber ihrer Instrumente zum Finale noch einmal alles gaben. In einer Halle dreihundert Musikanten und Spielleute zu hören, die ohne Proben alle zusammen spielten, das war schon atemberaubend und sorgte für einen Gänsehautmoment.

Ute Lagodka, MAFZ-Geschäftsführerin, war mit dem Tag zufrieden: „Ich freue mich, dass dieses Jahr so viele Besucher erschienen sind. In den ersten Jahren waren wir fast alleine hier. Um so schöner ist es zu sehen, dass die Veranstaltung so an Beliebtheit und Bekanntheit gewinnt.”

Von Hannelore Berg

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