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Schröder setzt auf moderne Daseinsfürsorge

Landkreis als Unternehmer Schröder setzt auf moderne Daseinsfürsorge

Wenn sich Städte, Gemeinden oder Kreise in die Rolle des Unternehmers begeben, dann sehen das vor allem die Vertreter der Privatwirtschaft nicht gerne. Es sei nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, wirtschaftliche Dienstleistungen vorzuhalten. Havelland-Landrat Burkhard Schröder ist hingegen froh, die Daseinsvorsorge für die Kreisbürger ein Stück weit in der Hand zu haben.

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Blick auf den Rangierbahnhof Elstal, wo ein moderner Bahntechnologie-Campus entsteht.

Quelle: Konrad Radon

Rathenow. Im Kreistag sitzen noch einige Kommunalpolitiker, die sich gut daran erinnern, wie das Krankenhaus-Konzept für den Landkreis Havelland diskutiert wurde. Sollte man die Kliniken verkaufen oder sollte der Landkreis selbst eine Krankenhaus GmbH gründen – mit den Krankenhäusern in Nauen und Rathenow unter einem Dach.

Der Kreistag entschied sich nach einer hitzigen Debatte für die letztgenannte Variante. Inzwischen gehört die Havelland Kliniken GmbH zu den größten Arbeitgebern im Landkreis. Aus dem Krankenhauskonzern wie Landrat Schröder immer zu sagen pflegt – Gesundheitskonzern geworden. Unter dem Dach der Havelland Kliniken GmbH befinden sich neben den Krankenhäusern so genannte Medizinische Dienstleistungszentren, die Wohn- und Pflege GmbH mit diversen Wohneinrichtungen für Senioren, die Rettungsdienst GmbH und ein Dienstleister, in dem die Versorgung mit Essen, Material, Medikamente und anderes sichergestellt wird.

Hitzige Debatte

Bis die Havelland Kliniken zu dem wurden, was sie heute sind, verging einige Zeit. „So eine Sache hat ja auch immer mit Personen zu tun“, sagte Landrat Burkhard Schröder vor einiger Zeit und meinte den Geschäftsführer der Havelland Kliniken, Jörg Grigoleit.

Jüngstes Beispiel ist die Übernahme der Altenpflegeschule Selbelang zusammen mit den Havelland Kliniken. Längerfristig soll die Schule ein Aus- und Weiterbildungszentrum am Standort Nauen ablösen. Durch die lokale Ausbildung eigener Fachkräfte können Umfang und Qualität sozialer Dienstleistungen in der Kranken- und Sozialbetreuung des Havellandes besser abgesichert werden“, so Landrat Schröder.

Die Havelland Kliniken sind zwar eine der ganz großen Unternehmen des Kreises, aber nicht das einzige. So sind auch die Müllentsorgung zusammen mit der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage und die Kulturzentrums GmbH zusammen mit Schloss Ribbeck ganz oder teilweise in Kreisbesitz.

Kreiseigene Unternehmen sind Vorbilder

Die kreiseigenen Unternehmen sollen sicherstellen, dass Daseinsvorsorge zu einem erschwinglichen Preis zu haben ist. Und sie haben Vorbildfunktion: in den Unternehmen gibt es Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Ein anderes Neuprojekt: In Zusammenarbeit mit der Havelländischen Eisenbahn wird der Kreis als zweites großes Projekt in den nächsten Jahren den alten Rangierbahnhof Wustermark zu einem Bahntechnologie-Campus, mit über 6 Millionen Euro Eigenmitteln, ausbauen. Burkhard Schröder: „Dieses wichtige Infrastrukturprojekt wird Unternehmen im Bereich Bahn-Service, die praktische Forschung und Erprobung an Bahnfahrzeugen und Ausbildung von Bahnberufen in Wustermark etablieren.“ Damit verbunden sei die Rückkehr der Havelländischen Eisenbahn von Spandau ins Havelland mit Firmensitz und die Hoffnung auf neue Arbeitsplätze in der Region.

Das Märkische Ausstellungs- und Freizeitzentrum in Paaren im Glien ist zwar nicht alleine in der Hand des Kreises. Mit dem MAFZ ist es dem Kreis allerdings gelungen, die Brandenburger Landwirtschaftsausstellung dauerhaft im Havelland zu verankern. Nicht alle Ideen haben funktioniert. Im MAFZ sollte mit einer großen Reit- und Westernmesse eine weitere Großveranstaltung etabliert werden – der Kreis unterstützte die Organisation. Doch das Interesse an der Messe war nicht groß genug.

Landrat Schröder, der im April sein Amt abgibt, hat erklärt, die Entwicklung der Kreisunternehmen, gehören zu den Ergebnissen seiner politischen Arbeit, auf die er besonders gerne schaut.

Von Joachim Wilisch

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