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Schwere Vorwürfe gegen Landesumweltamt

Milower Land Schwere Vorwürfe gegen Landesumweltamt

Der Bau von 13 Windkraftanlagen im Wald bei Großwudicke sorgt weiter für Wirbel. Nun erhebt die Windpark Schmetzdorf KG schwere Vorwürfe gegen das Landesumweltamt. Dabei geht es offenbar um eine bevorzugte Behandlung eines Konkurrenten von Seiten der Behörde.

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Dieser Schwarzstorch lebt im Tierpark Kunsterspring. Auch in der Schmetzdorfer Heide, wo bald Windräder stehen sollen, leben Exemplare.

Quelle: Peter Geisler

Milower Land. Es ist dieser Tage das Thema Nummer Eins im Milower Land: Der Bau von 13 Windkraftanlagen im Wald bei Großwudicke. Zahlreiche Einwände gegen das Vorhaben des Unternehmens Enercon wurden bereits vorgebracht. Am Dienstag sollen diese in einem Erörterungstermin im Rathenower Kulturzentrum besprochen werden. Dabei ist auch Rosemarie Rübsamen, Geschäftsführerin der Windpark Schmetzdorf KG. Das Unternehmen plant die von der Gemeinde favorisierte Anlage auf einem Feld bei Schmetzdorf – und erhebt nun schwere Vorwürfe gegen das Landesumweltamt. Die Behörde messe offenbar mit zweierlei Maß, zumindest was den Schutz bestimmter Vogelarten betrifft.

„Im Rahmen der Vogelgutachten für unser Projekt mussten wir alle wichtigen Vogelarten untersuchen lassen. Beim Schwarzstorch stellte der Ornithologe einen Horst in der Schmetzdorfer Heide fest, etwa 3400 Meter nordöstlich unseres geplanten Vorhabenstandortes – also weit genug weg“, erklärt Rübsamen. Allerdings befindet sich die beantragte Windenergieanlage Nummer 5 von Enercon nur etwa 200 Meter vom Horst entfernt. Alle zwölf weiteren Anlagen würden innerhalb des 3000-Meter-Schutzbereiches stehen.

Enercon-Projekt dürfte nicht genehmigt werden

Der Abstand soll eingehalten werden, weil Schwarzstörche nahe ihres Horstes als sehr störungsempfindlich gelten. „Das Enercon-Projekt dürfte also allein wegen des Schwarzstorches nicht genehmigt werden“, stellt Rübsamen fest und ergänzt: „Es ist nicht akzeptabel, so unterschiedliche Maßstäbe anzulegen. Wenn ein geschützter Vogel existiert, sollte er für alle existieren. Es sollte das Projekt genehmigt werden, das ihn am wenigsten beeinträchtigt.“

Im Herbst 2013 teilte das Landesumweltamt mit, dass laut der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg das Schwarzstorchrevier in der Schmetzdorfer Heide nach zweijähriger Pause 2012 wieder besetzt war. Daraufhin mussten weitere Gutachten eingeholt werden. Zusätzlich sollte die Windpark Schmetzdorf KG geeignete Nahrungsflächen und Flugkorridore zu diesen Flächen untersuchen lassen und nachweisen, dass dem Schwarzstorch kein wesentlicher Prozentsatz seiner Futtergründe im Umkreis von fünf Kilometern um den Horst weggenommen wird.

Menschliche Störungen könnten Vogelbrut behindert haben

Da erhebliche Futterflächen in der Havelniederung vorhanden sind, gelang der Nachweis. Diese Einschätzung, und damit auch die Bedeutung der Nahrungsflächen für den besagten Horst in der Schmetzdorfer Heide, bestätigte das Landesumweltamt im Sommer 2014.

Die Darstellung der Flugbewegungen vom Horst zur Havelniederung kreuzt sich mit allen Enercon-Anlagenstandorten. Während aber die Behörde die KG verpflichtet, die Futterflächen überwiegend frei zu halten, scheint es unproblematisch, wenn der Schwarzstorch durch die Enercon-Anlagen einen Sperrriegel vorfindet, so Rübsamen.

Brisant ist zudem eine schriftliche Erklärung der Staatlichen Vogelschutzwarte, aus der hervorgeht, dass die Ursache des Scheiterns der Brut zwar unbekannt ist, Indizien, wie Kletterspuren am Horstbaum, verbunden mit dem großen gutachterlichen Interesse, jedoch menschliche Störungen vermuten lassen.

Ungerecht behandelt fühlt sich Rübsamen auch vom Landesbetrieb für Straßenwesen. Die Behörde genehmigte der KG keine Ausfahrten auf die Landesstraße 97, Zufahrten für das Enercon-Projekt an derselben Straße wurden genehmigt, so die Geschäftsführerin.

Von Christin Schmidt

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