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Schwachstellen an Gräben auf der Spur

Schönwalde-Glien Schwachstellen an Gräben auf der Spur

80 interessierte Schönwalder schritten angeführt von Bürgermeister Bodo Oehme am Sonntag etwa drei Kilometer Gräben in der Gemeinde ab. Dabei ging es um Pegelstände, Biberdämme und alte Wehre.

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Wie an einer Perlenkette aufgereiht: Zur Grabenwanderung in Schönwalde kamen rund 80 Interessierte.

Quelle: Peter-Paul Weiler

Schönwalde-Glien. Pumpwerke und Pegelstände, Biberdämme und Behörden, Wasserverläufe und Wehre – für Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) sind diese Begriffe die Stellschrauben, um den Untergrund seines Amtsgebietes wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Es geht dabei um die Kanäle, die Schönwaldes Landkarte wie ein feines Gitter durchziehen, aber auf Landes-, Regional- und kommunaler Ebene allerlei Zwistigkeiten hervorrufen. Jedoch sei Besserung in Sicht, so der Bürgermeister am Sonntag bei der Grabenwanderung des CDU-Ortsverbandes.

Rund 80 Interessierte, die meisten keine Parteimitglieder, waren gekommen, um mit Oehme wie jeden Frühling an den verästelten Kanälen der Gemeinde entlang zu marschieren. Der Tross schritt teilweise auf der Sohle trockener Gräben, dann an vollen Kanälen entlang, bei denen sich die Grundstücke bis knapp zur steil abfallenden Kante drängen, um dann auf einen breiten Ufersaum zu münden. Dort können die Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes mit schwerem Gerät die Kanäle frei halten, an den engen Passagen hingegen müssen sie aufwändig mit Handmähgeräten das Gras und junge Baumtriebe abmähen.

Am Ende waren es rund drei Kilometer, die die Gruppe – in Mehrheit Grauhaarige – in knapp zweieinhalb Stunden zurücklegte. Aber es ging vielen dabei wie Rosi Witte: „Ganz kurz habe ich nicht gewusst, wo ich bin – obwohl ich nur zwei Straßen weiter wohne.“ Witte kennt sich allerdings mit Kanälen und Wasserständen ähnlich gut aus wie Oehme. „Die Pegel fallen hier häufig so tief, dass vor allem die alten Eichen kein Wasser mehr bekommen.“ Sie forderte mit dem Bürgermeister, auf Höhe Schafstall am Nieder Neuendorfer Kanal endlich das dort vor langer Zeit schon errichtete Wehr wieder herzustellen. „Schon vor 300 Jahren hat man das Wasser nicht nur weggeführt, sondern über die Wehre auch gehalten“, betonte Oehme. Nach der Wende allerdings seien viele der Bauwerke vernachlässig worden. Und das Landesumweltamt habe sich lange dagegen gesträubt, deren Wichtigkeit einzusehen. Deshalb hätten die Wasser- und Bodenverbände keine Gebühren zum Beispiel für den Wehr-Erhalt erheben können.

Jetzt zeichne sich zumindest bei diesem Thema ein Ende der Zwistigkeiten ab: Der Wasser- und Bodenverband „Schnelle Havel“ habe nach entsprechenden Signalen aus dem Landesumweltamt einen Fördermittelantrag für die Wiedererrichtung des Wehres gestellt.

Doch in anderen Gebieten werden die Grabenkämpfe nie enden, meinte Oehme: „Für mich sind die Kanäle Zweckbauten – für das Landesumweltamt hingegen Biotope.“ So beeinträchtigen aus Sicht des Bürgermeisters Biberdämme die Funktion der Kanäle. Das Landesumweltamt hingegen wolle die Nager schützen und stelle inakzeptable Forderungen.

Ähnlich kritisch sieht Oehme die Nutzung von geschützten Flächen am Muhr-Graben durch Pferdehalter. „Die Zäune sollten hier nicht stehen“, kritisierte er. Dagegen verwahrte sich jedoch Pferdehalter und Landwirt Christian Schuldt: „Ich habe die Genehmigung dafür, aber man bekämpft mich.“ Schuldt will sich um ein Ende der Zwistigkeiten bemühen, hofft auf eine Einigung mit der Gemeinde.

Besserung zeichnet sich auch im Umgang mit dem Land Berlin ab. Zumindest mit den Spandauer Ansprechpartnern hat Bodo Oehme in letzter Zeit guten Kontakt. Er hofft, dass die Gemeinde Schönwalde-Glien aus dem Kuhlake-Gebiet bei Trockenheit ein wenig Wasser bekommt – ähnlich wie es Berlin bei der Wasserversorgung des Spandauer Forstes praktiziere.

Von Peter-Paul Weiler

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