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Havelland Schüler erinnern an Spandauer Juden
Lokales Havelland Schüler erinnern an Spandauer Juden
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16:42 10.11.2016
Gemeinsames Erinnern am Spandauer Lindenufer. Quelle: Laura Sander
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Spandau

Abraham Brotmann, Helene Kohn, Familie Altmann, Lina Steffen – nur einige von über 100 Spandauer Juden, die nach der Nacht zum 10. November 1938 deportiert wurden. Viele kehrten nie zurück, einige wenige überlebten den nationalsozialistischen Terror. Am neu gestalteten Spandauer Lindenufer fand am Donnerstag die Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht statt. Wo vor 78 Jahren die 1895 eingeweihte Synagoge zerstört wurde, erinnert heute ein Mahnmal an die Opfer der Verfolgung.

Neben Angehörigen der Deportierten, Vertretern der Arbeitsgemeinschaft (AG) Christen und Juden im evangelischen Kirchenkreis Spandau, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sowie aus der Politik waren auch einige Schüler des Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasiums gekommen. „Seit 2012 ist es Tradition, dass Jugendliche in diesem Rahmen eine jüdische Familie aus Spandau vorstellen. In diesem Jahr haben die Siemens-Schüler ihren Vortrag einer ganzen Gruppe gewidmet, die nach Theresienstadt deportiert worden ist“, so Gudrun O’Daniel-Elmen von der AG Christen und Juden, die die Gedenkveranstaltung seit 1989 organisiert. „Insgesamt 36 Einzelschicksale sind es bislang. Mit dem Geschichtsleistungskurs haben wir das Lager Theresienstadt besucht und Kontakt zu einigen Angehörigen der damals Deportierten aufgenommen, die über die ganze Welt verteilt sind“, so Geschichtslehrer Michael Franz. „Wir arbeiten sehr eng mit der Spandauer Geschichtswerkstatt zusammen und haben gemeinsam mit dem Kunstkurs und einer Spandauer Künstlerin eine steinerne Gedenktafel entworfen, die jetzt in Theresienstadt hängt“, so Franz weiter und fügt an: „Das ist Geschichte zum Anfassen und das Interesse der Schüler ist sehr groß.“

Das bestätigt auch Religionslehrerin Claudia Schwope von der Spandauer Lynar-Grundschule: „Ich habe in den sechsten Klassen nachgefragt, wer zu der Gedenkveranstaltung mitkommen möchte. Da wir bereits viele Projekte zum Thema durchgeführt haben, war das Interesse sehr groß.“

Von Laura Sander

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