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Schönwalde-Glien Verband „pro agro“ bringt Regionales in den Supermarkt
Lokales Havelland Schönwalde-Glien Verband „pro agro“ bringt Regionales in den Supermarkt
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18:51 30.05.2018
Der Geschäftsführer des Verbandes pro agro Kai Rückewold. Quelle: Ralf Stork
Paaren im Glien

Der Verband „pro agro“ teilt das Schicksal der meisten Verbände: Die Öffentlichkeit kennt viele der Mitglieder, auch der Name ist irgendwie bekannt. Aber was genau der Verband so treibt – keine Ahnung.

Die Geschäftsstelle ist auf dem Gelände des MAFZ-Erlebnisparks in Paaren im Glien. „Wir versuchen in Brandenburg auf verschiedene Weisen den ländlichen Raum zu fördern“, erklärt Geschäftsführer Kai Rückewold. Der Verband sei im ganzen Land tätig, wirke aber auch direkt in der Region: „Wir organisieren zum Beispiel jedes Jahr in der letzten Oktoberwoche das Brandenburger Schlachtefest hier im Erlebnispark“, sagt Rückewold. Und auf der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Brala) in Paaren im Glien ist der Verband den pro agro Regionalmarkt, bei dem Direktvermarkter aus ganz Brandenburg ihre Produkte anbieten, verantwortlich.

Mitorganisator der Landpartie

Das bekannteste Produkt des Verbandes ist aber mit Sicherheit die Brandenburger Landpartie, die am 9. und 10. Juni bereits zum 24. Mal stattfindet. Allein im Havelland nehmen knapp 20 Bauernhöfe, Gestüte und Imkereien teil. Die meisten davon kommen aus dem östlichen Teil des Landkreises.

„Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, die Betriebe bei der Vermarktung ihrer Produkte zu unterstützen“, so Kai Rückewold. In diesem Sinne funktioniert ja auch die Landpartie: Bauernhöfe öffnen ihre Tore, damit die Besucher sehen können, welche Arbeit dort geleistet wird und was für tolle Wurst, Brotaufstriche oder Gemüsesorten es dort gibt.

Regionale Anbieter werden unterstützt

Pro agro bringt Erzeugnisse aus der Region aber auch direkt in die Supermärkte, wie der Geschäftsführer weiß: „Unterschiedliche Produkte aus Brandenburg, die wir unter der Marke ,Von hier’ vermarkten, kann man mittlerweile in 38 Rewe-Märkten kaufen. Aktuell werden es jedes Jahr fünf Märkte mehr. Hinzu kommen noch zahlreiche Edeka-Märkte, die Produkte von rund 300 regionalen Anbietern bei sich in die Regale stellen.“ Das 501-Bier, das nur ein paar Meter von den Verbandsbüros entfernt in der Paarener Braumanufaktur gebraut wird, kommt als „Von-hier“-Produkt ebenfalls ab dem Sommer in einige Rewe-Märkte.

Die Themen Nachhaltigkeit und Regionalität werden immer wichtiger – auch für den Einzelhandel. Das sieht man schon an der Zahl der Händler, die in der Brandenburghalle auf der Grünen Woche in Berlin über pro agro Kontakt zu den Direktvermarktern suchen: 2010 waren es gerade mal sechs, 2017 bereits 250 Handelsvertreter.

Lücken bei regionalen Fleisch- und Wurstwaren

Gerade die „Von hier“-Marke ist für die Produzenten ein ziemlich bequemer Vertriebsweg. „Wir haben ein Zentrallager bei der Werder-Frucht in Groß Kreutz zwischen Potsdam und Brandenburg. Die Direktvermarkter liefern dort ihre Ware ab und müssen sich um die weitere Verteilung zu den Märkten nicht mehr kümmern. Und wir können in jedem Fall noch weitere Anbieter gebrauchen“, sagt Rückewold, der fest davon überzeugt ist, dass die Nachfrage nach regionalen Produkten auch in den Märkten weiter steigt.

Bereits ganz gut aufgestellt ist die Regionalmarke bei haltbaren Produkten wie Öl, Honig oder Saft. Aber auch da spricht nichts dagegen, noch weitere Sorten ins Sortiment zu nehmen. Größere Lücken gibt es vor allem noch bei Fleisch- und Wurstwaren und Molkereiprodukten. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es in fünf bis zehn Jahren völlig normal ist, beim Einkauf auf Regionalität zu achten, und dass es einem dann wirklich merkwürdig vorkommt, Biokartoffeln zum Beispiel aus Ägypten zu kaufen“, sagt Rückewold.

Weitere Informationen zur Regionalmarke und zum Verband im Internet unter www.proagro.de

Von Ralf Stork

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