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Schützengilde mit Nachwuchssorgen

Friesack Schützengilde mit Nachwuchssorgen

Wenn am Wochenende das Kreisschützenfest in Friesack gefeiert wird, ist das auch eine Gelegenheit für die heimische Friesacker Gilde, für Nachwuchs zu werben. Derzeit zählt der Verein 84 Mitglieder.

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Mit Präzisionsluftgewehr zu schießen, macht den Friesacker Nachwuchsschützen besonders Spaß.

Quelle: Astrid Wiebe

Friesack. Der schwarze Kreis der weißen Zielscheibe misst nur 4,5 Zentimeter ,und der 10er-Ring in der Mitte hat gerade einmal den Durchmesser eines Stecknadelkopfes. Um ihn mit dem Präzisionsluftgewehr aus einer Distanz von zehn Metern zu treffen, muss die 17-jährige Celina Bukowski sich konzentrieren können und ihren Körper perfekt beherrschen. „Beides sind Fähigkeiten, die auch sonst im Leben viel nützen können“, argumentiert die Jugendleiterin der Schützengilde zu Friesack 1830 Birgit Schlüter. „Darum ist der Schützensport auch etwas für die Jüngeren.“

Celina ist seit zwei Jahren Mitglied im Friesacker Schützenverein und trainiert mit Birgit Schlüter zweimal pro Woche auf der modernen Schießanlage des Vereins. „Mir macht das riesigen Spaß. Nächstes Ziel ist das Kleinkaliberschießen. Da kann ich mich bei noch mehr Wettbewerben mit der Konkurrenz messen“, erzählt Celina, deren größter Wunsch es ist, einmal an einer Olympiade teilzunehmen.

Gemeinsam mit ihrer 13-jährigen Schwester Jolien war sie in diesem Jahr erstmals bei den Landesmeisterschaften in Frankfurt/Oder dabei. Dort zeigten beide hervorragende Leistungen beim freihändigen Luftgewehrschießen.

„Wir möchten das angestaubte Image des Schützenvereins, das manch ein Jugendlicher vor allem mit älteren Herren in Trachten und federgeschmückten Hüten in Verbindung bringt, loswerden“, stellt Birgit Schlüter klar. „Bei uns geht es vor allem um den sportlichen Aspekt und die Begeisterung für den Schießsport.“

Derzeit zählt die Friesacker Schützengilde 84 Mitglieder, doch nur die beiden Mädchen sind die Einzigen unter 18 Jahren. Birgit Schlüter sieht das Nachwuchsproblem vor allem darin begründet, dass Jugendliche heutzutage durch Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke vollkommen in Beschlag genommen sind. „Deshalb werden wir den Versuch starten und Schnupperkurse anbieten. Vielleicht wecken wir dadurch bei dem ein oder anderen Jugendlichen das Interesse am Schießsport“, so die Jugendleiterin. „Dann könnten wir auch mal bei Gruppenwettkämpfen mitmachen. Denn dazu braucht man drei bis fünf Teilnehmer“, hofft Celina.

„Die Mitgliedergewinnung gerade bei der Jugend ist schwierig, wie in vielen anderen Sportvereinen“, bestätigt auch Klaus Gottschalk. Das Vorstandsmitglied ist der noch amtierender Schützenkönig von Friesack. Dabei gibt es aus seiner Sicht so viele Aspekte, die für die Mitgliedschaft im Schützenverein sprechen: „Die Gemeinschaft wird bei uns groß geschrieben. Und wir machen uns als Verein für die Stadt Friesack stark. Das gesellige Beisammensein bei Schützenfesten oder der Friesacker Triathlon, den wir alljährlich Anfang September ausrichten.“

Dass es sich lohnt, seinen Fokus auch mal auf etwas anderes zu richten, werden die Mitglieder der Schützengilde morgen beweisen. Das 23. Friesacker Schützenfest und das Kreisschützenfest Havelland werden am Wochenende erstmals gemeinsam in der Fliederstadt gefeiert. Die Schützengilde hat als Hauptorganisator ein Programm auf die Beine gestellt, das Samstagmorgen auf der Vereinsanlage beginnt. Um die Mittagszeit wird das Kreisschützenfest auf dem Friesacker Marktplatz offiziell eröffnet. Dabei lassen die Kanoniere mit ihrem Salutschießen die Luft in Friesack mächtig vibrieren. Höhepunkt wird der anschließende Festumzug.

Von Astrid Wiebe

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