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Havelland Keine Halbtagsschule in Wustermark
Lokales Havelland Keine Halbtagsschule in Wustermark
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00:30 31.05.2015
Die Wustermarker Grundschule. Quelle: Konrad Radon
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Wustermark

Der zum Schuljahresbeginn 2015/16 geplante Wandel der Wustermarker Grundschule zu einer verlässlichen Halbtagsschule ist vom Tisch. Das Brandenburger Bildungsministerium schob dem Wunsch der Gemeinde einen Riegel vor und lehnte den Antrag der Gemeinde Wustermark ab.

Der Schock sitzt tief _ sowohl im Rathaus als auch in der benachbarten Grundschule „Otto Lilienthal“ selbst. „Wir sind schwer enttäuscht und können nur hoffen, dass sich vielleicht zum übernächsten Schuljahr die Möglichkeit ergibt“, sagt Schulleiter Eberhard Willig. Unverständnis und Bedauern empfindet Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos). „Als Schulträger haben wir noch mal versucht, in einem direkten Schreiben an Minister Baaske die Notwendigkeit einer verlässlichen Halbtagsschule für Wustermark deutlich zu machen. Doch das klappte nicht.“

Für den Bürgermeister ist es nur ein kleiner Trost, dass die Ablehnung des Ministeriums nicht auf Mängel in der Wustermarker Konzeption beruht, sondern dass alle acht Anträge von Schulträgern im Land Brandenburg bezüglich einer Halbtagsschule nicht genehmigt wurden. Zu den Gründen war vom Ministeriumssprecher Florian Engels zu erfahren: „Die Leitung des Bildungsministeriums beabsichtigt, die bisherige Arbeit der Schulen mit Ganztagsangeboten umfassend zu erfassen. Auf Grundlage der Ergebnisse wird eine Konzeption zur weiteren Arbeit der Ganztagsschulen erstellt.“ Deshalb habe der Minister zum kommenden Schuljahr keinen Antrag bewilligt. Auf die Frage, wie die Chancen für Wustermark stehen, 2016 einen neuen Anlauf zu starten, sagte Engels. „Sicherlich wird es später neue Möglichkeit geben. Aber wir wollen uns zunächst das bisherige System brandenburgweit ansehen und sich daraus ergebende Schlussfolgerungen für künftige Projekte berücksichtigen. Eine Zeitfolge kann ich Ihnen leider noch nicht nennen.“

Bauvorhaben an der Schule

Die Grundlage für einen Wandel der Grundschule zur einer verlässlichen Halbtagsschule haben die Wustermarker Gemeindevertreter im Dezember vergangenen Jahres gelegt, als sie das entsprechende Konzept für die Ganztagsbetreuung der etwa 350 Kinder bis 14.15 Uhr verabschiedeten. Zuvor hatten die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit der Schulleitung dieses Papier erarbeitet.

Mit dem Bildungsinhalten einher gehen bauliche Veränderungen. Bereits investiert hat die Gemeinde in die Sanierung der Klassenräume, Flure in der oberen Etage, in Fluchttreppen, und in einen Küchenanbau an die Aula (450 000 Euro), damit sich die Essenversorgung ab kommendem Schuljahr verbessert.

2016 und 2017 steht der Bau eines neuen Klassenhauses auf dem Schulgelände auf dem Plan. Darin integriert werden auch die Horträume, denn der Pachtvertrag für jetzigen Hort auf der anderen Straßenseite der Schule endet 2018.

So wird also der Schulstart 2015/16 im August im normalen Regelbetrieb der Grundschule erfolgen. Darüber hat die Schule auch bereits die Eltern informiert. Welche Auswirkungen sich daraus ergeben, ob Eltern ihre Kinder nun aus der Wustermarker Schule ab- oder erst gar nicht anmelden, dazu kann die Schulleitung im Moment nichts sagen. „Bisher hat noch niemand bei mir angerufen“, so Eberhard Willig.

Als „skandalös“ bezeichnet der Vorsitzende der Wustermarker Linksfraktion Tobias Bank die Entscheidung in Potsdam. „Wir haben lange gebraucht, bis ein schlüssiges Konzept für eine Ganztagsbetreuung fertig war. Dann haben sich die Gemeindevertreter dazu entschlossen, viel Geld in die Schule zu investieren. Und nun werden wir gebremst:“

Erst vor wenigen Wochen waren die geplanten baulichen Veränderungen bis 2018 an der Grundschule _ neues Klassenhaus und Horträume _ im Gemeindeparlament beschlossen und die finanziellen Mittel dafür freigegeben worden. Alle Wustermarker Fraktionen haben sich Aufwertung des Schulstandortes Wustermark bekannt. Bürgermeister Holger Schreiber geht davon aus, dass die Entwicklungspläne für die Schule unabhängig von der Entscheidung des Bildungsministeriums umgesetzt werden. Darüber werden die Gemeindevertreter spätestens in der Juni-Sitzung beraten.

Von Jens Wegener

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