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Schönwalde: War es Brandstiftung?

Feuer neben Flüchtlingsunterkunft Schönwalde: War es Brandstiftung?

Auf dem Gelände des Schullandheims, derzeit eine Notunterkunft für Flüchtlinge, in Schönwalde-Glien ist ein Schuppen ausgebrannt – nur einen Tag, nachdem die Asylsuchenden eingetroffen waren. Als der Bürgermeister von dem Feuer erfuhr, rechnete er bereits mit dem Schlimmsten. Einige vermuten, dass dem Feuer kein technischer Defekt zugrunde liegt.

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In dem Schuppen im hinteren Teil des Geländes waren Materialien des Schullandheims und einer Event-Firma untergebracht.

Quelle: Julian stähle

Schönwalde-Glien. Peter Bernhard saß am Donnerstagabend gerade in der Schönwalder Gemeindevertretung, als sein Telefon klingelte. Es war der Wachschutz der Flüchtlingsunterkunft im Schullandheim, der ihn darüber informierte, dass im Wachhäuschen der Strom ausgefallen war. Bernhard gehört das Gelände, auch wenn dort zurzeit der Landkreis und die Johanniter als Betreiber der Notunterkunft das Sagen haben. Zu diesem Zeitpunkt ahnte er noch nicht, dass der fehlende Strom in dieser Nacht das geringste Übel sein würde.

Denn kurz darauf, gegen Viertel vor neun, brach im hinteren Teil des Geländes aus noch ungeklärten Gründen ein Feuer aus, ein Schuppen brannte völlig aus. Das Schullandheim hatte dort unter anderem Bierzeltgarnituren, Trampoline, einen Rasenmäher und zwei Kicker gelagert, die Peter Bernhard eigentlich für die Flüchtlinge aufstellen wollte – Materialien im Gesamtwert von knapp 10 000 Euro. In dem Schuppen befand sich außerdem die mindestens 30 000 Euro teure Ausrüstung einer Event-Firma, auch sie fiel den Flammen zum Opfer. Die Feuerwehren aus Schönwalde und Falkensee waren mit 40 Einsatzkräften vor Ort, um ein Übergreifen auf andere Häuser zu verhindern. Trotzdem wurde ein Nachbarhaus teilweise beschädigt.

Die Kripo untersucht, ob Brandstifter am Werk waren

Die Kripo untersucht, ob Brandstifter am Werk waren.

Quelle: julian stähle

Flüchtlinge waren nicht in Gefahr

Die Wohngebäude des Schullandheims, in dem seit dieser Woche 48 Flüchtlinge untergebracht sind, waren nach Angaben der Polizei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Die Bewohner mussten aber aus Sicherheitsgründen zeitweise ihre Unterkünfte verlassen. Sie kamen mit dem Schrecken davon.

Als Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) von dem Feuer erfuhr, rechnete er mit dem Schlimmsten. Er erinnerte sich an den Turnhallenbrand Ende August in Nauen, der höchstwahrscheinlich von Rechtsextremen gelegt worden war, weil dort Asylbewerber einziehen sollten. „Als ich dann gehört habe, dass es sich um einen Schuppen handelte, der weit weg von den Unterkünften steht, war ich schon erleichtert“, sagte Oehme.

Soll der Brand ein merkwürdiger Zufall gewesen sein?

Die Brandursache ist noch offen. Man ermittle wegen des Verdachts der Brandstiftung, sagte Polizeisprecherin Jana Birnbaum, doch auch ein technischer Defekt könne nicht ausgeschlossen werden, weil sich im Schuppen auch Gasflaschen und Kühlschränke befanden. Peter Bernhard glaubt nicht daran, „es ist alles abgeklemmt gewesen“, sagte er.

Die Flüchtlinge sind erst einen Tag da – schon hat es unweit ihrer Unterkunft gebrannt

Die Flüchtlinge sind erst einen Tag da – schon hat es unweit ihrer Unterkunft gebrannt. Sie waren jedoch nicht in Gefahr.

Quelle: julian stähle

Auch Martin Mildenberger, Mitgründer der Schönwalder Willkommensinitiative „Neue Nachbarn“ hält es für einen „merkwürdigen Zufall, dass es dort nur einen Tag nach der Ankunft der Flüchtlinge brennt.“ Die Initiative werde sich aber nicht abschrecken lassen: Nächste Woche will man mit dem Deutschunterricht für die Neuankömmlinge starten.

Das Sicherheitskonzept bleibt

Möglicherweise war es auch Brandstiftung ohne einen rechtsextremem Hintergrund: Bereits im Sommer waren in dieser Gegend von Schönwalde mutmaßlich Feuerteufel unterwegs, die mehrere Buschbrände legten – lange bevor das Schullandheim als Notunterkunft ins Gespräch gebracht wurde. Der Landkreis will das Sicherheitskonzept für das Schullandheim jedenfalls vorerst nicht verändern. „Das ist von den Ergebnissen der Untersuchung zur Brandursache abhängig“, so Kreissprecherin Bianca Lange. Auch Bonny Oppermann vom Johanniter-Regionalverband Brandenburg-Nordwest als Betreiber der Unterkunft betonte, das Konzept sei sehr gut ausgearbeitet und biete „höchstmögliche Sicherheit“.

Von Philip Häfner

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