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Havelland Seegefelder Glocken läuten wieder
Lokales Havelland Seegefelder Glocken läuten wieder
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00:20 22.10.2017
Die Glocken der Seegefelder Kirche sind imposant, aber erneuerungswürdig. Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

Die Glocken der ältesten Falkenseer Kirche sind nicht mehr stumm. Seit Sonntag läuten sie wieder, monatelang hatten sie geschwiegen. In der Seegefelder Kirche wurden sie seit dem Sommer nicht mehr geläutet. „Der Zustand der Glocken ist schlecht, sie müssen erneuert werden“, sagt Pfarrerin Gisela Dittmer.

Die Bronzeglocken sind mehrere hundert Jahre alt. Quelle: Marlies Schnaibel

Ein Dauergeläut hatte im August das Dilemma kundgetan. Bei einem Unwetter kam offensichtlich die Elektrik der aus vier Glocken bestehenden Anlage so durcheinander, dass die Glocken nicht mehr aufhörten zu läuten. Sogar die Polizei kam, um nach dem Rechten zu schauen. Die Pfarrerin hörte von dem Geschehen, als sie auf einer Mittelmeerinsel Urlaub machte. Dem Dauergeläut folgte ein Dauerschweigen. Denn die elektrische Steuerung wurde erst einmal ausgestellt, dann wurden die vier Glocken genauer in Augenschein genommen. „Vor ein paar Tagen kam ein Glockenfachmann, aber wir sahen schon damals, dass alle vier Glocken problematisch sind“, sagte die Pfarrerin.

Im Turm der Seegefelder Kirche hängen vier Glocken. Eine Glocke ist etwa 700 Jahre alt, eine andere wurde 1536 von Andreas Kepfel aus Lothringen gegossen. Im Ersten Weltkrieg mussten die Seegefelder zwei Bronzeglocken abgeben, sie wurden eingeschmolzen und nach dem Krieg durch große Stahlgussglocken ersetzt. „Glocken aus Stahl halten so etwa 100 Jahre, die sind jetzt rum“, sagt Gisela Dittmer.

Im Zweiten Weltkrieg hatte die Kirchengemeinde ihre anderen beiden Bronzeglocken abgeben müssen, sie sind aber dem Schmelzofen entronnen und haben sich nach Kriegsende wieder angefunden – eine in Oranienburg, die andere in Berlin. „Sie wurden damals nicht sachgerecht aufgehängt, beide müssen dringend saniert werden“, sagt die Pfarrerin.

Ob das geht und was das kosten wird, darüber kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts gesagt werden. Die Kirchengemeinde muss wohl weiter Geld sammeln, seit Jahren wird an dem ältesten Gebäude der Stadt Falkensee repariert und erneuert. So sollten eigentlich in diesem Jahr die Kirchenfenster saniert werden, doch ist es nicht gelungen, eine Firma zu finden,die das zu den vom Architekten prognostizierten Preisen realisiert.

Wie es mit den Glocken weitergeht, das soll nun beraten werden. Der Sachverständige hat bestätigt, dass die Stahlglocken in einem schlechten Zustand sind, sie sollten in „absehbarer Zeit“ erneuert werden. Allerdings sah er es als möglich an, sie weiterhin läuten zu lassen. Bei den Bronzeglocken wertete er vor allem die Aufhängung als problematisch an. Insgesamt sah er den Glockenstuhl, der aus Stahl ist, als ungünstig an. Das große Gewicht mache sich negativ für das Gebäude bemerkbar. Auch das kirchliche Bauamt war inzwischen in der Seegefelder Kirche, hat aber zum Glockenstuhl aus Stahl eine andere Meinung..

„Wir müssen jetzt beraten, wie es mit den Glocken weitergeht“, sagte die Pfarrerin. Noch könne keiner das finanzielle Ausmaß für neue und reparierte Glocken benennen. „Vielleicht finden sich ja aus einer aufgelassenen Kirche passende Glocken für uns“, hofft Gisela Dittmer. So hatte jüngst die Kirche im westhavelländischen Spaatz Glocken aus dem Saarland günstig erworben.

Von Marlies Schnaibel

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