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Schulumwandlung: Antrag bleibt umstritten

Grüne wollen Oberschule umwandeln Schulumwandlung: Antrag bleibt umstritten

Der Antrag von Brieselangs Grünen, die Oberschule zur einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe zu machen, sorgte im jüngsten Bildungsausschuss für heftige Diskussionen. Die Mehrheit war der Ansicht, dass die Chancen auf eine Genehmigung durchs Bildungsministerium sehr gering sind.

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Seit Längerem erweist sich die Hans-Klakow-Oberschule als viel zu klein, deshalb soll ein Erweiterungsbau her.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. Wustermark war kürzlich damit gescheitert, aus der Oberschule Elstal eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe zu machen. Jetzt gibt es in Brieselang ebenfalls die Bestrebung, die Oberschule in diese Schulform umzuwandeln. Die Grünen haben dazu einen Antrag eingebracht, der im Bildungsausschuss für heftige Diskussionen sorgte.

Fraktionschefin Corine t’ Hart sieht gute Chancen für eine Gesamtschule in Brieselang. „Die Gemeinde wächst immer weiter, es ist ein großer Zuwachs festzustellen“, sagt sie. So werde in den nächsten Jahren unter anderem das Seifert-Gelände in Zeestow bebaut. Da ohnehin geplant ist, die Oberschule zu erweitern, könnte man auch gleich über eine Gesamtschule nachdenken. „Es geht uns um eine zukunftsorientierte Bildung mit guten Chancen für alle Kinder“, sagt sie – auch wenn die Oberschule eine gute Arbeit leiste. Zudem wird darauf verwiesen, dass die Kantschule Falkensee die vielen Bewerber gar nicht aufnehmen kann. 236 Schüler haben sie in diesem Jahr als Erstwunsch angegeben, doch nur rund 180 Plätze stehen zur Verfügung.

Trotz allem lehnte die Mehrheit im Aussschuss den Antrag ab – aus rein objektiven Gründen wie es hieß. In einem separaten Antrag, den BFB eingebracht hat, wird die Ablehnung mit mangelnden Chancen begründet. Zudem würde der Bestand der Oberschule gefährdet und ein Neubau für die Einrichtung „auf absehbare Zeit unmöglich“ sein. Bildungsamtsleiter Thomas Lessing hatte zuvor schon Zweifel angemeldet, „dass wir das durchkriegen. Wir würden eine Neuverteilung der Schüler im Landkreis provozieren zu Lasten anderer Schulen, was das Vorhaben zum Scheitern bringen kann“. Denn andere Einrichtungen dürften nicht gefährdet werden.

Zudem müsse man nachweisen, dass man für mindestens fünf Jahre einen geordneten Schulbetrieb sichern kann. Es sei mindestens eine Vier- wenn nicht gar eine Sechszügigkeit erforderlich, ein Drittel der Schüler müsste in die gymnasiale Stufe wechseln. Nicht nur Lessing hat Zweifel, dass dafür genügend Schüler zusammen kommen, abgesehen von den fehlenden Räumen. Auch Oberschulleiter Dietmar Bendyk glaubt nicht, dass es reale Chancen für eine Gesamtschule gibt. „Ich halte den Bedarf für nicht gegeben.“ Es sei illusorisch, dass genügend Schüler für eine gymnasiale Oberstufe vorhanden sind, so viele schlaue Schüler gäbe es in Brieselang nicht, meinte er. Seiner Schätzung nach spreche man von einer Investitionssumme von 13 bis 15 Millionen Euro. „Als realistischer sehe ich eine dreizügige, eventuell auch eine vierzügige Oberschule. Ich habe die Befürchtung, dass uns die Zeit davon läuft, wenn man die Idee einer Gesamtschule weiter verfolgt“, meinte Bendyk, der auf eine schnellstmögliche Erweiterung seiner Schule hofft. Die platzt derzeit aus allen Nähten. Ein Teil der Schüler wird deshalb sogar in der benachbarten Grundschule unterrichtet.

Keinen Bedarf sieht auch Christian Achilles (BFB), der das Projekt auch aus Sicht der Schulentwicklungsplanung des Landkreises als unrealistisch bezeichnet und von andächtiger Träumerei spricht. Derzeit gäbe es drei Gesamtschulen im Landkreis, mehr würden es auch nicht werden. Schon bei der Oberschule sei es schwierig, eine Dreizügigkeit hinzubekommen, bei der Gesamtschule rede man von Vier- bis Fünfzügigkeit. Hingegen steht für Ralf Heimann (IBB) außer Frage, dass es in den nächsten Jahren einen großen Bedarf gibt, da im Osthavelland die Baugebiete immer mehr verdichtet werden, immer mehr Menschen dort hinziehen. „Wo sollen die ihre Kinder hinbringen?“, fragte er.

Von Andreas Kaatz

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