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Havelland Lernen ohne Barrieren soll möglich werden
Lokales Havelland Lernen ohne Barrieren soll möglich werden
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00:30 29.10.2015
Felix Menzel im Treppenhaus der Grundschule Großwudicke. Hier soll nach Willen der Gemeinde ein Treppenlift installiert werden. Quelle: Markus Kniebeler
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Milower Land

Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land, liegen seine Schulen sehr am Herzen. Die Grundschule in Milow und die Kleine Grundschule Großwudicke seien nicht nur als Bildungseinrichtungen von großer Bedeutung für die Gemeinde, sagt er. Auch für das soziale und kulturelle Leben in der Gemeinde seien die Schulen wichtige Impulsgeber.

Diese Wertschätzung spiegelt sich wider in diversen Sanierungsvorhaben der vergangenen Jahre. Und wenn es mit dem Stadt-Umland-Wettbewerb klappt, könnte diese Attraktivität noch gesteigert werden. Vor allem für Kinder, die durch eine Behinderung gehandicapt sind.

Unmöglich, in obere Etagen zu gelangen

Inklusion lautet das Schlüsselwort. Damit ist die Integration behinderter Kinder in den normalen Schulalltag gemeint. Um dieses Ziel zu erreichen, ist Barrierefreiheit eine Grundvoraussetzung. „Ein Kind mit einer Gehbehinderung muss die Möglichkeit haben, sich im Schulgebäude frei zu bewegen“, sagt Menzel. Darum gehe es, neben der energetischen Sanierung und allgemeinen Modernisierung der Schulen, im Antrag der Gemeinde Milower Land beim Stadt-Umland-Wettbewerb. Die Gemeinde plant zusätzliche Investitionen von rund 900.000 Euro für beide Standorte bis 2018.

In Großwudicke ist es für Kinder mit körperlicher Behinderung derzeit nahezu unmöglich, Räume in der oberen Etage zu erreichen. Deshalb soll, so ist es im Antrag formuliert, im Treppenhaus ein Treppenlift installiert werden. Der Einbau eines Aufzuges scheidet aus, weil der in einem denkmalgeschützten Gebäude zu viele Probleme bereiten würde. In der Grundschule Milow sollen unter anderem Klassen- und Sanitärräume behindertengerecht umgerüstet werden.

Familiäre Atmosphäre und gute Betreuung

Dass diese Investitionen nicht am Bedarf vorbeigehen, zeigt ein Blick auf die Statistik. In Großwudicke haben von 105 Schülern sieben eine Behinderung, in Milow sind es 14 von 142. „Die Nachfrage nimmt eher zu als ab“, sagt Menzel. Vor allem aus der Stadt Rathenow gebe es immer wieder Anmeldungen. „Die familiäre Atmosphäre, die kleineren Klassen und folglich die intensive Betreuung durch geschultes Personal machten die dörflichen Schulen für Eltern behinderter Kinder attraktiv.“

Was die Inklusion angeht, sind die festen Grenzen zwischen den Schulträgern durchlässiger geworden. Man arbeite in der Milower Verwaltung eng mit den Städten Rathenow und Premnitz sowie dem staatlichen Schulamt zusammen, sagt Menzel. Wenn es den Wunsch gebe, z.B. ein Rathenower Kind mit Handicap in einer Schule im Milower Land anzumelden, dann sei das heutzutage weniger kompliziert als früher. „Die Verzahnung des Umlandes mit der Stadt wird enger“, so der Bürgermeister. Genau dieser Prozess soll durch den Stadt-Umland-Wettbewerb gefördert werden.

Neben Milower Land haben auch Premnitz, Nennhausen, Rhinow und Rathenow im Stadt-Umland-Wettbewerb Anträge zur Verbesserung der Lernqualität in ihren Grundschulen gestellt. Bei vielen geht es darum, Barrieren zu beseitigen, um behinderte Kinder besser unterrichten zu können. Ob diese Anträge bewilligt werden, entscheidet sich im kommenden Frühjahr.

Stadt-Umland-Wettbewerb

213 Millionen Euro aus EU-Programmen werden bis 2020 über das Land Brandenburg im Rahmen des Stadt-Umland-Wettbewerbs an Kommunen verteilt, die sich beworben haben.

Rathenow beteiligt sich gemeinsam mit Premnitz, Rhinow, Nennhausen und Milower Land an dem Wettbewerb. Die Anträge der fünf Kommunen haben ein Gesamtvolumen von 11,2 Millionen Euro. Beantragt wurde u. a. eine einheitliche Straßenbeleuchtung, die den Anforderungen des Sternenparks Westhavelland entspricht.

Von Markus Kniebeler

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