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Havelland Schüler blicken hinter Regale und Kassen
Lokales Havelland Schüler blicken hinter Regale und Kassen
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02:15 27.09.2015
Vertragsunterzeichnung in der Bürgelschule, von links Olaf Bier, Christoph Merschhemke und Schulleiter Michael Hohmann. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Den Möglichkeiten der Berufsorientierung für ihre Schülerinnen und Schüler hat die Gesamtschule Bruno H. Bürgel am Donnerstag einen neuen Baustein hinzugefügt. Ein Kooperationsvertrag mit dem Kaufland-Lebensmittelfachmarkt an der Milower Landstraße von Rathenow soll einerseits ein weiterer Beitrag zur Berufsorientierung sein, er soll aber auch diverse Chancen eröffnen, um theoretisch erworbene Unterrichtsinhalte in der Praxis anzuwenden. Als Vermittler tritt dabei das in Bonn ansässige Institut Unternehmen & Schule auf, das eine deutschlandweite Kaufland-Bildungsinitiative koordiniert.

Mehrere ähnliche Angebote hat die Schule abgelehnt

Die Schule habe schon mehrere ähnliche Angebote gehabt, sagte deren Leiter Michael Hohmann, die habe sie aber abgelehnt. Mit Kaufland habe man nun einen „Partner auf Augenhöhe“ gefunden, die Zusammenarbeit sei von Fairness geprägt. Die Schule sei ausdrücklich dazu aufgefordert worden, dem Unternehmen ihre Wünsche mitzuteilen. Der Rathenower Kaufland-Hausleiter Olaf Bier sagte zu, die Schüler könnten sich dort ein gutes Bild vom Einzelhandel machen – auf Wunsch auch bis ins Detail. Er habe diesmal sehr lange gebraucht, um fähige und motivierte Auszubildende zu finden. Vielleicht würden sich ja Mädchen oder Jungen der Bürgelschule dafür interessieren. Das Unternehmen bildet in Rathenow gegenwärtig zwei Einzelhandelkaufleute, eine Verkäuferin für Wurst/Fleische/Frische sowie im Abitur-Programm eine Handelsfachwirtin aus. Für den Ausbildungsstart im nächsten Jahr werden zwei Lehrlinge für Einzelhandelskaufleute und eine als Verkäuferin im Frischebereich gesucht.

Schwerpunkte des Kooperationsvertrags

Auszubildende von Kaufland berichten auf Veranstaltungen Bürgelschülern und Eltern über ihre Lehrzeit.

Angeboten sind Schülerpraktika, Tage der Naturwissenschaften und Besuche von Schülergruppen mit bestimmten Aufgabenstellungen. Eine Kaufland-Führungskraft würde mit Schülern über gesunde Ernährung sprechen.

Die Bürgelschule veranstaltet vor der Kaufland-Filiale zweimal im Jahr einen musikalisch begleiteten Flohmarkt.

Unterricht sei oft „extrem theoretisch“, befand Christoph Merschhemke, Geschäftsführer des Instituts Unternehmen & Schule. Deshalb empfehle er Schülern: „Kuckt euch an, wie die im Handel das machen.“ Kaufland stelle seinen Markt in Rathenow zur Verfügung, damit theoretisches Wissen der Bürgelschüler dort in täglich praktizierten Abläufen erprobt und gefestigt werden könne. Ernährungsfragen könnten untersucht werden bei einem Vergleich von Bio-Ware und normalen Produkten. Verkaufsstrategien könne man prüfen anhand von solchen Fragen wie: Warum steht das Obst vorn und das Waschmittel viel weiter hinten? Nicht zuletzt lasse sich der Physik nachspüren beim Betrachten des Stromverbrauchs im Fachmarkt und durch Erklärungen, was das Unternehmen alles unternimmt, um den Verbrauch von Elektroenergie reduziert. Mit bis zu 40 000 Euro im Jahr pro Markt, teilte Christoph Merschhemke mit, sei das ein echter Kostenfaktor.

Von Bernd Geske

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