Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Kleiner Kater angeschossen

Schüsse auf Tiere in Falkensee Kleiner Kater angeschossen

Entsetzen in Falkensee: Ein Unbekannter schießt auf Tiere. In der vergangenen Woche wurde in Finkenkrug der kleine Kater Cooper angeschossen, eine Taube erschossen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Voriger Artikel
Nachts im Liegestuhl in Strodehne
Nächster Artikel
Linken-Politiker übt Kritik am Landrat

Der kleine Kater Cooper, bevor er angeschossen und lebensgefährlich verletzt wurde.

Quelle: Foto: Privat

Falkensee. Der Schock bei Andrea Krause sitzt tief: Als ihr kleiner Kater Cooper nach Hause kam, war seine Brust blutverklebt, die Vorderläufe waren verletzt, er konnte nicht laufen, das ganze Körper war mit Dreck verschmiert, das Tier hatte Sand in Augen , Ohren und Nase. Was erst wie das Ergebnis eines harten Kampfes zwischen Artgenossen aussah, entpuppte sich als heimtückischer Anschlag: Die Röntgenaufnahme zeigte, dass ein Projektil im linken Schulterblatt des Tieres steckte.

Opfer einer Schießattacke

„Ich bin entsetzt, traurig und unendlich wütend“, sagt die Falkenseerin zu dem Anschlag auf den etwa einjährigen Kater. Seit fast zwanzig Jahren wohnt sie am Rand von Finkenkrug. Nun wurde ihr Tier am vergangenen Mittwoch Opfer einer Schießattacke. „Was ist das für ein Mensch, der so etwas macht?“, fragt sie sich und andere. Im Wohngebiet hat sie Flyer verteilt. Viele Nachbarn sprechen sie daraufhin an und fragen nach dem Mischlingskater. „Cooper ist sehr geschwächt“, sagt Andrea Krause, das Projektil steckt noch im Körper, von einer Operation hat die Tierärztin erst einmal Abstand genommen.

Aber nicht nur Mitgefühl ist der Falkenseerin begegnet, auch andere Beobachtungen wurden mitgeteilt. Eine Nachbarin berichtete von einem Fall in der Brandenburgstraße, dort war am gleichen Tag ein erschossene Taube auf dem Dach einer Garage gefunden worden. „Welcher Irrer läuft hier durch die Gegend und schießt auf wehrlose Tiere?“, fragt Andrea Krause, die Anzeige bei der Polizei erstattet hat.

Diabolo-Geschoss aus einem Luftgewehr

Andrea Krause macht den Fall öffentlich, weil sie hofft, dass jemand etwas beobachtet hat, vielleicht jemanden gesehen hat, der mit einer Waffe hantiert hat. Dem Röntgenbild nach muss es sich um ein Diabolo-Geschoss aus einem Luftgewehr handeln.

Auf Zeugenhinweise ist in solchen Fällen auch die Polizei angewiesen, sagt Jana Birnbaum von der Polizeidirektion Brandenburg. „Täter sind in solchen Fällen sehr schwer zu ermitteln“, sagt sie, „Katzen sind Streuner und in der Regel nicht auf ein festes Revier festgelegt.“ So kann es in diesem Fall sein, dass der Kater in dem Areal am Russengraben angeschossen wurde. Die Kriminalpolizei Havelland ermittelt in diesem Fall wegen Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. „Auf Tiere zu schießen, sie zu verletzen oder gar zu töten, stellt eindeutig eine Straftat dar“, stellt Jana Birnbaum fest. Solche Fälle von Tierquälerei sind jedoch im Havelland sehr selten.

Tierschutz

Das Tierschutzgesetzes der BRD fordert die Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf, er hat dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Ins Grundgesetz wurde der Tierschutz im Mai 2002 aufgenommen, ihm soll dadurch mehr Gewicht verliehen werden. Eine Novellierung des Tierschutzgesetzes trat im Juli 2013 in Kraft.

Das Fangen, Verletzen oder Töten einer Wildkatze kann mit einem Bußgeld bis zu 50000 Euro bestraft werden.

Das ist auch eine Einschätzung, die auch die Mitarbeiter des Tierheims Falkensee gemacht haben. „Angeschossene Tiere wurden schon lange nicht mehr bei uns abgegeben“, sagt Rico Lange, Vorsitzender des Tierschutzvereins, der das Heim betreibt. Aber der Verein ist gerade wegen eines anderen Falles in Finkenkrug unterwegs. „Wir hatten vor einigen Tagen gehört, dass ein Mann Fallen auf seinem Grundstück auslegt hat“, sagt Rico Lange. „Unsere Ehrenamtler sind jetzt dabei, mit dem Mann zu reden, um den Hintergrund zu erfahren. Manches lässt sich im offenen Gespräch regeln.“ Das Aufstellen von Fallen ist verboten, werden sie nicht zurückgenommen, wird das Veterinäramt informiert, kündigt Rico Lange

Von Marlies Schnaibel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg