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Schwarze Kunst und grauer Ton

Aktion Offene Ateliers in Dallgow-Döberitz Schwarze Kunst und grauer Ton

Auch die Dallgow-Döberitzer Werkgalerie Hentzsch beteiligte sich am Wochenende an der Aktion Offene Ateliers. Dazu organisierte Galeristin Maren Marzilger einen Grafikmarkt mit Werken zahlreicher Künstler aus Brandenburg und Berlin. Einige von ihnen gaben zudem Einblick in ihre Arbeitsweise.

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Gute Laune in der Werkgalerie: Die Keramikerin Katarina Monien erklärt dem Maler Wolfgang Sterrer ihre Arbeitstechnik.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Dallgow-Döberitz. Die schwarze Kunst – nämlich Tiefdruck, Hochdruck, Flachdruck – das alles erklärte der Künstler Thomas van der Linde am Sonnabend in seinem Studio auf Zeit in der Werkgalerie Hentzsch. Anlass war das diesjährige Wochenende der offenen Ateliers im Havelland. Erfreulich viele Besucher kamen auch nach Dallgow-Döberitz.

Damit es nicht bei der Theorie blieb, walzte Thomas van der Linde aus Falkensee schwarze Farbe auf einen Holzschnitt und übertrug so das Motiv auf Papier. Das fertige Bild bekam Ellen geschenkt. Die Elfjährige malt selbst gern. Ihre Mutter ist die Keramik-Künstlerin Katarina Monien. Sie lebt mit ihrer Familie erst seit August 2015 in Falkensee. Die gebürtige Norwegerin hat Kunst und Design in England studiert. Nach Stationen in den USA – Virginia und Kalifornien – kam die Familie zurück nach Deutschland.

Große Gefäße aus grauem Ton sind Katarina Moniens Spezialität. Ihre Arbeiten entstehen als so genannte Aufbaukeramiken. Durch Fingerabdrücke werden sie strukturiert, damit die Oberfläche wie gehämmert wirkt. Graue Vasen zeigen unregelmäßige weiße Linien als elegante Intarsien. „Seitdem ich soviel im Ausland unterwegs bin, habe ich oft Sehnsucht nach der weiten und menschenleeren Landschaft Norwegens. Das fließt in meine Objekte ein“, erzählte die Künstlerin.

Die Arbeiten von Katarina Monien erhalten keine Titel. So ist der Betrachter aufgerufen, sich mit den Kunstwerken auseinander zu setzten, eigene Assoziationen zu bilden. So bedeuten drei kraftvolle Keramiken mit weißer und grauer Glasur für sie ein verschneites Feld, aber sie möchte das nicht für den Betrachter festlegen.

Die skandinavische Landschaft bietet Katarina Monien viele Anregungen. Rot-orange blühende Heide im Herbst inspirierte sie zu einem Vasendekor in Rot und Graubraun. „Die Galerie Bartscht in der Albrechtstraße in Berlin-Mitte vertritt meine Arbeiten. Ich bin dabei, weitere Kontakte zu knüpfen, auch im Havelland“, sagte die Künstlerin.

Maren Marzilger als Galeristin hatte für das Offene Atelier einen Grafikmarkt organisiert, bestückt mit Werken von zahlreichen Künstlern aus Falkensee, Berlin und Brandenburg. Aus Reihen von goldenen Vorhängeschlössern hatte der Falkenseer Heinz Bert Dreckmann ein Herz und einen Kreis gelegt. Heidemarie Hölters präsentierte abstrakte Bronzen und Landschaftsmalerei. Karin Viesel steuerte einen großformatigen Druck in Schwarz-Weiß bei und einen liebevoll ausgeführten Handsiebdruck. Sabine Ostermann war mit einigen älteren Linolschnitten vertreten. Zudem hatte Wolfgang Sterrer mehrere seiner farbstarken Gemälde mitgebracht. „Als Falkenseer finde ich es sehr schade, dass die Werkgalerie Hentzsch ihre Pforten schließt – besonders, weil sie zuletzt unter professioneller Leitung gewesen ist“, sagte der Künstler.

Die Besucher stöberten in Bildern der Druckkünstlerin Anna Käse aus Berlin. Es gab Fotografien von Corinna Holthuizen-Habermann zu sehen und zu kaufen sowie Lithografien der Neo-Rauch-Schülerin Mandy Kunze. Ein Bronze-Zyklus von Adelheid Fuss zeigte die Entwicklung eines Klotzes zu einer weiblichen Figur.

Maren Marzilger erhielt viel Lob für ihre Tätigkeit in den vergangenen zwölf Monaten. Sie hatte die Galerie zu einem spannenden Treffpunkt für Künstler und Kunstfreunde im Havelland gemacht. Seit 2013 zeigte die Werkgalerie von Manfred Hentzsch Grafiken, Gemälde und Plastiken im ehemaligen Dallgow-Döberitzer Bahnhofsgebäude.

Von Judith Meisner

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