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Havelland Schwedentage erstmals mit echten Schweden
Lokales Havelland Schwedentage erstmals mit echten Schweden
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16:07 26.06.2016
Lutz Feuerherd (re.) kommandierte die Darsteller der Schweden, die 1675 Rathenow besetzten. Schwedentage Rathenow. Quelle: Norbert Stein
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Rathenow

Lebendige Geschichte erlebten am Wochenende die Besucher auf dem Rathenower Kirchberg. „Der Anlass ist ein historisches Ereignis, das für Rathenow und die gesamte Mark Brandenburg eine entscheidende Bedeutung hatte“, sagte Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) am Samstag bei hochsommerlichen Temperaturen zur Eröffnung der diesjährigen Rathenower Schwedentage. Anschließend brachte die Schützengilde Friesack auf der Wiese vor der St.-Marien-Andreas-Kirche eine Kanone in Stellung und verkündete mit Böllern den Beginn des Festes mit historischen Hintergrund. Im Jahre 1675 besetzten schwedische Truppen Rathenow. Aber nur für kurze Zeit. Kurfürstliche Truppen kamen und befreiten die Stadt von den Schweden.

Am Wochenende war Mario Lienig als Großer Kurfürst auf dem Kirchberg, um mit seinen Truppen die Stadt zu befreien. Zuvor zeigte er sich im Gewand des Böhners Landrats von Briest und erklärte den Besuchern die Ereignisse um Rathenow vor 336 Jahren. „Hier seid ihr richtig Landsleute“, sagte Lienig, um anschließend auszurufen: „Die Schweden kommen!“ Lutz Feuerherd vom Förderverein Heimatmuseum Rathenow kommandierte eine Truppe, die die Besetzung der Stadt durch die Schweden nachstellte. Unter den historisch kostümierten Rathenowern waren vier echte Schweden. Peter Holmgren, Vizepräsident des Verbandes militärkulturhistorischer Vereine Schwedens, war mit einer Abordnung gekommen, um die dritten Rathenower Schwedentage mitzugestalten. Sie machten es mit Lust, Sympathie und Freude.

Nach erfolgreicher Eroberung verkündete der Truppenkommandant: „Jetzt plündern wir die Stadt!“ Der historische Markt mit über 25 Ständen um die Kirche herum bot der Truppe dafür genügend Gelegenheiten. Die Schweden holten sich Brot, Obst und Bier. Ein Einwohner versperrte ihnen den Weg. Ihn stellten die Plünderer ohne Federlesen an den Pranger, um sich anschließend in ihre Trinkhörner Obstwein und Met einschenken zu lassen. Weiter zog die von Schaulustigen begleitete Truppe zu Mario Thürling und Laura Sasse ans Schmiedefeuer. „Bei euch ist es zu warm“, rief der Kommandeur dem Schmied zu und befahl seiner Truppe: „Wir ziehen weiter!“ Schließlich war auch nicht mehr viel Zeit bis zur historischen Waffenschau und zur Rückeroberung der Stadt durch den Großen Kurfüsten.

Mitten im Pulk war auch Michael Otto von der Schützengilde Rathenow in historischer Militäruniform und einer Springfield aus dem Jahre 1861 auf der Schulter. „Bei den Schwedentagen muss man einfach mal mitmachen“, sagte er vor einer Seitentür der Kirche. Auch Kathleen Jarnoth und Charleen Granzken aus Rathenow wollten unbedingt dabei sein und boten den Besuchern Schmalzstullen mit Gurken an. Dirk Zimmermann machte als „Paulus von Rotenaw“ mittelalterliche Musik. Korbmacherin Wenke Paul ließ sich bei der Arbeit über die Schulter schauen und im Zelt des Vereins Kinderstadt Rathenow wurden Märchen erzählt.

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Impressionen von den Schwedentagen in Rathenow. Foto: Uwe Hoffmann

Von Norbert Stein

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