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Schönwalde-Glien Umleitungsstress in Wansdorf
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Umleitungsstress in Wansdorf
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15:45 27.07.2018
Brummialarm in Wansdorf: Tausende Fahrzeuge fädeln sich täglich durch das kleine Dorf. Quelle: Marlies Schnaibel
Wansdorf

Im Volksmund heißt es Schleichweg, in der Realität ist es die Umleitung wegen der Brückenbauarbeiten bei Bötzow. Weil dort die Brücke abgerissen ist und die L 20 komplett gesperrt ist, quält sich der Verkehr durch Wansdorf und die Dorfaue von Bötzow. Die Anwohner sind genervt.

Den offiziellen Umweg über Perwenitz, Vehlefanz und Marwitz nimmt fast keiner, er ist 22 Kilometer lang. Kürzer ist die Strecke über Wansdorf mit nicht einmal fünf Kilometern. „Der Landkreis hat gezählt und uns mitgeteilt, dass sich der Verkehr verdreifacht hat“, sagt Siegfried Spallek. Er ist Wansdorfer Ortsvorsteher und direkter Anwohner an der Umleitungspiste.

Verstärkte Kontrollen

„Eigentlich geht das Gerumpel um 5 Uhr los“, sagt er. Im Berufsverkehr und zum Feierabend ist es erwartungsgemäß am schlimmsten, reiht sich Auto an Auto und zwängt sich durch den engen Dorfkern. Zwar wurde die Tempo-30-Zone ausgeweitet, aber trotz verstärkter Kontrollen halten sich viele nicht an die Geschwindigkeit. „Gestern sah ich hier ein Wettrennen zwischen einem Laster und einem Caddy, die brausten hier mit gefühltem Tempo 70 bis 80 durchs Dorf, an einer Fußgängerinsel fuhr einer links und einer rechts vorbei“, beschreibt er seine Beobachtung. Er wäre schon froh, wenn sich die Verkehrsteilnehmer an die Tempovorschriften hielten. Außerdem haben die Wansdorfer beim Landkreis die Ausdehnung der Halteverbotszone beantragt. „So wie es bei den Bötzowern ja auch geklappt hat“, sagt Spallek.

Die Nachbarn in Oberhavel plagen die gleichen Probleme. „Am schlimmsten sind die Lkw. Die sind so laut, dass ich nachts kein Fenster öffnen will“, klagt Anwohnerin Christine Neumann. Auch Schichtarbeiter haben es bei dem Dauerlärm schwer.

Sperrung im August

Siegfried Spallek ärgert sich auch darüber, dass man die Umleitung nicht „ehrlich“ ausgewiesen hat. „Wo sitzen eigentlich die Planer? Irgendwo an einem grünen Tisch?“, fragt er. Immerhin vom 8. bis 15. August dürfte Ruhe herrschen. Dann wird in Wansdorf ein Teil der Durchfahrtsstraße gesperrt, abgefräst und mit einem neuen Belag versehen. Aber danach geht das Drama weiter. Bis Ende 2019, dann soll die neue Brücke an der L 20 fertig sein.

Umleitungsschild an der L 16. Quelle: Marlies Schnaibel

Fix und fertig dürfte dann aber auch die L 16 sein. Über die rollt der Großteil des Umleitungsverkehrs – egal ob er über Wansdorf oder Perwenitz kommt – nach Schönwalde. Mehr als 16000 Fahrzeuge pro Tag sind an der Brücke über dem Havelkanal gezählt. „Die Landesstraße ist so schlecht, das gibt ihr jetzt den Rest“, meint Spallek und hofft, dass das Land dann endlich aktiv wird.

Post an die Landesregierung

Das hofft auch Bürgermeister Bodo Oehme (CDU), der seit Jahren für die Verbesserung der desolaten Landesstraße kämpft. Jetzt hat er an die Ministerin, die Staatssekretärin und an die Landtagsabgeordneten aus der Region geschrieben. Immerhin: Ursula Nonnemacher von den Grünen hat ihm geantwortet.

Von Marlies Schnaibel

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