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Havelland Jäger fordert gemeinsame Strategie gegen die Schweinepest
Lokales Havelland Jäger fordert gemeinsame Strategie gegen die Schweinepest
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16:41 11.03.2018
Wildschweine sind die Hauptüberträger der Schweinepest. Quelle: Lino Mirgeler
Hohennauen

Gerhard Pionschek ist seit über 50 Jahren Jäger. Er ist gerne in der Natur und seinem Revier bei Hohennauen. „Auf die Jagd geht man nicht aus Lust und Laune“, sagt er. „Die Jagd ist ein gesellschaftliches Erfordernis und ein Auftrag zum Erhalt des Kulturgutes Wild sowie gesunder und optimaler Wildbestände in der Landschaft.“

Weder Hobby noch Freizeit

Deshalb sei die Jagd weder Hobby noch Freizeitbeschäftigung, betont Pionschek. Sie erfordere viel Aufwand und beschere dem Jäger zudem wenig Schlaf.

Pest ist schon in Polen

Die Afrikanische Schweinepest, die bereits Polen erreicht hat, bereitet auch dem Hohennauener Jäger Sorge. Noch ist hierzulande zwar kein Fall der für den Menschen ungefährlichen Tierseuche festgestellt worden, aber sie rückt näher und sorgt für Unruhe.

Jäger Gerhard Pionscheck in seinem Hohennauener Revier. Quelle: Norbert Stein

Die Wildschweine gelten derzeit als Hauptproblem in der Landschaft. Sie sind potenzielle Überträger der Schweinepest und ihre Bestände haben sich in den letzten Jahren stark vermehrt, auch im Havelland. Politiker und Fachbehörden versuchen Vorsorge zu treffen, damit die Afrikanische Schweinepest sich nicht rasant ausbreitet. Durch Abschuss soll der Bestand reduziert werden.

Maßnahmen greifen nicht richtig

Alle Maßnahmen würden jedoch zu kurz greifen, meint Gerhard Pionschek und sieht die Jäger allein gelassen mit dem Problem der Bestandsregulierung der Wildschweine. „Viele Ursachen verhindern uns Jägern den Ansitz, um ausgewähltes Wild erlegen zu können“, sagt er und nennt Wanderer, Radfahrer und weitere Erholungssuchende, die ebenfalls in der Landschaft unterwegs sind. Das erschwere den Jägern die Aufgabe. mehr Wildschweine zu erlegen.

Große Felder sind ein Hauptproblem

„Große von der Landwirtschaft bewirtschaftete Feldschläge sind aber das Hauptproblem“, sagt Pionschek. „Die Felder sind im Sommer und teilweise bis in den Herbst mit landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais und Getreide bestellt und bieten dem Wild reichlich Nahrung und Ruhe.“

Das Gewachsene verwehre den Jägern den Anblick auf das Wild. Und weil die Wildschweine nicht aus den Schlägen kommen, können sie auch nicht erlegt werden und ihre Bestände entwickeln sich zunehmend.

Die Bauern alleine sind nicht verantwortlich

Nun den Bauern die Schuld zu geben, wäre aber falsch, sagt der Jäger. „Sie müssen sich an EU- Richtlinien zur Bewirtschaftung der Felder halten.“ Wenn sie es nicht tun, müssen sie finanzielle Einbußen hinnehmen und das könne sich kein Landwirtschaftsbetrieb leisten.

„Das Fördersystem müsste geändert werden, damit die Bauern daran interessiert sind Fruchtfolgen, Blühstreifen und Schussschneisen anzulegen, die für eine Auflockerung der Feldbestände sorgen und uns die Bejagung ermöglichen“, sagt Gerhard Pionscheck.

Nur mit der Landwirtschaft zusammen

Nur in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft könne der Bestand der Wildschweine reduziert werden. Er sieht aber auch den Naturschutz in die Pflicht genommen, weil in Naturschutzgebieten Wiesen erst nach dem 16. Juni gemäht werden dürfen.

Das Schwarzwild ist dann in dem hohen Gras nicht mehr sichtbar und verursacht auch auf den Wiesen Schäden , erklärt der Jäger. Zudem müssten nach seiner Auffassung Voraussetzungen geschaffen werden, die es dem Wasser- und Bodenverband ermöglichen, an Gräben regelmäßig Schilfgürtel zu mähen, in denen sich Wildschweine gerne aufhalten.

Abschussprämie ab dem 1. April

Das Land zahlt ab den 1. April den Jägern für jedes über den Abschussplan des Vorjahrs erlegte Wildschwein eine Prämie von 50 Euro. „Richtig wäre, die Prämie sofort und für jedes erlegte Wildschwein zu gewähren“, meint Gerhard Pionscheck.

Zu klären sei zudem die Verwertung des Wildbrets zu einem für den Jäger angemessenen Preis. Hier erwartet der Hohennauener Jäger eine klare Stellungnahme der Behörden.

Von Norbert Stein

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