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Schönwalde: Pegida trifft auf friedlichen Protest

Hunderte Menschen demonstrieren Schönwalde: Pegida trifft auf friedlichen Protest

Pegida Havelland hat am Samstag in Schönwalde-Glien erneut gegen die „Masseneinwanderung in Deutschland“ demonstriert. Insgesamt 130 Teilnehmer sind gekommen, weit weniger als im Januar. Doch sie stoßen auf Protest. Viele Hundert Menschen haben sich dagegen gestellt und laut Stimmung gemacht, während die andere Seite von „Invasion“ sprach.

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Mit Trommeln und Tröten gegen Pegida Havelland.

Quelle: Holger Kohl

Schönwalde-Glien. Zum zweiten Mal in diesem Jahr demonstriert Pegida Havelland in Schönwalde-Glien bei einer Kundgebung. Insgesamt sind nach Polizeiangaben 130 Menschen gekommen, um unter dem Motto „Masseneinwanderung stoppen – Rechtsstaat wiederherstellen“ zu protestieren. Pünktlich um 15 Uhr versammelten sie sich unweit des Rathauses. Doch nur 100 Meter weiter stellen sich viele Demonstranten „dem Hass entgegen“ dagegen. Sie wollen zeigen, dass Schönwalde auch anders kann.

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Die Kreisverbände der SPD, der CDU, der Linken und der Grünen hatten zu einer Gegendemo direkt am Schönwalder Rathaus aufgerufen. Rund 250 Demonstranten sind gekommen. „Wir wollen das offene, freundliche und tolerante Gesicht Schönwaldes zeigen und bewahren. Denn Pegida und andere derartige Bündnisse sind eben nicht das Volk“, hieß es vorab in einem Aufruf.

Trommeln gegen Fremdenfeindlichkeit

Gewillt, zu zeigen, dass sie in „Schönwalde und in unserer Region keine Verhältnisse, in denen geflüchtete Menschen drangsaliert, eingeschüchtert und bedroht werden“ wollen, haben sich die Demonstranten versammelt. Sie haben ein buntes Programm zusammengestellt. Zwischen Reden gegen Fremdenfeindlichkeit und für kulturelle Vielfalt, gibt es Getrommel, um Stimmung zu machen – und lauter zu sein, als die Pegida-Anhänger. Das schaffen die Teilnehmer zweifelsohne. Unser Reporter vor Ort versteht kaum sein eigenes Wort. Unter die Demonstranten haben sich unter anderem auch der Linken-Politiker Harald Petzhold, die Landtagsabgeordnete der Grünen, Ursula Nonnemacher, Petra Budke von den Grünen, Brandenburgs Staatssekretär Martin Gorholt und der Landtagsabgeordnete der CDU Dieter Dombrowski gemischt.

Dieter Dombrowski bei der Gegendemonstration

Dieter Dombrowski bei der Gegendemonstration: „Es ist unsere Pflicht die Menschen aufzunehmen.“

Quelle: Holger Kohl

Brandenburgs Staatssekretär Martin Gorholt ergriff das Mikro. „Respekt statt Rassismus, das ist unsere Formel“, bringt er das Anliegen der Pegida-Gegendemonstranten auf den Punkt. Bundestagsmitglied Harald Petzhold von den Linken freute sich unterdessen, dass drei Mal so viele Demonstranten gekommen sind und damit ein Zeichen setzen, dass die Mehrheit für eine Flüchtlingsaufnahme ist. Sie sind bereit hilfebedürftigen Menschen Schutz zu geben. Auch fiel bei den Reden, dass es eine Pflicht sei, sich der vor dem Krieg flüchtenden Menschen anzunehmen.

Pegida-Anhängerin spricht von „islamischer Invasion“

Ganz andere Töne gibt es hingegen auf der Pegida-Seite. Dort forderte Susanne Briem laut: „Merkel muss weg“ – und erntete dafür lautes, beipflichtendes Gebrüll und Geklatsche. Doch das blieb nicht ihre einzige Forderung. In ihrer Rede sagte sie auch: „Wir müssen die islamische Invasion stoppen.“

Die Pegida-Anhänger demonstrieren in Schönwalde

Die Pegida-Anhänger demonstrieren in Schönwalde.

Quelle: Holger Kohl

Während die Teilnehmer demonstrieren ist viel Polizei vor Ort. Auf die Frage, wie viele Beamte im Einsatz seien, sagte der Leiter kurz und knapp: „Genug!“ An jeder Ecke sieht man einen Polizeiwagen.

Um 16.05 Uhr haben die Pegida-Demonstranten in Schönwalde ihre Kundgebung beendet. Sie bauen die Technik ab. Auf der Seite der Gegendemonstranten wird noch getrommelt. Doch auch diese Versammlung löst sich auf. Die Polizei bleibt weiter vor Ort, um sicherzustellen, dass alles friedlich bleibt.

Über Pegida Havelland ist nicht viel bekannt

Am 23. Januar war Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) erstmals im Havelland in Erscheinung getreten. Begleitet wurde die damalige Kundgebung von Trommeln und Pfiffen der Gegendemonstranten, unter die sich unter anderem der Linke Bundestagsabgeordnete Harald Petzold, die Landtagsabgeordnete der Grünen Ursula Nonnemacher und Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) mischten.

Über Pegida Havelland ist weiterhin nicht viel bekannt. Auch nicht, welche Personen hinter der Gruppe stehen. Klar ist nur, dass die Gründungsveranstaltung in Schönwalde stattgefunden habe, so Frauke Postel vom mobilen Beratungsteam Potsdam.

Von Laura Sander, Jens Wegener, MAZonline

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