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Havelland Rathenow erlebt unerwarteten Schülerboom
Lokales Havelland Rathenow erlebt unerwarteten Schülerboom
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06:11 28.02.2018
Die Kitas in Rathenow – hier ein Foto aus der „Jenny Marx“ – platzen aus allen Nähten. Mit ein bisschen Verzögerung wird dieser Boom die Grundschulen erreichen. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Das Reizwort Schulschließung, das in Rathenow für heftigste Diskussionen gesorgt hat, ist kein Thema mehr. Im Gegenteil: Weil die Zahl der Schulanfänger in den kommenden Jahren auf hohem Niveau verbleiben wird, muss über Kapazitätserweiterungen in den vier Rathenower Grundschulen nachgedacht werden.

„Vor allem im Hortbereich werden die Plätze rar“, sagt Hans-Jürgen Lemle, 1. Beigeordneter der Stadt. Um zu vermeiden, dass es in vier, fünf Jahren zu Engpässen komme, müsse jetzt schon gehandelt werden.

Überraschende Trendwende

An eine solche Entwicklung hätte noch vor wenigen Jahren niemand geglaubt. Wegen negativer Bevölkerungsprognosen drehte sich die Diskussion jahrelang darum, welche der vier städtischen Grundschulen geschlossen werden soll.

Ende 2013 entschieden die Rathenower Stadtverordneten, die Schollschule dicht zu machen. Für die Zukunft würden drei Grundschulen vollkommen ausreichen, so die damalige Argumentation.

Dramatischer Einwohnerschwund vorhergesagt

Grundlage der Entscheidung war eine von der Stadt in Auftrag gegebene Bevölkerungsprognose aus dem Jahr 2009. Darin wurde der Stadt Rathenow ein dramatischer Einwohnerschwund vorausgesagt.

Im Jahr 2018 werde die Einwohnerzahl in Rathenow unter die Marke von 22 000 sinken, hieß es in dem Gutachten. Für mehr als sechs Züge werde es bei den Einschulungen auf lange Sicht nicht mehr reichen.

Schulschließung kein Thema mehr

Die Realität sieht – glücklicherweise – anders aus. In Rathenow leben momentan 25 057 Menschen – Tendenz steigend. Die Schollschule ist noch am Netz. Und im kommenden Schuljahr wird es nicht sechs, sondern neun 1. Klassen geben. „Die Schließung einer Grundschule steht nicht mehr zur Debatte“, sagt Lemle.

Neun 1. Klassen im Sommer

Im kommenden Schuljahr werden in Rathenow neun 1. Klassen gebildet.

Die gut 200 Einschüler werden wie folgt auf die vier Rathenower Grundschulen verteilt: An der Weinbergschule werden drei ersten Klassen gebildet, an den Grundschulen Otto Seeger, Friedrich Ludwig Jahn und Geschwister Scholl gehen je zwei Einschüler-Klassen an den Start.

Das Schuljahr 2018/2019 beginnt am 20. August.

Die Gründe für die Trendwende sind vielfältiger Natur. Natürlich haben Menschen mit Migrationshintergrund, deren Zahl in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, sich auf die Einwohnerstatistik ausgewirkt. Aber das ist nicht die einzige Erklärung. Auch die Zahl der Zuzügler steigt langsam, aber kontinuierlich.

Und auch bei der Geburtenrate zeigt die Kurve nach oben. Legt man diese zugrunde, sind in den kommenden Jahren jährlich immer rund 200 Einschüler zu erwarten. Im Sommer 2021/22 wird sogar mit 228 Erstklässlern gerechnet. „Das gibt mindestens zehn, wenn nicht sogar elf 1. Klassen“, sagt Lemle.

Kapazitäten müssen erweitert werden

„Vor diesem Hintergrund müssen jetzt schon die Weichen für eine Kapazitätserweiterung gestellt werden“, so der Vize-Bürgermeister. Neben der Weinbergschule, die nach dem Umbau dreizügig betrieben werden soll, muss Lemle zufolge auch die Jahnschule auf eine Dreizügigkeit umgestellt werden. Dazu sei es unabdingbar, mehr Hortplätze zu schaffen.

Allerdings wurde der Umbau des ehemaligen Rathauses in der Jahnstraße 34 zu einem Schulhort im Sommer 2016 von den Stadtverordneten aus Kostengründen gestoppt. Bliebe als Alternative ein Neubau.

„Diese Entscheidung liegt nicht bei mir, sondern bei den Volksvertretern“, sagt Lemle. „Sicher ist, dass etwas geschehen muss.“

Von Markus Kniebeler

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