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Schon sechs Bürgermeisterkandidaten

Rathenow Schon sechs Bürgermeisterkandidaten

Bisher gibt es sechs Interessenten für das Bürgermeisteramt in Rathenow. Gewählt wird am 25. Februar kommenden Jahres. Amtsinhaber Ronald Seeger eröffnete den Kandidatenreigen schon im späten Frühjahr. Nun gibt es bei den Bewerbernamen auch eine Überraschung.

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Der Vorsitzende des Rathenower Kinder- und Jugendparlaments, Maximilian Vogt (blaues Hemd), kandidiert für das Bürgermeisteramt. Getragen wird er von den Mitgliedern des Kinder- und Jugendparlaments.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Bevor er in seine erste Amtszeit eintrat, hatte Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger versprochen, er werde ein Kinder- und Jugendparlament gründen. Das Versprechen hat er gehalten. Seither hat sich das „KiJuPa“, wie es kurz heißt, zu einem der erfolgreichsten Kinder- und Jugendparlamente im Land Brandenburg entwickelt.

Ein eigener Kandidat

Viele Vorsitzende des Jugendparlamentes haben später in Parteien erste Schritte in die Politik gewagt. Corrado Gursch bei Pro Rathenow und dann bei der CDU, Sebastian Lodwig bei der SPD oder Susanne Meier bei den Linken. Susanne Meier war schon stellvertretende Kreistagsvorsitzende, Corrado Gursch leitet einen Ausschuss. Nun aber schickt sich das Kinder- und Jugendparlament an, einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl zu nominieren.

Die üblichen Prozeduren

Maximilian Vogt hat die Leitung des KiJuPa vor einiger Zeit schon übernommen. „Ich bin einfach nur der Kandidat“, sagt Maximilian Vogt, der 27 Jahre alt ist. „Klingt seltsam, ist es aber nicht“, so betont er. „Theoretisch kann sich jeder ab 18 Jahren zur Wahl aufstellen lassen – und durchläuft dann die üblichen Prozeduren.“

Bei der Bürgermeisterwahl im Februar sind auch 16jährige wahl- und stimmberechtigt

Bei der Bürgermeisterwahl im Februar sind auch 16jährige wahl- und stimmberechtigt.

Quelle: Reyk Grunow

Damit ist im Falle von Max Vogt gemeint, dass er als Einzelbewerber – das Kinder- und Jugendparlament ist keine Partei oder Wählergemeinschaft – 56 Unterstützungsunterschriften vorlegen muss. Diese müssen von Wahlberechtigten kommen, die zur Rathenower Bürgermeisterwahl wählen dürfen. Das bedeutet, dass sich auch 16 Jahre alte Jugendliche im Rathaus zur Unterschrift für Maximilien Vogt melden dürfen. Denn das Wahlalter in Brandenburg beträgt bei Bürgermeisterwahlen 16 Jahre.

„How to make a Bürgermeister“

Die Kandidatur ist ein bildungspolitisches Projekt des Kinder- und Jugendparlamentes. „How to make a Bürgermeister“ ist die Überschrift über Vogts Kandidatur. „Der Wahlkampf wird komplett medial begleitet und für jeden zugänglich gemacht.“ Dabei sollen alle Jugendlichen, die es interessiert, lernen, wie man sich um politische Ämter bewirbt. Da stehen viele Fragen im Raum. Was für Formulare gilt es auszufüllen? Mit wem muss eigentlich gesprochen werden? Wie schreibt man ein Wahlprogramm? „All dem wollen sich die sechs Mitglieder des Jugendparlamentes stellen und deren Beantwortung in die Hand von Jugendlichen legen.

Ab 16 darf man wählen

Max Vogt hofft, dass sich viele für das Projekt und seine Kandidatur interessieren. „Die Hauptzielgruppe sind junge Menschen. Denn, was noch immer nicht jeder verinnerlicht hat: Im Land Brandenburg kann bereits ab 16 gewählt werden. Diese Stimmen sind zielführend – und dahinter stehen wichtige Themen, die zentral platziert werden sollen.“

Das sind die Ziele

Für Vogt geht es bei der Politik, die er repräsentieren will um Kindergärten, Schulen, Freizeit, Musik, Sport und Infrastruktur. „Die Jugend bewegt Rathenow. Und das Kinder- und Jugendparlament setzt sich nun daran, Inhalte zu vermitteln – sowohl in die Richtung der Kandidaten als auch an die Wähler.

Sechs Bewerber

Allerdings: wer kandidiert, sich um politische Verantwortung bewirbt, der muss sie auch annehmen, wenn der Wähler diese Verantwortung in die Hände eines Kandidaten gibt. Insofern wird die Bürgermeisterwahl mehr als ein Projekt sein, hieß es jetzt aus dem Umfeld der Kandidaten, die bereits benannt sind. Dazu gehören Thomas Baumgardt (SPD), Daniel Golze (Die Linke) und Amtsinhaber Ronald Seeger (CDU). Alle drei müssen noch offiziell von den Parteien nominiert werden, das dürfte allerdings nur ein formaler Akt sein. Dazu kommt Christian Kaiser vom pegidaähnlichen Bürgerbündnis Havelland, der ebenfalls als Einzelkandidat Unterschriften zur Unterstützung der Kandidatur braucht.

Ronald Seeger (CDU), Bürgermeister von Rathenow, hat seine erneute Bewerbung frühzeitig bekannt gemacht

Ronald Seeger (CDU), Bürgermeister von Rathenow, hat seine erneute Bewerbung frühzeitig bekannt gemacht.

Quelle: Kniebeler, Markus

Und noch eine Einzelkandidatur scheint es zu geben. Wie zu erfahren war, sammelt Ulf Michaelis aus Rathenow ebenfalls Unterstützerunterschriften. Ulf Michaelis trat in der kommunalpolitischen Debatte mehrmals in Erscheinung und zwar immer dann, wenn die Schulentwicklungsplanung die Schließung der Grundschule Rathenow West vorsah. Michaelis stand für viele Jahre dem Förderverein der Seeger-Grundschule in Rathenow-West vor.

Schule und Wirtschaft

Es ist nicht auszuschließen, dass die kleine Schule Thema im Bürgermeisterwahlkampf wird. Mit der Bewerbung um Fördermittel aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept gibt es Pläne im Rathaus, die kleinen Schulen in Rathenow so zu strukturieren, dass sie sowohl als Schule, wie auch als Stadtteiltreffpunkt genutzt werden können. Ulf Michaelis, der im Wirtschaftsministerium des Landes arbeitet, will jedoch auch Wirtschaftsthemen stark in den Vordergrund rücken.

Meldeschluss im Dezember

Meldeschluss für Kandidaten ist der 21. Dezember. Bis dahin müssen Parteien ihre Bewerber nominiert und Einzelbewerber ihre Unterschriften vorgelegt haben.

Von Joachim Wilisch

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