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Havelland Schüler lesen lieber digital
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16:06 24.11.2017
Florian (r.) von der Duncker-Oberschule hat schon öfter in die MAZ geschaut. Er interessiert sich besonders für Politik und Sport. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Eine gedruckte Zeitung zu lesen, das gehört für die wenigsten Jugendlichen zum Alltag. Viel zu groß und unhandlich sind die auf Papier gedruckten Nachrichten, meinen die Schüler der achten Klasse der Rathenower Dunkcer-Oberschule. Das Lesen auf dem Smartphone oder dem Tablet finden sie viel komfortabler.

In den nächsten Wochen werden die Mädchen und Jungen dennoch in der gedruckten Ausgabe der Märkischen Allgemeinen Zeitung stöbern, denn sie gehören zu den 1444 Schülern, die seit 13. November täglich die MAZ in den Klassenraum geliefert bekommen.

Mit ihrer Lehrerin Cornelia Petzold beschäftigen sich die Oberschüler nun zwei Mal pro Woche im Rahmen des Projekts Schulreporter 2.0 intensiv mit der Tageszeitung. Vom Aufbau des Blattes über die Beschäftigung mit den verschiedenen journalistischen Darstellungsformen und dem Wandel der Zeitung im digitalen Zeitalter bis zum Berufsbild des Journalisten – vier Wochen lang werden die Schüler einen intensiven Einblick in das Zeitungs- und Mediengeschäft bekommen.

Eine Reporterin zu Besuch im Klassenzimmer

Es soll eine spannende Reise werden, die vor allem die Neugier der Schüler weckt, ihre Medienkompetenz stärkt, sie dazu animiert, sich intensiver mit aktuellen Geschehnissen auch in der eigenen Region auseinanderzusetzen und Dinge kritisch zu hinterfragen.

„Bei den Schülern kommt das Projekt sehr gut an, nur am Anfang hatten sie die Sorge, dass sie jetzt jeden Tag die gesamte Zeitung lesen müssen. Aber darum geht es natürlich nicht. Vielmehr sollen sie das Angebot nutzen, um für sie interessante Themen zu entdecken“, erklärte Cornelia Petzold. Die Pädagogin nimmt seit vielen Jahren am MAZ-Schulreporterprojekt teil und ist davon begeistert.

Schulreporter 2.0 – Medienkompetenz stärken

MAZ-Schulreporter 2.0 startete am 13. November in eine neue Runde.

Das medienpädagogische Projekt der Märkischen Allgemeinen Zeitung läuft an 25 Schulen.

1444 Schüler der siebten bis zehnten Klassen zwischen Potsdam und Brandenburg, Rathenow und Bad Belzig erhalten bis zum 9. Dezember jeden Tag eine eigene druckfrische MAZ auf ihre Schulbank geliefert.

Gemeinsam mit ihren Lehrern studieren sie vier Wochen lang im Unterricht brandneue Nachrichten aus ihrer Region, dem Land Brandenburg, ganz Deutschland und der Welt.

Mit dabei sind auch die 8. Klassen der Duncker Oberschule und des Jahngymnasiums in Rathenow.

Für die Lehrer gibt es zum Projekt jede Menge pädagogisches Begleitmaterial, außerdem besteht die Möglichkeit, einen MAZ-Reporter in die Klasse einzuladen.

In diesem Jahr hat sie das Angebot der MAZ-Lokalredaktion Rathenow angenommen und eine Reporterin ins Klassenzimmer eingeladen. Die Schüler durften dabei einmal den Spieß umdrehen und in die Rolle eines Journalisten schlüpfen, um alle möglichen Fragen rund um das Thema Zeitung zu stellen.

Wann fangen Sie an zu arbeiten? Wie lange schreiben Sie an einem Artikel? Wie kommen Sie an Informationen? Woher wissen Sie, dass ein Unfall passiert ist? Wie lange arbeiten Sie jeden Tag? Auf diese und viele weitere Fragen wollten die Achtklässler Antworten.

Am meisten staunten sie darüber, dass Journalisten in der Regel länger schlafen dürfen als Schüler, was bei einigen das Interesse an dem Beruf weckte. Nur das Schreiben, das sei dann doch nicht so ihre Sache, gestanden ein paar Jungs.

Wissen, was in der eignen Region passiert

„Leider gibt es einige Schüler, die nicht gern lesen. Man muss sie erst an die Lektüre heranführen. Ich hoffe, dass mir das mit dem Schulreporter-Projekt gelingt“, sagte Cornelia Petzold.

Derweil blätterten die Schüler auf der Suche nach spannenden Inhalten eifrig durch die MAZ. „Mich interessieren in erster Linie Artikel aus dem Bereich Politik“, verriet Florian bevor er sich in einen Text über den Abbruch der Koalitionsverhandlungen vertiefte.

Tim schaute vor allem nach Sportthemen und Philipp entdeckte im Lokalteil einen Artikel über den „Rideplatz“ am Rathenower Körgraben. Stolz erzählte Philipp, dass er selbst mitgeholfen hat, den gerade entstandnen Fahrradparcours zu bauen. Dass über den neuen Platz, der alle Generationen anlocken soll, auch in der Zeitung berichtet wird, gefiel dem Jungen.

Nach gut einer Stunde waren sich die Schüler einig, Zeitung lesen ja, aber lieber digital. Das ist nämlich nicht nur handlicher, man kann sogar ohne Taschenlampe im Dunkeln unter der Bettdecke lesen.

Von Christin Schmidt

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