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Schüler gestalteten Gottesdienst

Premiere in Elstal Schüler gestalteten Gottesdienst

Zum ersten Mal gab es in der Elstaler Kirche einen Gottesdienst, der zu großen Teilen von Schülern gestaltet wurde. Es ging um das Licht in der Dunkelheit.

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Mit dem Laptop beim Gottesdienst: Fabian Manzey (l.) und James Marnitz spielen einen Dialog mit einer Servicehotline.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Elstal. Fabian (16) und James (15) sitzen auf Stühlen vor dem Altar. Die beiden Jungs haben Kopfhörer auf und einen Laptop auf den Knien. Sie spielen eine Szene aus dem täglichen Leben nach, simulieren ein Gespräch zwischen einem Kunden und einem Mitarbeiter einer Servicehotline. Er geht um die Installation einer Software, aber nicht irgendeiner. Die heißt „Liebe“ und ist, wie sich am Ende des Beratungsgespräches herausstellt, kostenlos – wie im wahren Leben.

Dieses und andere moderne Elemente haben die 13 Mädchen und Jungen der Elstaler Heinz-Sielmann Oberschule in den ersten Schülergottesdient aufgenommen, der am Mittwochabend in der Elstaler Kirche gefeiert wurde. Etwa 50 Gäste, darunter viele Eltern und einige Lehrer, sehen sich an, womit sich die Kinder im evangelischen Religionsunterricht so beschäftigen. Den leitet in Elstal, wie auch an der Falkenseer Kantschule, die Potsdamer Schülerpfarrerin Ute Arndt-Hering (53): „Wir haben uns gemeinsam überlegt, unter welches Thema wir den Gottesdienst stellen können. Schnell sind wir darauf gekommen, dass es sich gerade in der Adventszeit um Licht drehen soll.“ Die Siebt- bis Neuntklässler sammelten Gedanken, Gedichte sowie besinnliche Texte aus Büchern und dem Internet über das Licht in der Dunkelheit. Dann wurde geprobt.

In der mit Adentsgestecken, einem Weihnachtsbaum, Engeln und vielen Kerzen geschmückten Kirche tragen die Jugendlichen dann ihr Programm vor. Einige Verse von Pfarrer Dietrich Bonhoeffer sind dabei, der am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt war und im April 1945 in einem Konzentrationslager ums Leben kam. Die Schüler erzählen und spielen die Geschichte von der „kleinen Traurigkeit“, die niemand mag und die am Ende auf die Hoffnung trifft. Ungewöhnlich auf den ersten Blick, dass neben vielen kirchlichen Liedern auch ein Song aus dem Film „Forrest Gump“ sowie aktuelle Musik, wie „Astronaut“ von Rapper Sido und Andreas Bourani in der Kirche erklingt. Auf den zweiten Blick wird klar, den Titel haben die Schüler bewusst ausgewählt, weil es darin auch um das „Dunkel der Nacht“ und die friedliche Welt oben im Himmel geht.

Immer wieder greift Ute Arndt-Hering zu ihrer Gitarre, singt sie mit ihrem Schülerteam und allen Gottesdienstbesuchern. Dann erzählt sie von einer Bastelmappe und präsentiert die Ergebnisse der Schüler, die eigentlich aus dem Bastelalter raus sind. Engel und Karten aus Transparentpapier zeigt sie hoch und würdigt das Engagement der junge Leute.

Nach 90 Minuten in der mit 12 Grad recht kalten Kirche, können alle Besucher eine Licht mit auf dem Heimweg nehmen. Mit Beifall endet ein besonderer Gottesdienst, der in dieser Form nicht der letzte gewesen sein soll. „Ich bin total begeistert, vor allem weil moderne Sachen eingebaut wurden“, sagt Mutter Carina Hinz aus Elstal, deren Tochter Inga zu den Akteuren gehört.

Von Jens Wegener

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