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Havelland Schreiben um weiterzuleben
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00:31 19.11.2015
Britta Orlowski an einem ihrer Lieblingsorte: Das Havelufer in Bützer. Quelle: Christin Schmidt
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Milow

„Mit jedem Buch, das man schreibt, verarbeitet man etwas“, sagt Britta Orlowski. Die Milower Autorin spricht aus Erfahrung. In den letzten zehn Jahren hat sie neun Romane verfasst, fünf davon wurden bereits veröffentlicht. In jedem einzelnen dieser Werke finden sich Splitter aus ihrem eigenen Leben. Menschen, die Britta Orlowski gut kennen, wissen welche Figuren oder Passagen sehr Persönliches verraten. Mal sind es Erlebnisse aus der Kindheit, mal sind es Menschen, die sie beeindruckt haben. Der Großteil entspringt aber stets ihrer Fantasie.

Etwas anders ist das bei ihrem neuen Buch „Liebe misst man nicht in Jahren“, das gerade im Bookshouse Verlag erschien. Die Geschichte spielt wie der Vorgänger „Land oder Liebe“ in Bützer auf einem Mehrgenerationen-Hof. Dorthin zieht die Hauptprotagonistin Betty, die um ihren jüngsten Sohn trauert, der bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Im Dorf ihrer Kindheit will sich Betty ein neues Leben aufbauen. Als nicht weit entfernt in Bamme eine Frau umgebracht wird, ist es mit dem ruhigem Leben vorbei.

„Schreiben ist für mich wie Medizin“

Auf den ersten Blick klingt auch diese Geschichte nach einem typischen Roman der Milower Autorin und doch ist sie ganz anders. Denn mit „Liebe misst man nicht in Jahren“ verarbeitete Britta Orlowski den schrecklichen Unfalltod ihres eigenen Sohnes. „Schreiben ist für mich wie Medizin“, sagt sie. Dieser Satz dürfte ganz besonders auf ihren bisher persönlichstes Buch zutreffen. Es ist ein Buch, dass sie schreiben musste. Zum einen, weil sie es sich und ihrem Kind versprochen hatte, zum anderen, um weiterleben zu können. Unverkennbar ist die Ähnlichkeit der Autorin mit ihrer Romanheldin Bettina Olschewski. Mit ihr hat sie vieles noch einmal durchlebt und durchlitten. Nie sei es ihr schwerer gefallen, ein Buch zu schreiben.

Auf 385 Seiten hat sie die Geschichte einer Mutter zu Papier gebracht, die jeden Tag und jede Minute mit dem Verlust ihres eigenen Kindes kämpft. Natürlich spielt auch die romantische Liebe eine Rolle – Orlowski setzt auf Bewährtes und gibt zugleich sehr Persönliches preis. Dazu hat sie eine ordentliche Portion Fantasie zwischen die Zeilen gepackt, zum Beispiel der Mord in der Brandenburger Straße in Bamme. Und Orlowski bedient sich nicht ungeschickt an realen Fällen. Der kaltblütige Mörder Ralf Schnückrich weckt Erinnerungen an die grausamen Morde des Frank Schmökel. „Ich fand es unglaublich beängstigend, dass so eine Kreatur – anders kann ich es gar nicht sagen – es geschafft hat, auszubrechen und nebenbei noch Leute tötete, einfach weil sie ihm im Weg stehen“, erklärt die Autorin.

Die psychologische Komponente reizt

Intensiv beschäftigt habe sie sich aber nicht mit Schmökel. „Ich habe mir einfach vorgestellt, wie tickt dieser Typ wenn er auf der Flucht ist“, so Orlowski. Es gehe ihr ohnehin nicht darum, die Brutalität im Detail zu beschreiben. Viel spannender findet sie die psychologische Komponente beim Aufklären. Den Fall Schritt für Schritt aufdecken und dabei mit den Figuren spielen, falsche Fährten legen, das ist es, was sie reizt.

Info: Am Donnerstag, 19. November, liest Britta Orlowski um 19 Uhr in der Rathenower Stadtbibliothek aus ihrem neuen Roman vor. Die Lesung wird musikalisch umrahmt von Gabriele Knobloch und mit Quiltszenen der „Rathenower Optik Quilter“ gestaltet. Karten können reserviert werden unter 0 33 85/51 26 83 oder in der Walther-Specht-Buchhandlung im City Center erworben werden.

Von Christin Schmidt

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