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Havelland 30 Schriftsteller erkunden den Naturpark
Lokales Havelland 30 Schriftsteller erkunden den Naturpark
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02:18 10.10.2015
Inspirierend: Die Landschaft der Unteren Havel. Quelle: Markus Kniebeler
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Milower Land

Der Gasthof Milow wird sich ab heute in einen Ort des Gedankenaustauschs verwandeln. Rund 30 Schriftsteller reisen an, um sich bis Sonntagmittag von der ursprünglichen Landschaft des Naturparks Westhavelland inspirieren zu lassen. Neben Exkursionen in die Umgebung stehen Vorträge, Diskussionen und Gespräche auf dem Programm. Am Samstagnachmittag hat auch die Öffentlichkeit Gelegenheit, an dem Ereignis teilzuhaben. Die Schriftstellerin Constanze John wird in der Premnitzer Villa am See aus ihrem Reisebuch „Vierzig Tage Armenien“ lesen.

Die Autoren gehören dem Potsdamer Arbeitskreis „Literatur Um Welt“ an, der sich beruft auf die Brodowiner Gespräche, die 1981 von dem Schriftsteller und Naturschützer Reimar Gilsenbach ins Leben gerufen wurde. Gilsenbachs Idee eines lebhaften Austauschs von Autoren und Naturfreunden, sein Plan, Beziehungen zwischen Kunst, Wissenschaft und Politik herzustellen, ist auch heute noch die Leitlinie des vom Umweltministerium geförderten Arbeitskreises.

Nicht nur Vorträge und Debatten

In diesem Jahr wollen sich die Autoren mit dem Jahresmotto von Kulturland Brandenburg „Landschaft im Wandel“ auseinandersetzen. Und weil es eben darum geht, ein solches Thema aus den unterschiedlichsten Perspektiven zu beleuchten, werden am Donnerstagabend eine Kunstwissenschaftlerin (Iris Berndt) und ein Denkmalpfleger (Detlef Karg) ihre Ansichten zu ästhetischen Kriterien von Landschaftsgestaltung vermitteln. Am Samstagvormittag wird der Kreis der Disziplinen geweitet, wenn die Publizistin Sigrid Geisel („Nur im Weltall ist es wirklich still“) und der Umweltpsychologe Jürgen Hellbrück über die Sinnesüberlastung unsere Zeit sprechen und die Sehnsucht nach Stille. Beim Blick in den Himmel im Sternenpark Westhavelland – angeleitet von Dieter Hermann, dem ehemaligen Leiter der Archenhold-Sternwarte – kann sich diese Sehnsucht vielleicht erfüllen.

Natur erkunden, Anregungen sammeln

Neben Vorträgen und Debatten gehört auch eine Landschaftsexkursion zum Programm, schließlich findet die Zusammenkunft im größten Naturpark des Landes Brandenburg statt. Am Freitag werden sich die Teilnehmer deshalb zu Lande und auf Kähnen ein eigenes Bild von den Reizen der Gegend machen können, von Achim Seeger (Nabu) Aktuelles von der Havel-Renaturierung erfahren und zum Gülper See, diesem wichtigsten Nahrungs-und Brutgebiet für Wasser- und Watvögel, wandern.

Constanze John liest am Samstagnachmittag in Premnitz. Quelle: Dumont Verlag

Im Rahmen der Lesung in der Premnitzer Villa am See am Samstagnachmittag wird die Leipziger Publizistin Constanze John berichten von ihrer 40-tägigen Reise durch Armenien, die sie 2014 unternahm. Dabei begegnete sie Menschen, die ihr Einblicke in die armenische Geschichte, Mythologie und Gesellschaft ermöglichten. So besuchte sie eine Höhle nahe dem Dorf Areni, in dem wenige Jahre zuvor ein über fünftausend Jahre alter Lederschuh entdeckt worden ist, sie begleitete ein Archäologenteam bei Ausgrabungen, fuhr in das 1988 von einem Erdbeben schwer getroffene Gjumri oder trampte mit dem Priester Vater Aspet von Kloster zu Kloster.

Zur Person: Constanze John

Constanze John, 1959 in Leipzig geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Pädagogik und absolvierte ein Fernstudium am Literaturinstitut in Leipzig. Sie schreibt Prosa, arbeitet für Theater, Oper und den Hörfunk. Für das Radio entstanden zahlreiche Reise-Features.

Im Jahr 2000 erhielt sie ein Reisestipendium für Armenien, seither ist sie immer wieder in das Land im Kaukasus gereist. In Kürze erscheint ihr neues Buch: „Vierzig Tage Armenien: Literarische Reisebilder.“ (Dumont)

Von Markus Kniebeler

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